Bei dem U-Bahn-Unfall in Moskau am 15. Juli 2014 entgleiste ein Zug der Metro Moskau aufgrund einer fehlerhaft instalierten Weiche im Tunnel. Dabei starben 24 Menschen, womit es sich um den schwersten Unfall seit Inbetriebnahme der Moskauer Metro 1935 handelt. mini|Fahrzeugtyp des verunglückten Fahrzeugs
Ausgangslage mini|Gleisplan mit Unfallstelle|287x287px Der Zug bestand aus fünf Einheiten vom Typ Russitsch. Die Fahrzeuge waren erst seit wenigen Jahren in Betrieb. Der Zug war mit etwa 1000 ReisendenUlf Mauder: Tod im Metro-Tunnel. In: Frankfurter Rundschau vom 16. Juli 2014, S. 40. im morgendlichen Berufsverkehr auf der „blauen“ Arbatsko-Pokrowskaja-Linie unterwegs. Der betreffende Streckenabschnitt wurde 2008 eröffnet. Nach einem Halt in der Station Park Pobedy – der mit 84 Meter tiefsten im Moskauer Metronetz – fuhr er in Richtung der Station Slawjanski Bulwar weiter und beschleunigte auf 70 km/h.
Unfallhergang Gegen 8:40 Uhr Moskauer Zeit entgleisten 200 Meter vor der Station Slawjanski Bulwar drei der fünf Doppelwagen des Zuges. Das vorderste Fahrzeug verkeilte sich im Tunnel und wurde völlig zerstört, als die nachfolgenden Fahrzeuge auffuhren.
Unfallgrund Die Ursache des Unfalls wurde auf eine fehlerhaft installierte Weiche im Gleisbereich zurückgeführt.
Eine Woche vor dem Unfall war an der Unfallstelle eine zusätzliche Weiche eingebaut worden, um eine Verbindung zum Hauptgleis herzustellen. Die Weiche war noch nicht in Betrieb genommen und nicht ordnungsgemäß an die Signalanlage angeschlossen. Ermittlungen zufolge konnte sich die Weiche durch Vibrationen vorbeifahrender Züge verstellen, was zur Entgleisung des Zuges führte.
Folgen 20 Menschen starben noch am Unfallort, während 4 weitere später an den Folgen ihrer Verletzungen verstarben. Weitere 271 Menschen wurden verletzt, davon 55 schwer.https://web.archive.org/web/20140716110305/http://ria.ru/society/20140716/1016181011.htmlChronik bei ITAR-TASS vom 16. Juli 2014 (russisch) Der Katastrophenschutz setzte insgesamt über 700 Einsatzkräften sowie zehn Hubschrauber um Verletzte in städische Krankenhäuser zu transportieren.
Die Fahrgäste eines nachfolgenden Zuges mussten nahezu eine Stunde im Tunnel ausharren, bevor sie zur Station Park Pobedy geführt und dort aus dem Tunnel evakuiert werden konnten. Die letzten Opfer konnten erst 13 Stunden nach dem Unglück geborgen werden.
Der 16. Juli 2014 wurde in der Stadt Moskau zum Trauertag erklärt. Die Strecke blieb im Bereich der Unfallstelle bis 19. Juli 2014 gesperrt. (russisch), abgerufen am 5. August 2014 Die Moskauer Stadtverwaltung kündigte eine Entschädigungen in Höhe von jeweils einer Million Rubel (etwa 25.000 Euro) für Angehörige der Todesopfer sowie weitere Entschädigungen je nach Schwere der Verletzungen an.Сергей Собянин: мы обязательно найдем ответственных в аварии в Московском метрополитене, Kommersant, 15. Juli 2014 (russisch), abgerufen am 16. Juli 2014
Am 22. Juli wurde der bisherige Chef der Metro Iwan Bessedin vom Moskauer Bürgermeister Sergei Sobjanin entlassen. Dmitri Pegow, vorher Leiter der Direktion für Schnellverkehr der Russischen Eisenbahnen, wurde zum neuen Chef der Metro ernannt. (russisch), abgerufen am 5. August 2014
Nach Abschluss der Ermittlungen wurden im Jahr 2015 Mitarbeiter der Moskauer Metro sowie einer beteiligten Baufirma wegen Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften zu Haftstrafen zwischen 5,5 und 6 Jahren verurteilt.
Weblinks
N. N.: Moskauer Metro-Unglück: Suche nach der Ursache läuft. In: Russland-Aktuell v. 17. Juli 2014.
Einzelnachweise
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