Adolf Bahn (* 7. Juni 1813 in Berlin; † 7. März 1882 in Wiesbaden) war ein deutscher Übersetzer, Schriftsteller und Librettist.

Herkunft und Familie Seine Mutter Caroline (3. September 1781 – 11. August 1820) entstammte der jüdischen Berliner Kaufmannsfamilie Benda, die sich bereits im 18. Jahrhundert in der Stadt etablierte. Sie heiratete den Manufakturen Händler Sigismund Adolph Bahn (geb. 15. April 1778), mit dem sie vier Kinder hatte. Nach dem Tod der Mutter, heiratete der Vater am 12. April 1823 Philippine Meyer, die Nichte seiner Frau, mit der er einen weiteren Sohn hatte – sie starb in den 1850er Jahren. Daniel Alexander Benda und Siegmund Alexander Benda sind Onkel mütterlicherseits.

Leben Adolf Bahn stand zunächst als Schauspieler auf der Bühne. 1833 debütierte er am Hoftheater Dessau unter Direktor Julius Miller. Danach spielte er den jugendlichen Liebhaber in Altenburg und Coburg, bis er 1838 seine Schauspielerkarriere beendete. Stattdessen wurde er Bühnenschriftsteller und 1848 Inhaber der Bahnschen Buchdruckerei in Berlin.Bahn, Adolf. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten von Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 1, Leipzig 1913, S. 107.

Bahn schrieb Possen (Eine Ehe auf zwei Stunden 1853, Ha, welch Lust ein Junggesell zu sein! 1855), Lustspiele in einem (Ein Recept für Neuvermählte 1870) und zwei (Die letzte Flitterwoche 1864) Akten sowie „Charakterbilder“ (Mercadet, der Börsen-Speculant 1852, Man sucht einen Erzieher 1870); er übersetzte Operetten von Jacques Offenbach und Fournier und bearbeitete viele französische Dramen für die deutschen Theaterbühnen.Zeitschrift für die deutsch-österreichischen Gymnasien. Band 33, 1882. S. 488 Seit Anfang der 1860er Jahre lebte Bahn in WiesbadenAnnalen des Vereins für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung, Band 17. 1882, S. 54 und blieb unverheiratet.

Übersetzungen (Auswahl) Ein Ehemann vor der Tür, Un Mari à la Porte französische Operette von Jacques Offenbach Die Zaubergeige, auch Martin, der Geiger (Berlin 1860)

Werke (Auswahl) Berlin’s Volks-Kampf, 1848 Mercadat, Charakterbild in 3 Akten. 1852 Bühnenspiele für das deutsche Theater (Ein Mann wie viele, Wenn einen der Schuh drückt, Ein seltenes Weib), 1854 bis 1858 Cabinet particular, oder: Ein Stündchen im Pariser Keller, Felix Bloch Erben, 1855 Wollenweber und Triesel, 1857 Komiker und Soubrette. Quodlibet in 1 Akt. 1858 Mamsell Uebermuth, 1860 Sein Freund Babolin, Lustspiel in 1 Akt, 1865 Ein kleiner Dämon, Lustspiel in 3 Akten, 1866 Eine Partie Piquet, Lustspiel in 1 Akt. 1866 Flitterwochen! oder: Ein guter Rath für Neuvermählte, Lustspiel, Entsch, 1875

Literatur Bühnen-Almanach Bahn, Adolf. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten von Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. 6. Auflage. Reclam, Leipzig 1913. Band 1, S. 107–108 (Digitalisat). Bahn, Adolf. In: Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon. Kleinmayr, Klagenfurt und Wien 1953. Band 1, S. 66. Bahn, Adolf. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Band 1: A–Benc. Hrsg. vom Archiv Bibliographia Judaica. Saur, München 1992, ISBN 3-598-22681-0, S. 309–316. Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, S. 28, Nr. 153.

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Einzelnachweise

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