Petropawlowskoje (, ), () ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er besteht aus zwei ursprünglich eigenständigen Orten und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.
Geographische Lage Petropawlowskoje liegt 14 Kilometer westlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und 20 Kilometer östlich der einstigen Kreisstadt Neman (Ragnit) an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508) im Abzweig nach Timofejewo (Wedereitischken/Sandkirchen). Eine Bahnanbindung besteht nicht.
Geschichte Groß Schillehlen (Großschollen)
Der nördliche Ortsteil Petropawlowskojes, das ehemalige Groß Schillehlen, auch Willschiken genannt, war im 18. Jahrhundert ein Schatulldorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 141. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde (offenbar) der Ortsname in Groß Schillehlischken geändert. 1874 wurde die Landgemeinde Groß Schillehlischken dem neu gebildeten Amtsbezirk Kackschen im Kreis Ragnit zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Sandkirchen 1909 gelangte die Gemeinde in den Amtsbezirk Wedereitischken. 1913 wurde Groß Schillehlischken (wieder) in Groß Schillehlen umbenannt. 1938 wurde Groß Schillehlen in Großschollen umbenannt.
Drr Ort kam 1945 in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 145 1871 140 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 189 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 213 1910 219 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 211 1939 197
Eggleningken (Lindengarten) Der südliche und direkt an der 27A-025 gelegene Ortsteil hieß vor 1929 Neu Eggleningken ()
Im 18. Jahrhundert war (Alt) Egleningken () ein köllmisches Gut und Neu Egleningken ein Erbfreidorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 33. Im Jahr 1874 wurden die beiden Landgemeinden Alt und Neu Eggleningken dem Amtsbezirk Kackschen zugeordnet. 1909 gelangten die beiden Gemeinden in den Amtsbezirk Budwethen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Altenkirch Im Jahr 1929 wurden sie zur Landgemeinde Eggleningken zusammengeschlossen. 1938 wurde Eggleningken in Lindengarten umbenannt.
Auch Eggleningken/Lindengarten kam 1945 zur Sowjetunion. Das ehemalige Alt Eggleningken gehörte in der Folge laut Karte zu Kalatschejewo, wurde aber später aufgegeben.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 92 In Alt Egleningken 30, in Neu Egleningken 62 1871 82 In Alt Egleningken 39, in Neu Egleningken 43 1885 89 In Alt Eggleningken 38, in Neu Eggleningken 51 1905 112 In Alt Eggleningken 45, in Neu Eggleningken 67 1910 174 In Alt Eggleningken 68, in Neu Eggleningken 106 1933 143 1939 154
Petropawlowskoje Im Jahr 1947 erhielt der Ort Groß Schillehlen/Großschollen den russischen Namen Petropawlowskoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Timofejewski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) In der Folge wurde auch das ehemalige Neu Eggleningken, sowie offenbar einige Einzelhöfe im Osten des ehemaligen Pötkallen/Pötken zu Petropawlowskoje gezählt.Gemäß dem in Kaliningrad erschienenen russisch-deutschen Ortsverzeichnis Населенные пункты Калининградской области: краткий справочник. / Ред. В.П. Ассоров, В.В. Гаврилова, Н.Е. Макаренко, Э.М. Медведева, Н.Н. Семушина. - Калининград: Калининградское книжное издательство, 1976 Von 2008 bis 2015 gehörte Petropawlowskoje zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 100 2002Allrussische Volkszählung von 2002 103 2010Allrussische Volkszählung von 2010 120 2021Allrussische Volkszählung von 2021 63
Kirche Wie fast überall in Ostpreußen war die Bevölkerung Groß Schillehlens (Großschollen) und Eggleningkens (Lindengartens) fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Sie gehörte jedoch zu verschiedenen Kirchspielen: während Groß Schillehlen zur Kirche Wedereitischken (1938 bis 1946: Sandkirchen, russisch: Timofejewo) gehörte, war Eggleningken bis 1945 in die Kirche Budwethen (1938 bis 1946: Altenkirch, russisch: Malomoschaiskoje) eingepfarrt. Beide Pfarreien waren demselben Kirchenkreis zugeordnet: der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.
Heute liegt Petropawlowskoje im weitflächigen Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen), die der Propstei Kaliningrad (Königsberg) in der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland zugehört.
Weblinks Petropawlowskoje bei bankgorodov.ru Petropawlowskoje bei prussia39.ru Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Großschollen Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Lindengarten
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk