Zips (oberfränkisch: Zitz oder ZützJ. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 63. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „zitz“ oder „zütz“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Pegnitz im Landkreis Bayreuth (Oberfranken, Bayern). Die Gemarkung Zips hat eine Fläche von 10,010 km². Sie ist in 1442 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6941,54 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Langenreuth und Stemmenreuth.
Geografie Das Dorf liegt am Zipser Mühlbach nördlich vom Zipser Berg an der Bundesstraße 2, die nach Buchau (2,4 km westlich) bzw. nach Schnabelwaid führt (3,5 km nördlich). Parallel dazu verläuft die Bahnstrecke Nürnberg–Cheb. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Langenreuth (1,4 km nördlich), nach Pegnitz zur Staatsstraße 2162 (3,2 km südwestlich), nach Stemmenreuth (1,2 km südöstlich), nach Neuhof zur Staatsstraße 2403 (1,9 km südlich).
Geschichte Zuerst 1196 (o. früher) im Namen „Heinrici de Zubize“ urkundlich belegt. 1227 wurde ein „Ebirhardus Zueptzer“ genannt. 1385 begegnet die Form „in Zuebtz“. Die Grundform des Ortsnamens ist entweder *Čubьcь oder *Čubica zu frühslawischem *čubъ ‘Schopf’, toponymisch ‘Gipfel, Erhebung’ oder *Sъpica zu slawischem *sъpъ ‘Haufen, Wall’.E. Eichler et al. (Hrsg.): Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung 2, S. 243.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Zips aus 20 Häusern, 1 Mühle und 9 Scheunen. Dazu gehörten 166 Tagewerk Acker, 66 Tagewerk Wiesen, Tagewerk Gärten und Tagewerk Weideflächen und 33 Tagewerk Wald. Zips unterstand bis 1780 dem brandenburg-bayreuthischen Oberamt Pegnitz,J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 537. danach für kurze Zeit dem Oberamt Creußen. Von 1791/92 bis 1810 waren das preußische Justiz- und Kammeramt Pegnitz die übergeordneten Institutionen. Danach kam die gesamte Region an das Königreich Bayern.
Mit dem Gemeindeedikt wurde Zips dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Schnabelwaid zugewiesen. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Zips. Zu dieser gehörten Arnoldsreuth, Craimoos, Gößmannsreuth, Langenreuth, Neumühle, Preunersfeld, Schmellenhof, Schönfeld und Stemmenreuth. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Schnabelwaid (1842 Landgericht Pegnitz umbenannt) und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Pegnitz. Ab 1862 gehörte Zips zum Bezirksamt Pegnitz (1939 in Landkreis Pegnitz umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Pegnitz (1879 in Amtsgericht Pegnitz umgewandelt). 1861 kam Hufeisen-Waldhaus hinzu, das spätestens 1877 nach Ottenhof umgemeindet wurde. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 18,620 km².
Am 30. Dezember 1971 kam es auf der Bahnstrecke Nürnberg–Cheb 200 Meter südlich von Zips zu einem schweren Zugunglück. Eine einzeln auf dem falschen Gleis verkehrende Diesellokomotive des Typs V 10020 stieß frontal mit einem entgegenkommenden Güterzug zusammen, der von einer Dampflokomotive der Baureihe 50 geführt wurde. Dabei kamen drei Personen ums Leben.Mit drei Promille auf der Lok in: Lok Magazin 4/2021, S. 66 f.
Am 1. Januar 1973 wurde das gemeindefreie Gebiet Schnabelwaider Kütschenrain aufgelöst und in die Gemeinde Zips eingegliedert. Im Rahmen der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 30. April 1978 aufgelöst: Zips wurde mit Langenreuth und Stemmenreuth in die Stadt Pegnitz eingegliedert, die übrigen Gemeindeteile kamen an den Markt Schnabelwaid.
Baudenkmäler Haus Nr. 46: Ehemaliges Hirtenhaus
Einwohnerentwicklung Gemeinde Zips Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 606 794 726 727 748 700 722 1017 791 740 711 692 715 711 707 692 685 642 625 934 845 807 637 582HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1799 werden diese als Häuser bezeichnet, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 117 123 124 123 119 123 126 Quelle Für die Gemeinde Zips inklusive Arnoldsreuth (S. 4), Craimoos (S. 16), Gösmannsreuth (S. 36), Langenreuth (S. 68), Neuemühl (S. 82), Preunersfeld (S. 96), Schmellenhof (S. 109), Schönfeld (S. 110) und Stemmenreuth (S. 119).
Ort Zips Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 110 106 163 138 153 188 149 186 158 159 117Häuser 21 26 24 25 26 44 33Quelle
Religion Zips ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Bartholomäus (Pegnitz) gepfarrt. Die Katholiken sind nach St. Mariä Namen (Pegnitz) gepfarrt.J. Pfanner: Landkreis Pegnitz, S. 63.
Literatur
Ernst Eichler, Albrecht Greule, Wolfgang Janka, Robert Schuh (Hrsg.): Beiträge zur slavisch-deutschen Sprachkontaktforschung. Band 2: Siedlungsnamen im oberfränkischen Stadt- und Landkreis Bayreuth (= Slavica. Monographien, Hand-, Lehr- und Wörterbücher. Band 4). Carl Winter, Heidelberg 2006, S. 242–245.
Weblinks
Fußnoten
Kategorie:Ort im Landkreis Bayreuth Kategorie:Ortsteil von Pegnitz (Stadt) Kategorie:Ersterwähnung 1327 Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bayreuth) Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bayreuth