mini|Trögelsbyhof Nr. 5, Stall von 1898 Trögelsby () ist der Name eines Ortes in der Stadt Flensburg, der im östlichen Stadtteil Engelsby liegt. Er liegt am Rande des Stadtbezirks Vogelsang.
Entstehung und Benennung Wann genau Trögelsby entstanden ist, ist unklar. Mit seiner Namensendung „-by“, die eher auf eine größere Siedlung, einem Dorf hindeutet, liegt die Vermutung nahe, dass Trögelsby, wie viele der ehemaligen Dörfer der Gegend, beispielsweise auch Engelsby, als ein Tochterdorf von Adelby entstanden sein könnte, möglicherweise schon in der Wikingerzeit. Doch Beweise für eine solche Vermutung existieren nicht.Vgl. Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: By Erst 1420 wurde das kleine GebietFlensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Trögelsbyhof, inmitten von Angeln,Flensburger Tageblatt: Angelns vergessene Dörfer, 19. Oktober 2009; abgerufen am: 12. Juli 2014 erstmals als „Truelbul“ erwähnt. Dazu kamen im 15. Jahrhundert noch die beiden Namensvarianten Truwelsbul (1452) und Truwelszbüll (1438). Daher hat der Name des Gebietes wohlEs gibt daneben offenbar auch noch die Vermutung, es könnte „-bohl“ gemeint sein. Bohl bedeutet „Hufe“, also ein Flächenmaß. Vgl. Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 125 i. V. m. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Bohlberg die Bedeutung „Wohnung des Truel“ beziehungsweise, wenn man von der heutigen Schreibweise ausgeht, „Wohnung des Trögel“.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 451Vgl. hinsichtlich „-büll“ auch: ; abgerufen am 11. Juli 2014 „Truel“ dürfte eine Variante oder Schreibweise des altdänischen Männernamens „Thrugils“ darstellen bzw. dessen heute noch verbreiteten Variante „Troels“.Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 125Nordic Names, Thrugils; abgerufen am 13. Juli 2014Nordic Names, Troels; abgerufen am 13. Juli 2014
Man geht daher davon aus, dass die Endung „-bull“ die ursprüngliche Endung darstellte. Erst später wurde die Endung offenbar zu „-by“ umgedeutet (erstmals belegt im Jahre 1438 mit der Variante „Truwelby“), wodurch man glauben könnte, dass die dortige Siedlung etwas größer war. Doch um 1400 stand dort offenbar nichts was an ein ganzes Dorf erinnern würde.Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 124 f.
Trögelsby im 15. Jahrhundert Um 1400 befand sich im besagten Bereich offenbar nur das Gut des Adligen Peter Lund, so dass dort nicht sonderlich viele Gebäude gestanden haben dürften. Peter Lund gehörte außerdem auch der angrenzende, nordöstlich gelegene Vogelsang.
Peter Lunds Tochter Catharina verschenkte einen Teil des Trögelsbyer Gutes, dann um 1430 der Marienkirche, den Hof VogelsangGerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 124, dort die Bildbeschreibung erhielt das St. Jürgenhospital (Vgl. St. Jürgen-Kirche (Flensburg)). So befanden sich also spätestens seit dem im Gebiet Trögelsby zwei Höfe und im Gebiet Vogelsang ein dritter Hof. Bald darauf bekam die Marienkirche auch den zweiten Trögelsbyer Hof. Ein kleines Stück westlich der beiden Höfe lag zudem die Kate Schiedengatt, die erstmals 1436 erwähnt wurde. Der besagte Bereich wurde auch Klein Trögelsby genannt.Stadtarchiv Flensburg: Gemeinde Twedt vor und nach 1900;Klein Trögelsby, St. Marienkate; hs., abgerufen am: 19. Februar 2015
Trögelsby seit dem 19. Jahrhundert mini|Speckberg, Trögelsby (Flensburg 2014) Der Speckberg Hinter einem der Trögelsbyer Höfe soll nach einer alten mündlichen Überlieferung um 1800 eine Räucherkate gebrannt haben. Bei dem Brand sollen die Speckseiten mit einem lauten Knall in die Luft geflogen sein. Bis zu einem Hügel, der dort in der Nähe lag, seien sie geflogen. Nach dieser Begebenheit soll der Hügel den Namen Speckberg bekommen haben. Alternativ wäre es auch möglich, dass im dortigen Hügel nur eine Speisekammer, zum Lagern kühler Lebensmittel, eingebettet war.Andreas Oeding, Broder Schwensen, Michael Sturm: Flexikon. 725 Aha-Erlebnisse aus Flensburg!. Flensburg 2009, Artikel: SpeckbergFlensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: SpeckbergDer Flurname Speckberg war wohl erstmals auf einer Karte, die wohl um 1930 entstanden ist, verzeichnet. (Vgl. Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Speckberg sowie Quellen und benutzte Literatur, unter: Voigt, Christian) Die Straße Speckberg () erhielt ihren Namen offiziell am 5. Juli 1979. Die Häuser Trögelsbyhof 2, 2A, 4, 4A, 4B, 4C, 6A, 6B, 6C waren ursprünglich unter denselben Nummern dem Speckberg zugeordnet. Die Neuzuordnung erfolgte ungefähr Ende der 1980er Jahre.Die Lücke in der Straßennummerierung blieb bis heute erhalten. Vgl. Straßenverzeichnis der Stadt Flensburg (Stand September 2019)
Die Eingemeindung mit Twedt nach Flensburg Im Jahre 1874 wurden die zwei Höfe vom Ökonomierat Peter Jessen Petersen übernommen. Dieser stammte aus Joldelund und besaß schon im nahgelegenen Twedt einen Hof. Er verstarb im Jahre 1902. Das Gebiet wurde als Teil von Twedt, so wie auch der Vogelsang,Gerhard Nowc: Twedt : Die Mutter von Mürwik in Flensburger Tageblatt, 1. April 2010; abgerufen am: 12. Juli 2014 im Jahre 1910 eingemeindet.Schriften der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (Hrsg.): Flensburg in Geschichte und Gegenwart. Flensburg 1972, Seite 413
Trögelsby in neuerer Zeit In den 1980er Jahren wurden Teile des Trögelsbyer Gebietes mit Einfamilienwohnhäusern überbaut, womit Trögelsby nördlich und westlich mit Flensburg erst richtig verwachsen ist. An Klein Trögelsby erinnert noch der gleichnamige GehwegDer Geweg besitzt zurzeit zwar kein Straßenschild, ist aber in einigen Straßenkarten eingezeichnet. „Klein Trögelsby“ (seit dem 5. Juli 1979) sowie der dort befindliche kleine Teich, an dem die erwähnte Kate stand.Flensburger Straßennamen. Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte, Flensburg 2005, ISBN 3-925856-50-1, Artikel: Klein Trögelsby An den erwähnten Speckberg erinnert in dem Gebiet heutzutage gleichfalls eine Straße (ebenfalls seit dem 5. Juli 1979). Der Hügel der sich dort wohl befand ist heutzutage eingeebnet. Die heute in Trögelsby befindlichen Höfe haben zwar ihren Ursprung in dem mittelalterlichen Adelshof, deren Bauten sind jedoch jüngeren Datums. Die beiden Wohnhäuser stammen aus der Zeit um 1850 und die Wirtschaftsgebäude wohl aus der Zeit um 1905.Gerret Liebing Schlaber: Vom Land zum Stadtteil. Flensburgs Stadtfeld und die eingemeindeten Dörfer in Bild und Wort ca. 1860–1930. Flensburg 2009. Seite 123, dort die Bildbeschreibung Sowohl der Trögelsbyer Weg, wie auch der breite Feldweg Trögelsbyhof enden in Trögelsby. Der Trögelsbyer Weg, eine Verkehrsstraße, hat ihren Anfang im Westen am Rande Adelbys und führt über die fast ganze Breite Engelsbys nach Trögelsby rein. Der Feldweg Trögelsbyhof hat seinen Anfang ungefähr bei Rüllschau nahe Maasbüll und führt über den heutigen Stadtbezirk Vogelsang bis nach Trögelsby.
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Kategorie:Ort in der kreisfreien Stadt Flensburg