Marc Conrad (* 7. Oktober 1960 in Luxemburg) ist ein luxemburgischer Filmproduzent, Autor und Medienmanager.

Leben und Karriere Der Sohn eines Eisenbahnbeamten besuchte von 1971 bis 1979 das Athénée Royale in Luxemburg und studierte dann von 1980 bis 1983 an der Université libre de Bruxelles.Marc Conrad bei kress.de, abgerufen am 10. Juli 2014 Parallel arbeitete er als freier Mitarbeiter für das luxemburgische und französische Fernsehen und für die luxemburgische Tageszeitung Lëtzebuerger Journal.

1983 begann er seine Karriere als Nachrichtenredakteur beim Fernsehsender RTL plus. Ab 1987 war er dort Chef vom Dienst in der Nachrichtenredaktion. Im Mai 1988 wurde er persönlicher Referent des RTL-Geschäftsführers Helmut Thoma.

1990 wurde er Prokurist des Senders und übernahm u. a. die Verantwortung für die Film- und Serienproduktion. Ab Februar 1992 war er RTL-Programmdirektor und ab Januar 1994 alleiniger stellvertretender Geschäftsführer von RTL. Während dieser Zeit wurden die Nachrichtenformate Explosiv – Das Magazin und Exclusiv – Das Starmagazin eingeführt.

Conrad etablierte Programmstrukturen, die das Privatfernsehen in Deutschland stark beeinflussten.Christian Richter: Der Tag, an dem das Privatfernsehen erwachsen wurde. Quotenmeter, 27. April 2017. (Artikel gesponsert von RTL II) Conrad gilt zudem als Wegbereiter deutscher Soap-Formate wie Gute Zeiten, schlechte Zeiten, Unter uns, Hinter Gittern sowie der täglichen Talkshow-Formate Hans Meiser und Ilona Christen.

Nachdem Helmut Thoma den Posten des Geschäftsführers an Gerhard Zeiler übergeben hatte, verließ Conrad RTL und gründete zusammen mit Friedrich Wildfeuer die Filmproduktionsgesellschaft Typhoon Networks AG. Dort produzierte er zahlreiche Fernsehsendungen für verschiedene deutsche Sender und einige Kinofilme. Zu den größten Erfolgen zählte die Produktion des Filmes Das Experiment, von dem 2010 ein US-Remake mit Adrien Brody und Forest Whitaker gedreht wurde.

Für die Produktion der Fernsehserie Abschnitt 40 wurde Conrad 2003 beim Festival de Télévision de Monte-Carlo als Outstanding European Producer of the Year ausgezeichnet. bei tvfestival.com, abgerufen am 10. Juli 2014 Für die gleiche Serie wurde er beim Deutschen Fernsehpreis von 2003 bis 2005 jeweils als Produzent der Besten Serie ausgezeichnet. RTL wurde 2001 für Abschnitt 40 bei den New York Festivals mit Bronze ausgezeichnet.

Marc Conrad gilt zusammen mit Hugo Egon Balder als Erfinder der Comedy-Show Genial daneben. Zusammen mit Balder entwickelte er auch die RTL Comedyshow Freitag Nacht News, die als Vorläufer der ZDF Heute-show gilt, welche nach Einstellung der Sendung bei RTL deren Headautoren übernommen hat. Zur gleichen Zeit war Conrad Mitglied im Verwaltungsrat der Schweizer Highlight Communications AG und begleitete im Mai 1999 deren Börsengang.

Im November 2004 kehrte Conrad zur RTL Group zurück, wo er die Position des Geschäftsführers übernahm. Nach nur dreieinhalb Monaten musste Conrad überraschend seinen Posten als Geschäftsführer wieder abgeben, nachdem kein Konsens über die zukünftige Positionierung des Senders mit den Gesellschaftern gefunden wurde.Michael Hanfeld: Marc Conrad geschasst. bei faz.net, abgerufen am 10. Juli 2014Überraschende Entlassung: RTL-Chef Conrad muss gehen. bei spiegel.de, 17. Februar 2005, abgerufen am 10. Juli 2014

Im Mai 2005 wechselte er in den Aufsichtsrat der Constantin Film und wirkte ab September 2005 als Produzent und Gesellschafter für die Typhoon AG, deren Vorstand er im Januar 2006 erneut wurde. Die Produktion der von der Kritik gelobten Fernsehserie Im Angesicht des Verbrechens führte schließlich im April 2009 zur Insolvenz der Typhoon AG, da statt der acht bestellten und bezahlten Episoden insgesamt Material für zehn Episoden vorlag und produziert werden musste.Ein Interview mit Marc Conrad. bei casting-network.de, abgerufen am 10. Juli 2014 Conrad gründete daraufhin seine neue Produktionsfirma ConradFilm.

Im Dezember 2022 sendete die ARD den Dreiteiler Das Geheimnis des Totenwaldes. Die Co-Produktion der ConradFilm und Bavaria Fiction erhielt mehrere Preise und Nominierungen, darunter vier Nominierungen beim Deutschen Fernsehpreis 2021 und acht Nominierungen beim Fernsehpreis der Deutschen Akademie für Fernsehen, wobei der Film den Preis für die Beste Regie und den Besten Filmschnitt gewann.

Die Produktion war ebenfalls Finalist bei den C21 International Drama Awards 2021 in London und wurde im April 2022 bei den New York Festivals dreimal mit Gold in den Kategorien Best Crime Drama, Best Production Design und Best Direction ausgezeichnet. Des Weiteren wurde der Mehrteiler 2022 beim Krimifestival Tatort Eifel mit dem „Roland“ ausgezeichnet.

2026 stellte Conrad mit SHOVE ein selbst entwickeltes Wortspiel-Duell vor, das als App www.shove-game.de und als Brettspiel angelegt ist.Daniel Krause: SHOVE: Wenn Scrabble auf Schiebekunst trifft — neues Wortspiel sucht Publisher. Brettspiel-News.de, 3. Juli 2026, abgerufen am 29. August 2026.

Conrad ist Mitglied der Deutschen Filmakademie, der Deutschen Akademie für Fernsehen sowie der Europäischen Filmakademie sowie der Wilhelm Salber Gesellschaft. Für mehrere Jahre war er Mitglied der Jury des Deutschen Fernsehpreises. Marc Conrad ist seit 2021 Mitglied der International Academy of Television Arts & Sciences.Marc Conrad. In: iemmys.tv, abgerufen am 28. September 2021.

Aus seiner 1989 geschlossenen Ehe gingen drei Kinder hervor.Porträt: Marc Conrad. bei handelsblatt.com, 17. Februar 2005, abgerufen am 10. Juli 2014.

Filmografie (Auswahl)

Werke Wilhelm Salber, Marc Conrad: Goethe zum Film: Morphologische Markt- und Medienpsychologie. Bouvier Verlag, Bonn 2006, ISBN 978-3-416-03155-4. Dirk Blothner, Marc Conrad: Invasion! TV Muster erobern den Fernsehmarkt. Bouvier Verlag, Bonn 2008, ISBN 978-3-416-03127-1. Wilhelm Salber, Claudia Pütz, Marc Conrad: Seele macht Filme – Filme machen Seele. HPB University Press, Berlin 2015. Marc Conrad: Das Messer im Baum. Was das Grimmsche Märchen von den zwei Brüdern und Wilhelm Salbers psychologische Morphologie über das deutsch-russische Verhältnis erzählen. Wilhelm Salber Gesellschaft, 28. August 2026 (online).

Auszeichnungen und Nominierungen (Auswahl) 1996: Ritter des Ordens der Eichenkrone 2001: Europäischer Filmpreis – Nominierung in der Kategorie Bester Film für Das Experiment 2001: Deutscher Comedypreis – Nominierung in der Kategorie Beste Comedy-Show für Freitag Nacht News 2003: Festival de Télévision de Monte-Carlo – Auszeichnung als Outstanding European Producer of the Year für Abschnitt 40 2003: Deutscher Fernsehpreis – Auszeichnung in der Kategorie Beste Serie für Abschnitt 40 2004: Deutscher Fernsehpreis – Auszeichnung in der Kategorie Beste Serie für Abschnitt 40 2004: Bayerischer Fernsehpreis – Auszeichnung in der Kategorie Beste Serie für Abschnitt 40 2005: Deutscher Fernsehpreis – Auszeichnung in der Kategorie Beste Serie für Abschnitt 40 2010: Deutscher Fernsehpreis – Auszeichnung in der Kategorie Bester Mehrteiler für Im Angesicht des Verbrechens 2011: Grimme-Preis: Auszeichnung in der Kategorie Fiktion für Im Angesicht des Verbrechens 2021: Deutsche Akademie für Fernsehen: Nominierung Bester Produzent für Das Geheimnis des Totenwaldes 2021: Deutscher Fernsehpreis: Nominierung Bester Mehrteiler für Das Geheimnis des Totenwaldes

Weblinks Website der ConradFilm

Einzelnachweise

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