mini|Sieghardt von Köckritz (links) auf der Ausstellungseröffnung 40 Jahre Bundesrepublik Deutschland 1989 in Bonn Sieghardt Wilhelm Hermann Paul Joachim von Köckritz (* 3. September 1928 in Königsberg (Preußen); † 17. August 1996 in Sankt Augustin)Kösener Corpslisten 1996, 16, 1093 war ein deutscher Ministerialbeamter.

Familie Sieghardt von Köckritz war der erste Sohn des Oberst Harald von Köckritz (1893–1961) und dessen Ehefrau Annemarie Heye (1903–1995).

Er heiratete am 29. August 1955 in Stolzenfels-Kapellen Elisabeth Giesen (* 23. November 1928). Das Paar hatte folgende Kinder: Isabella (* 1956) Clemens (* 1958) Victoria (* 1960) Donata (* 1967)

Leben Er studierte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Rechtswissenschaften. 1950 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn. Nach Abschluss des Studiums, der Promotion zum Dr. jur.Bonn, Rechts- und staatswissenschaftliche Fakultät, Dissertation vom 20. Jan. 1956 und dem Referendariat trat er in den Dienst des Bundesministeriums des Inneren ein. 1960 war er Regierungsassessor.Kösener Corpslisten 1960, 9, 1094 Als Sportreferent wurde er von Werner Maihofer 1974 zum Leiter der neu geschaffenen Unterabteilung für Kultur und Angelegenheiten der Vertriebenen, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigten ernannt.Seltsame Aufwertung – Vertriebene niedriger eingestuft. In: Das Ostpreußenblatt, Folge 51/52, 21. Dezember 1974, S. 2 Er wurde Ministerialdirektor. 1993 trat er in den Ruhestand. Von 1993 bis 1996 war er Vorsitzender des Arbeitskreises selbständiger Kultur-Institute (kurz AsKI).

Besonders verdient machte er sich um den kulturellen Wiederaufbau in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung. In der Ära Kohl gelang es ihm, das Kulturbudget des Bundes von 386 Millionen auf zuletzt über 1,3 Milliarden Mark zu steigern. J. Michael Möller schrieb 2005 in einem Artikel in Der Welt: „Dort (in den Reihen der Künstler und Kulturinstitute) war Kohls höchst effizienter Kultursherpa Sieghard von Köckritz unvergessen“.Jenseits von Sachzwängen, Länderproporz, Machtpolitik. In: Die Welt, 8. Juni 2005 In dem am 13. Mai 2012 vom Deutschlandfunk ausgestrahlten Hörspiel von Florian Felix Weyh: Der Kulturfunktionär – Auf der Suche nach einem scheuen Wesen wird er als „der heimliche Kulturminister der Bundesrepublik Deutschland in den 70er- und 80er-Jahren“ charakterisiert.Der Kulturfunktionär - Auf der Suche nach einem scheuen Wesen auf www.deutschlandfunk.de

Ehrungen Kulturgroschen des Deutschen Kulturrats, 1992 Festschrift anlässlich seiner Pensionierung: Wanderungen durch die Kulturpolitik, 1993, herausgegeben von Staatssekretär Günter Ermisch Sieghardt-von-Köckritz-Preis, gestiftet 1999 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz

Schriften Die Bedeutung des Willens für den Verbrechensbegriff Carpzovs in der Practica nova imperialis Saxonica rerum criminalium, 1956 Bundeshaushaltsordnung, Kommentar, Lieferung 1, 1970 (Grundwerk) Bundeshaushaltsordnung, Kommentar, Lieferung 2, 1972 Bundeshaushaltsordnung, Kommentar, 1975 Bundeshaushaltsordnung, Kommentar, 1977 Nationalbibliotheken im Jahr 2000 (Festgabe für Günther Pflug zum 65. Geburtstag), 1988 (Herausgeber zusammen Kurt Nowak unter Mitarbeit von Maria Daab)

Literatur Reiner Schütte: Zum Tode von Sieghardt von Köckritz. In: Weltkunst, Band 66, 1996, Nr. 21 Genealogisches Handbuch des Adels. Adelige Häuser. Reihe A, Band XXIV, Band 111 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1996, S. 163–164 .

Weblinks

Zum Tode von Dr. Sieghardt von Köckritz. In: Bulletin des Deutschen Museumsbundes e.V., Ausgabe 3/96, S. 2.

Einzelnachweise

Kategorie:Ministerialdirektor (Bund) Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Sieghardt Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1928 Kategorie:Gestorben 1996 Kategorie:Mann