Röttgen war eine Hofstelle im Königsforst an der Brüderstraße (Köln–Siegen) im Stadtteil Moitzfeld von Bergisch Gladbach. Sie wurde komplett geschleift. Mit einem Teil der Ziegelsteine hat man den Weg befestigt.
Geschichte Aus einer Siedlungsgründung der hochmittelalterlichen Rodeepoche (1000–1300) entwickelte sich die Hofstelle Röttgen. Im Urkataster wird sie mit dem Namen Am untersten Rötchen südlich der Landstraße/Aggerstraße verzeichnet. Der Hof Röttgen gehörte zu den freiadligen Gütern der Grafen von Berg als Burglehen an seine Burgsassen zur Gegenleistung für den Treueeid und die Verpflichtung zum Waffendienst.
Durch den aufblühenden Bergbau im Bensberger Erzrevier wuchs die Einwohnerzahl 1870 auf 27 Personen. Durch den Niedergang der Montanindustrie ab 1927 sank die Zahl auf 13 Bewohner. In den 1970er Jahren wurde die Bundesautobahn 4 von Köln nach Olpe weitergebaut. Weil sie unmittelbar nördlich an Röttgen heranreichte, musste die Siedlung aufgegeben werden.
Der Siedlungsname Rötgen oder Rötchen geht auf die mittelhochdeutsche Bezeichnung riuten oder roten zurück und steht für roden, urbar machen. Röttgen war also die Stelle einer Rodung zum Zweck der Flurerweiterung oder der Siedlung.Andree Schulte: Bergisch Gladbach Stadtgeschichte in Straßennamen, herausgegeben vom Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Band 3, und vom Bergischen Geschichtsverein Abteilung Rhein-Berg e. V., Band 11, Bergisch Gladbach 1995, S. 365 f., ISBN 3-9804448-0-5
Die Topographia Ducatus Montani des Erich Philipp Ploennies, Blatt Amt Porz, belegt, dass der Wohnplatz 1715 als gemeiner Hof kategorisiert wurde und mit Rötg bezeichnet wurde. Es lag an der Straße zwischen Steinhaus und Altenbrück. Carl Friedrich von Wiebeking benennt die Hofschaft auf seiner Charte des Herzogthums Berg 1789 als Rötgen. Aus ihr geht hervor, dass Röttgen zu dieser Zeit Teil der Honschaft Bensberg im gleichnamigenKirchspiel war.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz; Zweiter Band: Die Karte von 1789. Einteilung und Entwicklung der Territorien von 1600 bis 1794; Bonn; 1898
Unter der französischen Verwaltung zwischen 1806 und 1813 wurde das Amt Porz aufgelöst und Röttgen wurde politisch der Mairie Bensberg im Kanton Bensberg zugeordnet. 1816 wandelten die Preußen die Mairie zur Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein. Mit der Rheinischen Städteordnung wurde Gladbach 1856 Stadt, die dann 1863 den Zusatz Bergisch bekam.
Der Ort ist auf der Topographischen Aufnahme der Rheinlande von 1824 als Rössgen und auf der Preußischen Uraufnahme von 1840 als Unter- und Ober-Röttgen verzeichnet. Ab der Preußischen Neuaufnahme von 1892 ist er auf Messtischblättern bis 1971 regelmäßig als Röttgen verzeichnet. Dqanach ist es nicht mehr eingetragen.
Aufgrund des Köln-Gesetzes wurde die Stadt Bensberg mit Wirkung zum 1. Januar 1975 mit Bergisch Gladbach zur Stadt Bergisch Gladbach zusammengeschlossen. Dabei wurde auch Röttgen Teil von Bergisch Gladbach. + Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Wohn- gebäude Kategorie 1822 13 Bauergüter 1830 16 Bauerngut 1845 16 2 Bauergüter 1871 13 2 Hofstelle 1885 24 4 Wohnplatz 1895 25 4 Wohnplatz 1905 23 4 Wohnplatz
Literatur Kurt Kluxen: Geschichte von Bensberg, Paderborn 1976 Herbert Nicke: Tütberg, Ein Beispiel für den Untergang eines Siedlungsgebietes. In: Waltraud Rexhaus, Robert Wagner (Hrsg.): Forsbach. Vom Leben eines Dorfes zwischen Königsforst und Sülztal, Geschichtsverein für die Gemeinde Rösrath und Umgebung, Band 26, Rösrath 2004, , S. 207 ff.
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemaliger Ortsteil von Moitzfeld Kategorie:Abgegangenes Bauwerk in Bergisch Gladbach Kategorie:Wüstung in Bergisch Gladbach