Die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl (, ) ereignete sich am 26. April 1986 im Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl in der Ukrainischen SSR, damals ein Teil der Sowjetunion, heute Teil der Ukraine. Der wissenschaftliche Konsens über die Auswirkungen des Unfalls wurde vom United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR) entwickelt. In mehreren Publikationen hat das UNSCEAR weniger als 60 unmittelbare Tote durch Trauma, Akute Strahlenkrankheit und Schilddrüsenkrebs aus einer Gruppe von 4000 Schilddrüsenkrebsfällen ermittelt.) Verschiedene NGOs sind der Ansicht, dass die Spätfolgen des Unfalls über eine Million Todesfälle verursachten. Die UN und andere Organisationen wie das Tschernobyl-Forum und die Weltgesundheitsorganisation bezeichnen solche Angaben als übertrieben und fordern detaillierte Dokumentationen.
Die Klärung der Frage wird dadurch verkompliziert, dass, abgesehen von der Diagnose akuter Strahlenkrankheit und offensichtlicher Unfallverletzungen, eine Zuordnung von Todesfällen mehr ein statistischer als ein diagnostischer Vorgang ist. Die Auswirkungen von ionisierender Strahlung auf den Organismus werden mit zunehmender empirischer Erfahrung besser verständlich. See "Discussion" section.
1986 stieg die offizielle sowjetische Zahl der Todesopfer von 2 auf 31. Unmittelbar nach dem Unfall waren 600.000 Liquidatoren aus allen Teilen der Sowjetunion an den Aufräumarbeiten beteiligt. Mehrere Organisationen behaupten, dass im Zuge der unmittelbaren Geschehnisse und der Aufräumarbeiten mindestens 6000 Personen verstarben.David R. Maples: Chernobyl: The Decade of Despair, Bulletin of the Atomic Scientists, Mai 1996, S. 20
Todesfälle durch Strahlenkrankheit und Verletzungen In der folgenden Liste werden 50 Personen benannt, deren Tod unmittelbar durch die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl verursacht wurde. Von diesen starben zwei durch die Explosion, vier bei einem einzelnen Hubschrauberabsturz, zweiunddreißig an akuter Strahlenkrankheit und drei durch medizinische Komplikationen, die als Spätfolge des Unfalls angesehen werden. Unter den Todesopfern befanden sich ein Kameramann, ein Arzt, sieben Feuerwehrmänner, zwei Aufsichtsorgane, sowie 30 Angehörige des Kraftwerkspersonals. Nach dem Unfall starb eine Person am Kraftwerksgelände an einer Herzthrombose, 15 Kinder starben an Schilddrüsenkrebs und werden als direkte Opfer der Katastrophe angesehen. Zivilpersonen wurden in den Monaten nach der Katastrophe nicht stationär medizinisch behandelt, die Fischer Pustavoit und Protasov erhielten Strahlendosen in Höhe von 400 rem. 137 Personen erkrankten laut offiziellen Angaben an akuter Strahlenkrankheit.