Archibald Graf von Keyserling (* in Augustenhof bei Grobiņa; † 15. Dezember 1951 in Frankfurt am Main) war ein deutschbaltischer Marineoffizier. Von 1921 bis 1931 war er als Admiral höchster Offizier der lettischen Flotte.

Leben Archibald von Keyserlings Eltern waren die deutschbaltischen Adligen Gebhard von Keyserling und Sophie, geb. Baronesse von Offenberg.

Anfänge der militärischen Laufbahn Archibald von Keyserling besuchte die Seekadettenschule in St. Petersburg. Als Offizier im russischen Ostasiatischen Geschwader war er 1905 Teilnehmer des Russisch-Japanischen Krieges unter anderem in der Seeschlacht vor Port Arthur. Später geriet er in japanische Kriegsgefangenschaft. Bis 1908 absolvierte Keyserling dann die Offiziersschule für U-Bootdienste in Libau und war in der Folgezeit bei der Baltischen Flotte und der Pazifikflotte eingesetzt. Im Ersten Weltkrieg hatte er Kommandoposten auf verschiedenen Torpedobooten, U-Booten und dem Kreuzer Diana.

Offizier und Admiral der lettischen Marine Während der Zeit des Lettischen Unabhängigkeitskrieges war Keyserling Offizier der Baltischen Landeswehr, zuletzt im Stab des Obersten Harold Alexander. Nach der Übernahme in die lettischen Streitkräfte wurde Keyserling zum Schöpfer der kleinen Marine des jungen lettischen Staates. Seit 1921 hatte er den Dienstgrad Admiral inne, seit 1924 als ranghöchster Seeoffizier die Dienststellung „Chef des Küstenschutzgeschwaders“. Die Tatsache, dass er Deutschbalte war, sowie sein aristokratischer Lebensstil führten dazu, dass er 1931 seinen Abschied nehmen musste.Admirals Keyserlings „freiwilliger“ Abschied. In: Riga am Sonntag, 20. September 1931, S. 3 (). Offizieller Anlass für den Rücktritt waren Alkoholzuwendungen, die Keyserling unter lockerer Anwendung der Zollbestimmungen einigen seiner Offiziere während eines Seemanövers im estnischen Grenzgebiet hatte zugutekommen lassen.Mārtiņš Bisters und Juris Ciganovs: Admirālis Teodors Spāde. S. 32.

Pensionär Als Pensionär lebte Keyserling abwechselnd in Riga und auf seinem Landhaus bei Altmocken (lettisch: Vecmokas). Er hatte verschiedene Aufsichtsratsposten inne und war unter anderem Ehrenvorsitzender des Rigaer Jachtclubs. 1939 siedelte er wie der Großteil der Deutschbalten ins Deutsche Reich über. Im Zweiten Weltkrieg war er als Berater für Schiffsbau und Werften tätig.

Nach 1945 lebte er zuerst in Österreich, dann in Bad Mergentheim und schließlich in Frankfurt am Main. Dort verstarb Archibald von Keyserling 1951; sein Grab befindet sich auf dem Hauptfriedhof Frankfurt.

Literatur Otto Freiherr von Taube (Hrsg.): Das Buch der Keyserlinge. An der Grenze zweier Welten. Lebenserinnerungen aus einem Geschlecht. S. Fischer, Berlin 1937. S. 169–200. Deutschbalten in führenden Stellungen in Lettland. In: Riga am Sonntag vom 22. Januar 1928, S. 6 (Kurzbiografie) online Mārtiņš Bisters, Juris Ciganovs: Admirālis Teodors Spāde. Valters un Rapa, Riga 2002, ISBN 9984-595-70-6.

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Einzelnachweise

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