mini|hochkant=0.9|Rosario Marin Rosario Marin, geborene Spindola (* 4. April 1958 in Mexiko-Stadt), ist eine US-amerikanische Regierungsbeamtin. Sie war vom 16. August 2001 bis zu ihrem Rücktritt am 30. Juni 2003 Treasurer of the United States. Sie ist die erste Person seit William Clark in diesem Amt, die nicht in den Vereinigten Staaten geboren wurde.

Privatleben Rosario Marin ist die Tochter von Mariano Spindola. Ihr Vater holte die Familie 1972 per Visa in die Vereinigten Staaten nach, welche von seinem damaligen Arbeitgeber, einem Etikettenhersteller in Kalifornien, bereitgestellt wurden.Marosi, Richard: Marin Draws a Contrast to Past GOP Candidates, Los Angeles Times, 25. Februar 2004Friedman, Lisa: Ex-treasurer mulls running for Senate, Pasadena Star-News, 26. Mai 2003 Der Umzug stieß zunächst bei Rosario wegen ihrer bevorstehende Quinceañera und ihrer Angst ihre Bräuche und Traditionen hinter sich zu lassen auf Widerstand.LaBalle, Candace: Rosario Marin: U.S. Treasurer - From Illiterate Immigrant to Honor Student, Contemporary Hispanic Biographies, Band 2, 2003Charles Dews und David Everett: , Latino Leaders, 1. Dezember 2003 Marins Familie ließ sich in Huntington Park (Kalifornien) nieder, wo ihr Vater als Hausmeister und ihre Mutter als Näherin Arbeit fanden.Skelton, George: Rosario Marin: a Republican to Put Democrats Off Balance, Los Angeles Times, 16. Februar 2004The American Program Bureau, , APBSpeakers.com, 26. Juli 2009 Die Familie besucht noch heute in regelmäßigen Abständen ihre alte Heimat in Mexiko, wo sie jeweils eine kleine Fiesta dieser zu Ehren feiern.Fischer, Audrey: She's on the Money, The Library of Congress, November 2002

Ihre schlechten Englischkenntnisse waren ein weiterer Grund dafür, dass sich Marin weigerte, in die Vereinigten Staaten zu kommen. In der High School wurde ein Intelligenztest bei ihr durchgeführt, bei dem sie 27 von 100 Punkten erzielte und in der Folge ihr eine geistige Behinderung nachgesagt wurde. Diese niedrige Punktzahl inspirierte Marin die Sprache schnell zu erlernen. Dafür hörte sie die Songs im Radio und wiederholte die Wörter. 1976 gehörte sie zu den besten 20 ihrer Klasse, welche 500 Schüler umfasste, und graduierte mit Auszeichnung., Credit Union Journal, 9. September 2002

Ihre Familie hatte ursprünglich gewollt, dass sie auf eine weitere Ausbildung verzichtet und sich eine Arbeit sucht, um die Familie finanziell zu unterstützen und ihrer Mutter bei der Betreuung ihrer Geschwister zu helfen. Marin schloss einen Kompromiss ab, am Tag ging sie arbeiten und in der Nacht besuchte sie das East Los Angeles College (ELAC). Nachdem sie 1980 ihren Abschluss machte, besuchte sie dann die Abendkurse am Los Angeles Campus der California State University (CSULA). Marin graduierte dort 1983 mit einem Bachelor of Science in Business Administration.Marosi, Richard: Choice for Treasurer Was Minted in Mexico, Los Angeles Times, 13. Mai 2001 1984 wurde sie eingebürgert.

In den frühen 1980er-Jahren heiratete sie Alvaro „Alex“ Marin, einen Einwanderer aus Nicaragua.LaBalle, Candace: Rosario Marin: Became Advocate For The Mentally Disabled, Hispanic Biographies, Band 2, 2009 Ihr Ehemann graduierte auch am CSULA, wo er 1979 ein Diplom in Soziologie erhielt. 2002 arbeitete er als Systemanalytiker für die Stadt Los Angeles.

Marin hat ursprünglich eine Laufbahn in der Finanzwirtschaft verfolgt. Während sie die CSULA besuchte, erhielt sie 1981 eine Anstellung als Hilfsrezeptionistin in der City National Bank in Beverly Hills. Nach mehreren Beförderungen stand sie kurz davor, stellvertretende Vizepräsidentin zu werden. Allerdings wurde 1985 ihr Sohn Eric mit Down-Syndrom geboren, so dass sie im folgenden Jahr ihre Anstellung kündigte, um für ihn zu sorgen.Biography of Treasurer Rosario Marin, Associated Press, 10. März 2003 Zu jenem Zeitpunkt unterbrach sie auch ihr MBA-Studium, in welchem sie eingeschrieben war.

Das Befinden ihres Sohnes inspirierte Marin, ein Advocate für Geistigbehinderte zu werden. Während dieser Zeit gründete sie die erste Selbsthilfegruppe für hispanische Eltern von Kindern mit Down-Syndrom, Fuerza Inc., eine Organisation, die sich dem Bereitstellen von Dienstleistungen und der Unterstützung von geistig behinderten Kindern widmete sowie Einfluss auf Staatsbeamte in Sacramento in ihren Namen nahm. Zu jener Zeit beriet sie auch schwangere Frauen mit behinderten Kindern. Als Folge davon wurde sie eine Befürworterin des Abtreibungsrechts.

Politische Laufbahn Staatsdienst Infolge ihrer Lobbyarbeit wurde die Regierung auf sie aufmerksam. 1992 ernannte sie der Gouverneur von Kalifornien, Pete Wilson, zum Chief of Legislative Affairs im Department of Developmental Services (DDS). In ihrer neuen Funktion setzte sie sich weiter für die Förderung von Geistigbehinderten ein. Zwei Jahre später wurde sie Vorsitzende im Council on Developmental Disabilities, wo sie weiterhin für Geistigbehinderte und ihre Familien eintrat. Für ihre Arbeit im Namen der Geistigbehinderten erhielt Marin 1995 den „Rose Fitzgerald Kennedy Prize“ von den Vereinten Nationen. Sie war die zweite Person, die diese Auszeichnung erhielt.Heaton, Brian: Rosario Marin Receives Lifetime Achievement Award at League of California Cities Annual Conference, Market Wire, 7. September 2006 1996 wurde sie dann zum Assistant Deputy Director für das Department of Social Services ernannt.

Als sie noch 1994 in der Administration von Wilson tätig war, kandidierte sie erfolgreich für einen Stadtratssitz in Huntington Park. Sie saß sieben Jahre lang im Stadtrat, darunter eine Amtszeit als Bürgermeister von 1999 bis 2000. Sie war die erste hispanische Person, welche diesen Posten bekleidete., The United States Conference of Mayors, U.S. Mayor Newspaper, 30. Mai 2001 Während ihrer Amtszeit wurde Marin als eine Politikerin von Recht und Ordnung bekannt. In diesem Zusammenhang war sie für verschiedene öffentliche Sicherheitsinitiativen verantwortlich, welche den Polizeidienst reformierten, dessen Finanzierung steigerte und die Kriminalität um 50 % reduzierten. Ferner richtete sie als Reaktion auf eine Regierungsstudie betreffend Luftverschmutzung, welche Huntington Park als eine von mehreren Gemeinden als besonders gefährdet auflistete, eine Task Force zum Zweck der Bekämpfung dieser, und lancierte eine Razzia auf einem Schwarzmarkt für gefälschte Dokumente. Trotz ihrer politischen Orientierung wurde sie 1999 mit überwältigender Mehrheit in den Stadtrat wiedergewählt.Martin, Hugo: Task Force Is Sought to Help Combat Pollution, Los Angeles Times, 16. November 1999

Bei Stadtratssitzungen war sie dafür bekannt, eine harte, aber auch manchmal spalterische Teilnehmerin zu sein. Ihre Gegner warfen ihr eine raue Handlungsweise vor, während ihre Bundesgenossen ihr sogar eine gewisse Arroganz bescheinigten. 2000 erhielt sie durch den Stadtrat einen Tadel wegen ihres unhöflichen Verhaltens gegenüber Mitgliedern des Stadtrats und Bürgern.Marosi, Richard: Marin Joins GOP Field Hoping to Unseat Sen. Boxer, Los Angeles Times, 3. Dezember 2003 Kritiker warfen ihr auch vor, Stadtratssitzungen zu versäumen und ihr Reisebudget zu missbrauchen. Ihren unwahrscheinlichen Wahlsieg begründeten sie durch die „misrepresenting her true political leanings“ und einen „savvy use of the Spanish media.“

Während der ersten Jahre im Stadtrat fuhr Marin fort, für Gouverneur Wilson zu arbeiten. In diesem Zusammenhang wurde sie 1997 zum stellvertretenden Direktor im Office of Community Relations in Los Angeles ernannt. Als öffentliches Gesicht der Administration gegenüber den Hispanos musste Marin das heikle Gesetzesvorhaben 187 und anderer Themen bzgl. illegaler Einwanderung behandeln, welche Gegenstand hitziger Debatten innerhalb des Staates waren. Das Gesetzesvorhaben 187 war besonders in Huntington Park unbeliebt – eine Stadt, die Marin selbst als „the most Mexican city outside Mexico“ bezeichnete.Pringle, Paul: Sheltered lives in California town may show whether enclaves help Latinos join mainstream or hinder them, The Dallas Morning News, 21. September 1999 Während sie persönlich gegen das kontroverse Gesetzesvorhaben war, wurde Marin von der Administration dazu aufgefordert, dessen Position zu unterstützen.Sherman, Mark; U.S. treasurer quits, to return to California..., The Oakland Tribune, 23. Mai 2003

Während dieser Zeit diente Marin als Beamtin in mehreren Kommissionen: Präsidentin im Mayors and Councils Department of the League of California Cities, stellvertretende Vorsitzende vom Latino Caucus und Vorsitzende in der Southeast Community Development Corporation. Sie war auch Mitglied verschiedener Gremien, wie der California Film Commission, der Special Olympics und der National Association of Latino Elected Officials. 1998 absolvierte sie das John F. Kennedy School of Government Programm für leitende Angestellte im Staat und der lokalen Regierung. Daneben arbeitete sie in ihren letzten zwei Amtsjahren auch für die AT&T Corporation als Public Relations Manager für den hispanischen Markt in der Region Südkalifornien.Office of the Governor, Governor Schwarzenegger appoints Rosario Marin Secretary of the State and Consumer Services Agency, 31. Januar 2006, Accounting Today, 3. September 2001

Marin war weiterhin für die Republikanische Partei aktiv. Auf Landesebene nahm sie 1996 als Delegierte für Kalifornien an der Republican National Convention teil. Darüber hinaus war sie Vizepräsidentin der California Republican National Hispanic Assembly.LaBalle, Candace: Rosario Marin: Appointed U.S. Treasurer, Hispanic Biographies, Band 2, 2009

Auf nationaler Ebene war Marin 2000 eine glühende Unterstützerin von George W. Bushs Präsidentschaftskampagne. In diesem Zusammenhang traf sie den Gouverneur von Texas, war in Kalifornien in der hispanischen Öffentlichkeitsarbeit tätig und agierte als spanischsprechende Surrogate für ihn.Aversa, Jeannie: U.S. Treasurer Rosario Marin to Resign, Associated Press, 22. Mai 2003 Ihre Reputation und Fachkönnen im Staat wurden von den republikanischen Funktionären wahrgenommen, so dass ihr politisches Prestige innerhalb der Partei drastisch Anstieg. Kurz nach der Wahl von George W. Bush zum US-Präsidenten gehörte Marin zum präsidialen Zirkel.California State University - Los Angeles, U.S. Treasurer Rosario Marin, Today, Winter 2002

Im April 2001 nominierte US-Präsident Bush Marin für den Posten des Treasurer of the United States. Sie wurde am 3. August vom US-Senat bestätigt und trat drei Tage später von ihrem Posten im Stadtrat zurück.California/Local, Move to U.S. Treasurer's Post Opens Council Seat, Los Angeles Times, 11. August 2001

Treasurer of the United States mini|US-Finanzminister John Snow und US-Treasurer Rosario Marin (2003) Am 16. August 2001 legte Marin ihren Amtseid zum neuen Treasurer ab. Der US-Finanzminister Paul O’Neill leitete die Zeremonie. Marin wurde die ranghöchste Hispano-Amerikanerin in der Administration von US-Präsidenten George W. Bush und als solche vertrat sie diese gegenüber der hispanischen Gemeinschaft.

Zu ihren Aufgaben zählte die Aufsicht über das Bureau of Engraving and Printing und die United States Mint. Daneben war sie aber auch für die Organisierung der ersten finanziell weitreichenden Bildungsbestrebungen des Ministeriums verantwortlich. Darüber hinaus nahm sie an der neuen Partnership for Prosperity Programm zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko teil. Marin war dabei vorwiegend für die Ausbildung von jungen Leuten mit den Schwerpunkten Bildung und Aufrechterhaltung von Finanzstabilität zuständig. Ferner vertrat sie den US-Finanzminister John W. Snow in der President’s Advisory Commission on Educational Excellence for Hispanic Americans.