mini|hochkant|Franz Hitzel mini|Maria Hilfe der Christen mini|Reichenau Mittelzell mini|Reichenau Mittelzell, normannischer Dachstuhl von 1236 mini|Konstanzer Münster mini|Insel-Hotel Konstanz mini|Schlossbauten Meersburg mini|Kriegsgräberstätte Lerchenberg Franz Hitzel (* 22. April 1912 in Straßburg; † 23. April 1994 in Konstanz; vollständiger Name Franz Antonius Maria Hitzel) war ein deutscher Architekt und Baubeamter (als Regierungsbaudirektor Leiter des Staatlichen Hochbauamts Konstanz), ehrenamtlicher Denkmalpfleger, Hochschullehrer an der Fachhochschule Konstanz und Kommunalpolitiker der CDU.
Leben und Beruf Franz Hitzel wurde als Sohn des aus Bieber bei Offenbach stammenden Architekten und Leiters des Erzbischöflichen Bauamts Konstanz, Julius Hitzel, und dessen Frau Luise geb. Friedle in Straßburg geboren und kam als einjähriges Kind nach Konstanz.
Nach dem Abitur am humanistischen Heinrich-Suso-Gymnasium (1934),Abitur 1934. In: Heinrich-Suso-Gymnasium (Hrsg.): 400 Jahre Heinrich-Suso-Gymnasium Konstanz 1604–2004. Federsee-Verlag, Bad Buchau 2004, ISBN 3-925171-55-X, S. 344. sowie nach Baupraxis und Arbeitsdienst besuchte er von 1934 bis 1939 die Technische Hochschule München, wo er das Studium u. a. bei Hans DöllgastHans Döllgast. In: Winfried Nerdinger: Architekturschule München 1868–1993. München 1993, S. 205–207. mit dem akademischen Grad Diplom-Ingenieur abschloss. Nach einem Referendariat und Großer Staatsprüfung wurde er 1942 als Bauassessor von der Hochbauabteilung des Badischen Finanzministeriums übernommen. Während des Kriegs wurde Hitzel als Pionieroffizier und Chef einer Sturmbooteinheit ausschließlich an der Front in der Sowjetunion eingesetzt. Nach Kriegsende kehrte er aus britischer Kriegsgefangenschaft zurück.
Ab September 1945 leitete er für 32 Jahre das Staatliche Hochbauamt Konstanz. Während dieser Zeit galt es, Bauaufgaben unterschiedlicher Art zu bewältigen. Der umfangreiche Bezirk des Bauamts erstreckte sich seit der Gebietsreform 1973 vom westlichen Bodensee bis an die französische Grenze bei Basel und Müllheim.
An Neubauten entstanden: Das Gebäude für die Staatsanwaltschaft in KonstanzErweiterung Landgericht. In: Markus Löffelhardt: Konstanz Kreuzlingen. Architektur seit 1918. 2017, S. 224–225., das Arbeits- und Gesundheitsamt in Konstanz, einige Krankenbauten für das Psychiatrische Landeskrankenhaus Reichenau, das Finanz- und Gesundheitsamt in Überlingen, dann freiberuflich hoch über dem See zwischen Meersburg und Hagnau auf der Naturkanzel Lerchenberg die Ehrenstätte für Kriegsopfer und Vermisste,Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ehrenstätte Lerchenberg bei Meersburg/Bodensee. Faltblattvolksbund.de auf der Reichenau das katholische Familienerholungsheim, einige Villen und die „Glaskirche“ „Maria Hilfe der Christen“ in KonstanzFranz Hitzel: Maria Hilfe der Christen Konstanz. Stadler, Konstanz ohne Jahr.real.elixir.free.fr Katholische Kirche Maria Hilfe der Christen. In: Markus Löffelhardt: Konstanz Kreuzlingen. Architektur seit 1918. 2017, S. 62–63. mit Kunstwerken von Albert Birkle, Gisela Bär und Hans Günther Schmidt.
Für den Denkmalpfleger Hitzel bedeuteten Gestaltung, Generalsanierung und Forschung an Baudenkmalen eine Herausforderung. Dazu gehörten das Münster Reichenau (UNESCO-Weltkulturerbe), das Konstanzer Münster, das Münster Säckingen,St. Fridolinsmünster dann Neues Schloss, Reithof und Priesterseminar in Meersburg, die Kirchen in BonndorfHans Jakob Wörner: Katholische Pfarrkirche Bonndorf im Schwarzwald als Werk des 19. Jahrhunderts wiederhergestellt. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 5. Jahrgang 1976, Heft 4, S. 152–154. und Öhningenoehningen-tourismus.de neben evangelische Kirchen im Markgräflerland. Gleichzeitig wirkte Hitzel 25 Jahre in den Landkreisen Konstanz und Überlingen als ehrenamtlicher Denkmalpfleger. 1960 wurde er in den Denkmalrat des Regierungsbezirks Südbaden berufen.
Im Jahr 1946 gründete Hitzel zusammen mit Baurat Seilnacht den Fachbereich Architektur am Staatstechnikum Konstanz, aus dem 1971 die Fachhochschule Konstanz hervorging. Als Dozent übernahm er im folgenden Jahr einen Lehrauftrag für Baugeschichte und Denkmalpflege, den er bis 1987 (80 Semester lang) ausübte. Im Jahr 1978 ernannte ihn der Kultusminister zum Honorarprofessor.Regierungsbaudirektor a. D. Professor Franz Hitzel feierte seinen 80. Geburtstag. In: OFD-Nachrichten, Jahrgang 1992, Nr. 3, S. 22.Franz Hitzel: Einzigartig mein Bodensee. 1992, S. 179–185.
Franz Hitzel war Mitglied der Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen (Bund Neudeutschland) und des Unitas-Verbands.
Aus seiner Ehe mit Esther geb. Waidele gingen drei Töchter hervor. 1994 starb Franz Hitzel in Konstanz.
Politik Franz Hitzel gehörte von 1953 bis 1959 als Kreisverordneter für die CDU dem Kreistag des Landkreises Konstanz an.Gehrig: Organe des Landkreises Konstanz. Kreistag und Kreisrat. In: Götz: Amtsbezirke und Kreise im badischen Bodenseegebiet. 1971, S. 139. Sein Engagement galt vor allem der Denkmalpflege und dem Schutz der Bodenseelandschaft.Landschaft und Uferschutz. In: L. Lienert: Kreiskommunales Geschehen 1953–1959. Landkreis Konstanz, Bericht über die Tätigkeit der Kreisorgane. Konstanz, S. 99–101.Niederschrift über die außerordentliche Sitzung des Kreistags Konstanz am 20. September 1955 in Konstanz, S. 2, 3, Anlage 1: Franz Hitzel, Über den Schutz der Landschaft am BodenseeReinhaltung des Bodensees. In: K. Lienert: Kreiskommunales Geschehen 1953–1959. Landkreis Konstanz, Bericht über die Tätigkeit der Kreisorgane. Konstanz, S. 104–106.TOP 5 Reinhaltung des Bodensees. In: Niederschrift über die ordentliche zweitägige Sitzung des Kreistags Konstanz am Freitag, den 26. September 1958 in Radolfzell und Samstag, den 27. September 1958 in Konstanz, S. 15.
Von 1956 bis 1962 war er Stadtverordneter im Konstanzer Bürgerausschuss für die CDU und deren Sprecher.Die Stadtverordneten in den Jahren 1959–1971. In: CDU-Stadtverband Konstanz 1946–1986. 40 Jahre CDU Konstanz. S. 60.
Segelsport Erholung und Entspannung fand Franz Hitzel als Skilehrer.1936 wurde Franz Hitzel Konstanzer Skimeister und erhielt den „Goldenen Ski“; siehe: Bildbericht von den Konstanzer Skimeisterschaften am Käserruck bei Unterwasser. In: Deutsche Bodensee-Zeitung vom 11. März 1936, In: Clubnachrichten: 75 Jahre Ski-Club Konstanz, Heft 58, Oktober 2000, nach S. 36. in den Alpen oder im Sommer als erfolgreicher Regatta- und Fahrtensegler auf dem Bodensee. Bereits 1931–1934 war er 1. Vorsitzender des Schüler-Segel Club Konstanz. Dank seiner Initiative wurde am 7. Juli 1949 der Konstanzer Yacht-Club nach dem Zweiten Weltkrieg wieder gegründet. Von 1949 bis 1956 war Franz Hitzel Präsident des Konstanzer Yachtclubs.Konstanzer Yacht Club (Hrsg.): Hundert Jahre Konstanzer Yacht Club 1909–2009. 2009, S. 57, 142, 143, 199. Seine Verdienste sind die neue Yachthafenanlage 1953 und die Durchführung des Deutschen Seglertages 1954. Von 1968 bis 1970 war Hitzel Präsident des internationalen Bodensee-Segler-Verbands.Kommandowechsel beim Bodensee-Seglerverband. In: Südkurier, Nr. 262, S. 9, 13. November 1967. Wegweisend hat er den Verband auf die sich in den 1970er Jahren abzeichnenden Umschichtungen und Neuorientierung der Sportschifffahrt ausgerichtet.Professor Hitzel 75 Jahre alt. In: IBN, Heft 8/1987, S. 5. Die Anliegen des Natur- und Umweltschutzes erkannte er frühzeitig und setzte sich dafür ein. Besonders auch die Reinhaltung des Sees als Trinkwasserspeicher und die Erhaltung der Kulturlandschaft Bodensee lagen ihm auch als Ehrenpräsident weiterhin am Herzen.Franz Hitzel: Unser Bodensee und die mobile Gesellschaft. Rede bei der Hauptversammlung des internationalen Bodensee-Segler-Verbandes am 6. November 1976 in Lindau. In: 100 Jahre Konstanzer Yacht-Club e.V. S. 182–187.
Ehrungen 1952: Bundesverdienstkreuz am BandeDas Verdienstkreuz am Bande verliehen ... In: Großes Verdienstkreuz für Oberbürgermeister Knapp. In: Südkurier, 8. Januar 1952. 1974: Bundesverdienstkreuz 1. KlasseSüdkurier: Bundesverdienstkreuz Erster Klasse für Franz Hitzel. In: Südkurier, Nr. 256, S. 9, 5. November 1974. 1975: Komturkreuz des päpstlichen SilvesterordensUrkunde Paulus VI. Pont. Max., datum romae, apud s. petrum, die XXI decembris MCMLXXIV 1970: Ehrenpräsident des Bodensee-Segler-VerbandsIBN: Bodensee-Seglertag 1970. In: IBN, Heft 23, 1. Dezember 1970, S. 4. 1992: Ehrenmitglied des Konstanzer YachtclubsMit der Ehrenmitgliedschaft. In: Südkurier, Nr. 99, S. 26, April 1992.
Werk (Auswahl) Staatliches Hochbauamt
Bauliche Schwerpunkte im Rahmen der Tätigkeit beim Staatlichen Hochbauamt Konstanz:Konrad Finckh: Chronik des Staatlichen Hochbauamtes Konstanz. Band I. 1820–1967. Konstanz, 1967/1971, S. 48–63. Konstanz, Zollamt Emmishofer Tor (Ausgang), 1953. Konstanz, Neubau Arbeitsamt, 1953. Radolfzell, Neubau eines Versorgungsamtes, 1955. Reichenau, Bauliche und betriebstechnische Instandsetzungen im Psychiatrischen Landeskrankenhaus ab 1956, fortlaufende Maßnahme Konstanz, Zollamt Kreuzlinger Tor (Ausgang), 1958. Konstanz, Neubau eines Wasserwirtschafts- und Gesundheitsamtes, 1959. Konstanz, Zollamt Kreuzlinger Tor (Eingang), 1960. Insel Reichenau, Instandsetzung des Münsters, 1970. Konstanz, Instandsetzung des Münsters ab 1961, fortlaufende Maßnahme Meersburg, Instandsetzung des Neuen Schlosses, 1963. Reichenau, Psychiatrischen Landeskrankenhaus: Neubau eines Wirtschaftsgebäudes, 1965. Konstanz, Erweiterungsbau für das Landgericht und die Staatsanwaltschaft, 1965. Überlingen, Neubau eines Dienstgebäudes für das Finanzamt und Gesundheitsamt, 1966. Konstanz, Instandsetzung des Regierungsgebäudes, 1966. Konstanz, Umbau und Instandsetzungsmaßnahmen des Insel-Hotels, 1966. Meersburg, Umbau des ehemaligen Priesterseminars und des Reithofes für das Staatliche Aufbaugymnasium, 1967. Meersburg, Erstellung einer Turnhalle für das Staatliche Aufbaugymnasium, 1967. Reichenau, Neubau eines Aufnahme- und Behandlungsgebäudes im Psychiatrischen Landeskrankenhaus, 1968. Konstanz, Erweiterungsbau für die Staatliche Ingenieurschule, 1968. Öhningen, Instandsetzung Kath. Pfarrkirche St. Hippolyt und Verena, 1974, Säckingen, Instandsetzung Münster, 1975 Bonndorf, Instandsetzung Kath. Pfarrkirche, 1974 zahlreiche evangelischen Kirchen im MarkgräflerlandOberfinanzdirektion Freiburg: Regierungsbaudirektor a.D. Professor Franz Hitzel feierte seinen 80. Geburtstag. OFD-Nachrichten. 3/92, S. 22. kleinere, vom Amt ausgeführte Neubauvorhaben: Dienstgebäude für Zoll und Bundesgrenzschutz in Radolfzell, Gailingen-Brücke, Gailingen (Wohnhaus), Gailingen West, Neuhaus (6-Familien-Wohnung), Öhningen, Rielasingen, Ebringen, Konstanz Paradieser Tor (Eingang), Konstanz Paradieser Tor (Ausgang) Straßenmeisterdienstgehöfte und Bauhöfe in Radolfzell, Stockach, Konstanz, Engen, Singen, Pfullendorf Forstämter und Revierförsterhäuser in Heudorf, Engen, Liptingen, Hilzingen/Rielasingen, Ittendorf, Kaltbrunn, Oberschwandorf, Bankholzen Vermessungsamt in Radolfzell Gebäude Wasserschutzpolizei auf der Insel Reichenau
Denkmalpflege
Objekte im Rahmen der Tätigkeit als ehrenamtlicher Leiter der Staatlichen Stelle für Denkmalpflege und Heimatschutz in den Landkreisen Konstanz und Überlingen, sowie im Stadtkreis Konstanz. Auswahl aus ca. 1400 bearbeiteten Objekten in den Jahren 1949–1969Franz Hitzel: 20 Jahre Denkmalpflege in den Landkreisen Konstanz und Überlingen. In: Kultusministerium Baden-Württemberg (Hrsg.): Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg. April-Juni 1970, Jahrgang 13, Heft 2, Keller, Freiburg, 1970, , S. 38–56. Landkreis Konstanz: