mini|hochkant=1.2|St.-Oliver-Kirche im Winter (2003) Sankt Oliver war die katholische Kirche in Altenau, einem Ortsteil der Bergstadt Clausthal-Zellerfeld im Landkreis Goslar in Niedersachsen. Die nach dem heiligen Oliver Plunkett benannte Kirche gehörte als Filialkirche zur Pfarrgemeinde „St. Nikolaus“ mit Sitz in Clausthal-Zellerfeld, im Dekanat Nörten-Osterode des Bistums Hildesheim.
Geschichte Im 16. Jahrhundert wurde die Bevölkerung im Harz durch die Einführung der Reformation evangelisch-lutherisch.
Infolge des Zweiten Weltkriegs vergrößerte sich die Zahl der Katholiken im Harz durch den Zuzug von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten des Deutschen Reiches. Zunächst gehörten die Katholiken in Altenau zur Kirchengemeinde in Clausthal-Zellerfeld. Im Sommer fanden in Altenau katholische Gottesdienste in der alten Volksschule an der Marktstraße statt.Bischöfliches Generalvikariat Hildesheim (Hrsg.): Katholischer Gottesdienst in der Diözese Hildesheim. Hildesheim 1966, S. 22.
Von 1970 bis 1972 wurde auf dem Glockenberg, oberhalb des Stadtzentrums von Altenau, der „Ferienpark Glockenberg“ erbaut.Herzlich willkommen im Ferienpark Glockenberg in Altenau im Harz. Glockenberg.de, abgerufen am 11. Mai 2026. Am 27. Mai 1978 erfolgte am Westrand des Ferienparks die Grundsteinlegung für den Kirchenbau durch Generalvikar Adalbert Sendker (1912–1993), und am 27. Oktober 1979 folgte die Benediktion durch Bischof Heinrich Maria Janssen.http://wiki-bistumsgeschichte.de/wiki/index.php5?title=Spezial%3ASuche&search=Altenau&go=Seite Die Kirche war nach St. Oliver (Laatzen) (1975–77) und St. Oliver (Rhüden) (1976) die dritte und letzte Kirche im Bistum Hildesheim, die nach dem 1975 heiliggesprochenen Oliver Plunkett benannt wurde.
Seit dem 1. März 2004 gehörte die Kirche zum damals neu gegründeten Dekanat Nörten-Osterode, zuvor gehörte sie zum Dekanat Osterode.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Kirchlicher Anzeiger. Nr. 2/2004. Hildesheim 2004, S. 35 Der Kirchenvorstand beschloss Anfang 2024, die Kirche aufzugeben, da es in Altenau kein aktives katholisches Leben mehr gab. Am 16. Juni 2025 nahm Weihbischof Heinz-Günter Bongartz nach einer letzten Heiligen Messe die Profanierung der St.-Oliver-Kirche vor.Vera Wölk: Wehmut und Hoffnung beim letzten Gottesdienst in St. Oliver in Altenau. Dekanat Nörten-Osterode, 17. Juni 2025, abgerufen am 18. Juni 2025. Das Kirchengebäude wurde inzwischen verkauft.
Architektur und Ausstattung mini|St.-Oliver-Kirche (2016) Die in etwa 506 Meter Höhe über dem Meeresspiegel gelegene Kirche mit ihrem freistehenden Glockenturm wurde nach Plänen des Braunschweiger Architekten Wolfgang Tschirschwitz erbaut und stand auf dem Grundstück Stettiner Straße 5. Die drei Glocken (fis, 551 mm, 112 kg), (gis, 480 mm, 70 kg), (h", 447 mm, 64 kg) wurden 1978 von Petit & Gebr. Edelbrock gegossen und sind nach dem Heiligen Geist und den Heiligen Maria und Oliver bekannt.
Die Buntglasfenster wurden von Claus Kilian entworfen und von der Glasmalerei Wilhelm Derix IV. aus Taunusstein ausgeführt. Auch die Inneneinrichtung entwarf Kilian. Der Innenraum wird von einer Holzdecke abgeschlossen, der Tabernakel war in eine Wandnische eingelassen. Über dem Altar, der Reliquien der heiligen Donatus, Faustinus, Oliver und Romanus enthielt, war ein Hängekreuz angebracht. An den Seitenwänden hingen 14 Kreuzwegstationen, von Walter Mellmann aus Bronze gegossen. Eine 15., größere Station stellte die Auferstehung Jesu Christi dar. Ein Gemälde, Kopie eines Werkes aus der National Portrait Gallery (London), zeigte den heiligen Oliver. Zur Innenausstattung der Kirche gehörten auch eine zweimanualige Pfeifenorgel mit zehn Registern, die von Orgelbaumeister Blöß aus Oker erweitert wurde. Die Pietà wurde nach einem Original aus der Zeit um 1200 gefertigt, welches zu einer Kapelle in Salmdorf gehört. Vor einer weiteren Marienstatue, die einem niederrheinischen Original aus dem 17. Jahrhundert nachgebildet wurde, konnten Opferkerzen aufgestellt werden. Die Bänke boten 84 Besuchern Sitzplätze, für weitere Besucher waren Stühle aufgestellt.
Siehe auch Liste profanierter Kirchen im Bistum Hildesheim
Literatur Otto Nowak: Kath. Kirche ST. OLIVER. (Faltblatt) Willi Stoffers: Bistum Hildesheim heute. Hildesheim 1987, ISBN 3-87065-418-X, S. 114–115.
Weblinks
St. Oliver Altenau (ehemalige Filialkirche). Katholische Gemeinde St. Nikolaus Clausthal.
Einzelnachweise
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