Der Eisenbahnunfall von Shimoda (jap. , Tōhoku-sen ressha shōmen shōtotsu jiko) war ein Frontalzusammenstoß zweier Züge am 29. November 1916 nach einem Verstoß gegen die Sicherheitsvorschriften zwischen den beiden Bahnhöfen Shimoda () und Furumaki () Heute liegt zwischen den Bahnhöfen Shimoda und Furumaki noch der Bahnhof Mukaiyama () (heute: Mizawa ()) auf der Tōhoku-Hauptlinie (heute Aoimori-Linie (), ~ tetsudō-sen), Präfektur Aomori, in Japan. Mindestens 20 Menschen starben.

Ausgangslage Die Sicherung von Zugfahrten erfolgte auf der damals eingleisigen Strecke durch Token. Dabei darf nur der Lokomotivführer in einen Streckenabschnitt einfahren, der den Token als Fahrbefehl für den entsprechenden Streckenabschnitt in der Hand hält. Der Token bestand aus einer Scheibe, die der Fahrdienstleiter einem Gerät zu entnahm, das mit einem gleichartigen Gerät im Nachbarbahnhof verbunden war. Aus den zusammengeschlossenen Geräten konnte immer nur ein solcher Fahrbefehl entnommen werden. Anschließend blockierte es die Ausgabe weiterer Fahrbefehle so lange, bis der zuletzt ausgegebene Token wieder in eines der Geräte eingegeben war. Die beiden benachbarten Bahnhöfe Shimoda und Furumaki waren entsprechend verbunden und der zwischen ihnen liegende Streckenabschnitt in dieser Weise gesichert.

Gegenläufig von den beiden Bahnhöfen Shimoda und Furumaki beabsichtigten zwei Züge, ein Sonderzug des Militärs und ein Güterzug, abzufahren.

Unfallhergang Nach einem Missverständnis versuchte ein Mitarbeiter im Bahnhof Furumaki einen Fahrbefehl aus dem Sicherungsgerät zu nehmen. Er hatte keine Qualifikation, um in den Fahrbetrieb einzugreifen zu dürfen. Da in Shimoda bereits ein Fahrbefehl aus der Maschine entnommen worden war, konnte er in Furumaki keinen mehr entnehmen. Er ging davon aus, dass das Gerät defekt sei, öffnete es mit Gewalt, nahm einen Fahrbefehl heraus und übergab ihn dem Lokomotivführer des in seinem Bahnhof wartenden Zuges. Beide Züge setzten sich in Bewegung und trafen frontal auf freier Strecke aufeinander.

Folgen Mindestens 20 Menschen Nach anderer Quelle sollen es mindestens 39 Militärangehörige gewesen sein (日本の鉄道事故 (1949年以前)). starben, 180 weitere wurden verletzt.

Literatur Masao Saito: Japanese Railway Safety and Technology of the Day. In: Japan Railway and Transport Review 33 (Dezember 2002), S. 4–13 (7). (PDF-Datei; 2,41 MB)

Weblinks Foto von der Unfallstelle

Anmerkungen

Shimoda Shimoda Kategorie:Verkehr (Japanisches Kaiserreich) Kategorie:Verkehr (Präfektur Aomori) Kategorie:Geschichte (Präfektur Aomori) Kategorie:Tōhoku-Hauptlinie