mini|hochkant=1.5|Ansicht des Klosters Stephansfeld bzw. der Psychiatrischen Klinik, 1841
Stephansfeld ist ein Ortsteil der Stadt Brumath im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Es liegt rund zwei Kilometer südlich des Stadtkerns von Brumath und etwa 16 km nördlich von Straßburg.
Kloster Seit dem frühen 13. Jahrhundert bestand in Stephansfeld ein Kloster mit Hospital der Brüder vom Orden des Heiligen Geistes, das später sogar zum Provinzialat der gesamten oberdeutschen Ordensprovinz wurde. Dazu zählten die Heilig-Geist-Spitäler in Memmingen (1213), Stephansfeld (zwischen 1213 und 1216), Bern (1233), Neumarkt (1239), Wimpfen (1250), Rouffach (1270), Markgröningen (vor 1297) und Pforzheim (1323).Julien Nogues: L’Ordre hospitalier du Saint-Esprit. Exemple de la commanderie de Stephansfeld en Basse-Alsace de sa fondation (vers 1216) à sa sécularisation (1774). Strasbourg 2012, S. 1. (PDF) Es besaß auch Kirchenpatronate und Besitztümer in der benachbarten Pfalz, u. a. unterstand ihm zeitweise das Kloster Hertlingshausen mit seinem Besitz und die Pfarrkirche zu Quirnheim. Noch heute existiert in Stephansfeld die zugehörige, romanische Abteikirche. Kloster Stephansfeld, auch Steckenfeld, Steffelden, Steffelt oder Steßfeld genannt, soll zwischen 1213 und 1216 von Landgraf Sigebert VIII. von Werd gegründet worden sein. Das Vogteirecht des Klosters lag seit dem Spätmittelalter bei den Herren von Lichtenberg.Gisela Probst: Die Memoria der Herren von Lichtenberg in Neuweiler (Elsass). Adelphus-Teppiche, Hochgrab Ludwigs V. (gestorben 1471), Heiliges Grab (1478), Glasmalereien. Deutscher Verlag für Kunstwissenschaft, Berlin 2015. ISBN 978-3-87157-241-8, S. 29.
1532 starb im Kloster Stephansfeld der römisch-katholische Humanist Thomas Aucuparius. Dem Kloster war von Anfang an ein Waisenhaus angeschlossen, das noch bis 1821 bestand. Ab 1832 begann man mit dem Umbau der Anlage zu einer Psychiatrischen Klinik, die 1835 dort eröffnet wurde.
Provinzialmeister Als Meister von Stephansfeld und der oberdeutschen Ordensprovinz (alemannia superior) sind überliefert:Julien Nogues: L’Ordre hospitalier du Saint-Esprit. Exemple de la commanderie de Stephansfeld en Basse-Alsace de sa fondation (vers 1216) à sa sécularisation (1774). Strasbourg 2012, S. 5f. (PDF) 1220‐1236: Rudolf 1263: Heinrich 1276: Hiltwin 1278: Wilhelm 1281: Siegfried 1287‐1295: Walter 1327‐1328: Johann von Rumersheim 1329: Dietrich von Worms 1330‐1336: Johann von Straßburg 1347: Dietrich von Worms 1348‐1368: Conrad von Lauterburg 1383‐1390: Johann von Lauterburg 1394‐1403: Peter von Rufach 1403: Johann 1408‐1413: Peter dictus Förster (Peter von Rufach?) 1418‐1437: Wernher Nortwin von Rufach 1460: Johann Gleser (1461 Spitalmeister in Markgröningen)Klaus Militzer: Das Markgröninger Heilig-Geist-Spital im Mittelalter. Ein Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des 15. Jahrhunderts. Sigmaringen 1975, S. 115, (Digitalisat). 1462: Jost von Baden 1466‐1470: Johann Boff von Wetzlar 1478‐1482: Jacob Reck 1496‐1508: Rolin Kiesel 1509‐1513: Conrad Kleeberger 1514‐1523: Johann Muer 1524‐1544: Marx von Rufach 1546: Johann Brem 1547‐1559: Johann Fabri 1560‐1566: Johann Schweitzer 1574‐1582: Mathias Inssheimer 1594‐1601: Heinrich Großkopf 1601‐1606: Nikolaus Ritter 1607‐1617: Nikolaus Harsch 1617‐1630: Christoph Leo 1640: Martin Thoma 1664: Nicolas Ritter 1668: François Dangler 1682‐1688: Ambroise Biederman 1688‐1691: François Dangler 1692‐1702: Jean‐Etienne Grandvoynet 1702–1728: Georges‐Ignace Fretscher 1748–1774: François‐Antoine Vogel
Psychiatrische Klinik Stephansfeld ist heute Sitz einer Psychiatrischen Klinik, ein Teil des (EPSAN).Website des Etablissement Public de Santé Alsace Nord – EPSAN (in französischer Sprache) mit Plan der Anlage, abgerufen am 14. Februar 2016 Die „Irrenanstalt“ wurde als älteste derartige Klinik im Elsass 1835 gegründet.L'EPSAN - Notre histoire (die Geschichte in französischer Sprache), abgerufen am 14. Februar 2016Histoire de la Psychiatrie en France – Stephansfeld (Bas-Rhin) (in französischer Sprache), abgerufen am 2. Juli 2014 Zwischen 1871 und 1876 war Carl Pelman Leiter dieser Anstalt. Nach Pelman übernahm Karl Stark die Leitung.
Verkehr Stephansfeld liegt direkt an der alten Landstraße nach Straßburg (Route nationale 63 bzw. D 263).
Das Dorf liegt an der Bahnstrecke Paris–Strasbourg und hat einen eigenen Bahnhof (), gelegen zwischen Brumath und Vendenheim. Der Bahnhof wurde auf Antrag der psychiatrischen Klinik eingerichtet, um Familienbesuche der Patienten zu erleichtern. Der Abriss des Bahnhofsgebäudes wurde verhindert, weil es unter Denkmalschutz steht.Entnommen dem Artikel der französischen Wikipedia Gare de Stephansfeld, abgerufen am 2. Juli 2014
Literatur Julien Nogues: L’Ordre hospitalier du Saint-Esprit. Exemple de la commanderie de Stephansfeld en Basse-Alsace de sa fondation (vers 1216) à sa sécularisation (1774). Strasbourg 2012. (PDF)
Einzelnachweise
Weblinks Luftaufnahme der Klinik Stephansfeld
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