mini|Physische Karte Israel
Israels Flora und Fauna ist sehr vielfältig und wird durch Israels Lage zwischen Wüstengebieten und mediterranen Wäldern beeinflusst.
Flora Aus Israel werden 2630 Pflanzenarten (Stand: 1992) angegeben.Avinoam Danin (1992): Flora and vegetation of Israel and adjacent areas. Bocconea 3: 18-42. online Dies ist, bezogen auf die Größe des Landes, ein hoher Wert. 286 Arten sind gesetzlich geschütztA. Shmida, O. Fragman, R. Nathan, Z. Shamir, Y. Sapir (2002): The Red Plants of Israel: a proposal of updated and revised list of plant species protected by the law. Ecologia Mediterranea 28(1):55-64., vor allem attraktive Arten, die durch direktes Sammeln bedroht sind. Im Jahr 2003 galten 370 Arten als bestandsbedroht und wurden in eine Rote Liste aufgenommen. 34 Pflanzenarten sind seit 1965 im Land ausgestorben.Yuval Sapir, Avi Shmida, Ori Fragman (2003): Constructing Red Numbers for setting conservation priorities of endangered plant species: Israeli flora as a test case. Journal for Nature Conservation 11 (2): 91–107. doi:10.1078/1617-1381-00041 Die israelische Flora ist recht gut erforscht. Für die Bestimmung hilfreich sind die Analytical Flora von Avinoam DaninAnalytical Flora und Flora PalaestinaM. Zohary, N. Feinbrun-Dotan (editors): Flora Palaestina 2nd edition 2015. Mindestens 155 Arten gelten als Endemiten, die nirgendwo anders vorkommen.Avi Shmida (1984): Endemism in the flora of Israel. Botanisches Jahrbuch für Systematik 104 (4): 537-567. Dieser relativ geringe Wert geht auf die geringe Größe des Landes, in Verbindung mit jeweils hoher Ähnlichkeit zu den Nachbarländern, zurück.
Die Vegetation und Flora des Landes wird durch einen klimatischen Gradienten, in Verbindung mit dem Höhenprofil, bestimmt. An die Mittelmeerküste schließt im Norden des Landes die dicht besiedelte westgaliläische Küstenebene an, die durch mediterranes Klima mit relativ ergiebigem Winterregen (etwa 400 bis 800 mm Niederschlag, fast ausschließlich von Dezember bis Februar) gekennzeichnet ist und eine typische Mittelmeerflora beherbergt. Sie nimmt etwa ein Drittel der Landesfläche ein. Naturnähere Bereiche sind hier von Buschland (Phrygana, lokal batha genannt) oder Felsheiden gekennzeichnet. Dies sind die artenreichsten Bereiche des Landes. Die höchsten Erhebungen im Nordosten, der Hermon und die Golanhöhen, erhalten die höchsten Niederschläge, sie sind durch mediterranes Gebirgsklima (oromediterran) gekennzeichnet und besitzen trotz der geringen Ausdehnung eine eigene Flora, im Gipfelbereich mit Dornpolstervegetation. Südlich und östlich der Ebene, an den Westhängen des Judäischen Hügellands schließt sich mit der Schefelah eine mäßig aride Zone mit Steppenvegetation an, die im Süden, im nördlichen Negev, in eine Strauchsteppe übergeht. Die Osthänge des Hügellands sind trockener und tragen trockene Steppenvegetation. Der südliche Negev und der südliche Jordangraben mit dem Toten Meer sind noch trockener und durch echte Wüstenvegetation gekennzeichnet. Hier mischen sich weit verbreitete Arten der Sahara und der Arabischen Wüsten mit östlich verbreiteten irano-turanischen Arten, die über die syrischen Wüsten und den Iran ostwärts vorkommen. Eingelagerte Felsmassive sind artenreicher und beherbergen auch endemische Arten, im Sinai sind alle 28 endemischen Arten an Felsstandorte gebunden. Bodenfeuchte Stellen bilden Oasen mit einer eigenen Flora, die sich durch Arten mit Schwerpunktvorkommen im nördlichen Afrika (sahelische, oder sudanische, FlorenelementeA. Shmida, J. A. Aronson (1986): Sudanian Elements in the Flora of Israel. Annals of the Missouri Botanical Garden 73 (1): 1–28.) auszeichnen.
Die Gehölzvegetation des Landes wird von Kulturarten oder Aufforstungen von Forstbaumarten wie Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis) und Rotem Eukalyptus (Eucalyptus camaldulensis) dominiert. Von den Kulturarten sind Olivenbaum (Olea europaea) und Mandelbaum (Prunus dulcis) (und vermutlich auch Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera)) im Land einheimisch und könnten hier domestiziert worden sein. Durch die seit prähistorischen Zeiten dichte Besiedlung, den Einfluss des Weideviehs (vor allem der Ziegen) und die im Sommer oft verheerenden Brände ist die natürliche Vegetation vielerorts zu Relikten zusammengeschmolzen.
Selten, so im Schutzgebiet am Har Meron, gibt es noch Reste natürlicher Wälder oder Macchien. In den niederschlagsreicheren Gebieten im Norden bestehen sie aus der östlichen Kleinart der Kermes-Eiche (Quercus calliprinos), Quercus boissieri (syn. Quercus infectoria subsp. veneris, einer Eichenart oder Unterart aus dem Quercus infectoria-Aggregat) und Östlichem Erdbeerbaum (Arbutus andrachne), in anderen Regionen auch Echter Lorbeer (Laurus nobilis). In wärmeren Regionen bildet manchmal Quercus ithaburensis oder Atlantische Pistazie (Pistacia atlantica) aufgelockerte, parkartige Baumbestände. In trockeneren Regionen, die noch genügend Winterregen erhalten, sind Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) und Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), manchmal begleitet von wilden Olivenbäumen, die charakteristischen Arten, wobei echte Wälder nicht mehr existieren. In den trockeneren Wüsten- und Steppenregionen sind Bäume auf Oasen beschränkt. Die Steppen oder Zwergstrauchheiden können aber sehr artenreich sein, darunter attraktive Arten wie die endemische Iris haynei am Gilboa.Zev Naveh, Pua Kutiel, George M. Woodwell: Changes in the Mediterranean Vegetation of Israel in Response to Human Habitation and Land Use. In G.M. Woodwell (editor): The Earth in Transition, Patterns and Processes of Biotic Impoverishment. Cambridge University Press, 2010. ISBN 978-0-521-39818-3.
Fauna mini|Mesopotamischer Damhirsch im Wildpark Chai Bar Karmel mini|Der Wiedehopf, Nationalvogel Israels 2008
Durch seine Lage zwischen Wüstengebieten und mediterranen Wäldern hat Israel eine sehr reiche Tierwelt.
Säugetiere Jedoch sind zahlreiche Tiere vom Aussterben bedroht und Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts starben bereits der Syrische Braunbär (Ursus arctos syriacus), der Asiatische Gepard (Acinonyx jubatus venaticus), der Syrische Halbesel (Equus hemionus hemippus) und die Arabische Kropfgazelle (Gazella subguttorosa marica) in Israel aus. Der Asiatische Löwe (Panthera leo persica) und der Kaukasische Rothirsch (Cervus elaphus maral) starben im Frühmittelalter und das Flusspferd in der Eisenzeit in Israel aus. Einige Exemplare des seltenen Arabischen Leoparden (Panthera pardus nimr) gibt es noch in der Judäischen Wüste und im Negev. Unter den Großtieren halten konnte sich beispielsweise der Nubische Steinbock.
Es gibt 33 Arten von Fledermäusen, die mittlerweile geschützt sind.
In den Wüstengebieten der Avara und des Negev wurden Arabische Oryxantilopen und Persische Halbesel (Equus hemionus onager) wiederangesiedelt, die im Wildpark von Chai Bar Jotvata gezüchtet werden. Im Norden gibt es mit Chai Bar Karmel einen ähnlichen Wildpark, in dem die Arten der mediterranen Klimazonen wie Armenische Wildschafe (Ovis orientalis gmelini) und Mesopotamische Damhirsche (Dama dama mesopotamica) gezüchtet werden, letztere werden auch Persische Damhirsche genannt und kommen auch wieder in Freiheit in Nord-Israel vor, ebenfalls wieder angesiedelt wurde das Reh (Capreolus capreolus coxi).
Die Syrische Streifenhyäne (Hyaena hyaena syriaca), der Arabische Wolf (Canis lupus arabs), die beiden Unterarten der Edmigazelle, Palästina-Berggazelle (Gazella gazella gazella) und Akaziengazelle (Gazella gazella acaciae), die Dorkasgazelle (Gazella dorcas) und das Wildschwein (Sus scrofa) sind weitere in Israel lebende Säugetiere.
Vögel In Israel wurden bisher 538 Vogelarten beobachtetChecklist of the Birds of Israel, by Arnon Tsairi. israbirding.com, the Israeli Birding Website abgerufen am 12. März 2017. Viele Arten werden hier außerhalb der Brutzeiten als Zugvögel registriert, für die Israel, aufgrund der geographischen Lage, eine besondere Bedeutung besitztMartin Kraft: Israel — an Intercontinental Highway for Migrating Birds. In Dietrich Werner (editor): Biological Resources and Migration. Springer Verlag, 2004. ISBN 978-3-642-05989-6, Seite 229–237.. Als, aktuelle oder ehemalige, Brutvögel werden 227 Arten angegeben.Yoram Yom-Tov, Ohad Hatzofe, Eli Geffen (2012): Israel’s breeding avifauna: A century of dramatic change. Biological Conservation 147: 13–21. doi:10.1016/j.biocon.2012.01.005 Eine davon, der Arabische Strauß (Struthio camelus syriacus), ist eine weltweit ausgestorbene Unterart, die übrigen sind lokal ausgestorben. 16 der Brutvogelarten sind neozoische, invasive Arten, in der Regel aus den Tropen, darunter neben 7 Papageien der Hirtenmaina und die Glanzkrähe. Von den verbleibenden zeigten 84 einen negativen und 67 einen positiven Bestandestrend, die Vorkommen der übrigen waren mehr oder weniger unverändert. 13 Arten, vor allem Greifvögel (Falkenartige), aber auch der Gänsegeier, sind durch illegales Vergiften (meist durch Pestizideinsatz) und Bejagung im Bestand bedroht.
Ausgestorben ist der Bartgeier (Gypaetus barbatus), der Ohrengeier (Aegypius tracheliotus) und der Fischuhu (Ketupa zeylonensis).
Für den ausgestorbenen Arabischen Strauß wird seit April 2001Der Vogel Strauß soll in Israel wieder heimisch werden. Deutschlandradio.de vom 10. April 2001, abgerufen am 3. August 2018 versucht, den Nordafrikanischen Strauß (Struthio camelus camelus), eine nahe verwandte Unterart, anzusiedeln, dies scheiterte aber bisher.
Seit 2008 ist der Wiedehopf, hebräisch Duchifat, Nationalvogel von Israel.Satellit von Schülern im All In: Israelnetz.de, 21. April 2017, abgerufen am 28. September 2018.
Amphibien und Reptilien mini|Ein Kleinasiatische Feuersalamander (Salamandra infraimmaculata), fotografiert im Karmel-Gebirge im nördlichen Israel.
In Israel sind sieben Arten von Amphibien heimisch.Yehudah L. Werner (1996): Herpetofaunal survey of Israel (1950–1985) with comments on Sinai and Jordan and on zoogeographical heterogeneity. In Y. Yom-Tov & E. Tchernov (editors): The Zoogeography of Israel. Junk Publishers, Dordrecht, 1988. Seite 355–388.Sarig Gafny: Amphibians in Israel. in The Red Book: Vertebrates in Israel. Nature and Parks Authority, 2004 Weitere Arten wurden, mehr oder weniger beständig, vom Menschen eingeschleppt, darunter der Laubfrosch Hyla japonica, der bei seiner Entdeckung hier irrtümlich als neue Art gefeiert worden war.Ibrahim N. A. Salman, Michael Salsaa, Mazin B. Qumsiyeh (2014): Distribution and Cytogenetics of Amphibians from the Occupied Palestinian territories (West Bank of Jordan). Jordan Journal of Natural History 1: 116-130. Der in den Hula-Sümpfen lebende, erst 2011 wiederentdeckteRebecca Biton, Eli Geffen, Miguel Vences, Orly Cohen, Salvador Bailon, Rivka Rabinovich, Yoram Malka, Talya Oron, Renaud Boistel, Vlad Brumfeld, Sarig Gafny (2013): The rediscovered Hula painted frog is a living fossil. Nature Communications 4, Article number: 1959 doi:10.1038/ncomms2959 Israelische Scheibenzüngler (Latonia nigriventer), ein lebendes Fossil, ist die einzige endemische Art. Der Kleinasiatische Feuersalamander (Salamandra infraimmaculata) lebt in kleinen Populationen nur am Hermon. Weiter verbreitet sind nur die Kleinasiatische Wechselkröte (Bufotes viridis sitibundus) und der Levante-Wasserfrosch (Pelophylax bedriagae).