mini|Luftaufnahme St. Marien-Hospital Das St. Marien-Hospital Bonn ist eine Akutklinik in Bonn-Poppelsdorf. Direkt angegliedert ist das St.-Franziskus-Hospital im Ortsteil Bonn-Kessenich (auch das Klösterchen genannt), in welchem die Psychosomatische Abteilung und die Psychotherapie untergebracht sind. Als Akademisches Lehrkrankenhaus ist das St. Marien-Hospital auch der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn angeschlossen. (abgerufen am 7. Juli 2014)

Seit der Fusion mit dem St. Josef-Hospital Beuel (2013rundschau-online.de: GFO-Kliniken Bonn: Zwei Krankenhäuser fusionieren (abgerufen am 27. Juni 2014)) bildet es den linksrheinischen Teil der GFO Kliniken Bonn und firmiert seitdem als Betriebsstätte St. Marien. Der rechtsrheinische Teil der GFO Kliniken Bonn besteht in Bad Honnef als CURA Katholisches Krankenhaus im Siebengebirge (ehemals St.-Johannes-Krankenhaus).

Geschichte Die Franziskanerinnen von der ewigen Anbetung zu Olpe waren in Poppelsdorf bereits seit 1881 als Kindergärtnerinnen in der Bewahr- und Nähschule für Frauen tätig. Drei Jahre später übernahmen sie auch die Leitung der dortigen Kleinkinderschule, nachdem die Oberin Angela Uthmann mit dem damaligen Bürgermeister Wilhelm Bennauer (1837–1918)Wolfgang Alt et al.: Die Reihe Archivbilder. Bonn-Poppelsdorf, Sutton Verlag, Erfurt 2005 (S. 127) dafür einen Vertrag über den jährlichen Betrag von 600 Mark abgeschlossen hatte. Bedürftige Poppelsdorfer Familien wurden von ihnen unentgeltlich gepflegt.Festschrift Poppelsdorfer Chronik 1904–2004, S. 90 Der davon stark beeindruckte evangelische Rentner Rudolf Jung schenkte dem Orden daraufhin das Grundstück am Venusberghang nebst einem sog. Baupfennig von 6000 Mark. So konnte 1890 mit dem Bau des St. Marien-Hospitals begonnen werden, dessen feierliche Eröffnung am 25. März 1892 stattfand. Die beiden Seitenflügel wurden 1896 angebaut, der große St. Antonius-Flügel kam 1904 hinzu.Flyer der Krankenhausverwaltung: Geschichte des Marien-Hospitals

Nach Plänen des Architekten August Scheidgen entstand 1916 die westlich hinter dem Hauptgebäude befindliche neogotische Kapelle des Krankenhauses. Zu diesem Zeitpunkt diente das Marienhospital bereits im zweiten Jahr als Kriegslazarett des Ersten Weltkriegs.Festschrift Poppelsdorfer Chronik 1904–2004, S. 15 ff. Als solches wurde es nach Kriegsende ab 1918 von kanadischen und britischenHorst-Pierre Bothien: Bonn sur-le-Rhin: Die Besatzungszeit 1918–1926 (=StadtMuseum Bonn: Forum Geschichte, Nr. 14). morisel Verlag, München 2018, ISBN 978-3-943915-34-1, S. 34, 94. sowie ab 1920 von französischen Besatzungstruppen genutzt. Letztere räumten das Krankenhaus im Januar 1926. Bereits im darauffolgenden Februar wurden Umbauten und Erweiterungen des Gebäudekomplexes in Auftrag gegeben, die wiederum Scheidgen ausführte. Nach Abschluss der Bauarbeiten wurde das Krankenhaus am 10. Juni 1927 feierlich wiedereröffnet.Helmut Scheidgen: Eine rheinische Architektenfamilie. Rheinbrohl-Königswinter-Bonn. 1822–1977. Bouvier Verlag, Bonn 2007, ISBN 978-3-416-03129-5, S. 65/66.

Die heute vorhandenen Kirchenfenster der Kapelle 1900 und 1920er wurden zwischen 1965 und 1973 nach Entwürfen von Franz Pauli ergänzt.

mini|Die Lourdes-Grotte des Marienhospitals 1927 wurde auch eine Lourdes-Grotte aus Eifeler Vulkangestein in die Grünanlagen vor der Klinik versetzt, die bereits 1914 auf dem Gelände angelegt worden war.entnommen aus dem Text auf der Erklärungstafel vor der Grotte Seit 1983 werden dort die jährlichen Maiandachten abgehalten.General-Anzeiger vom 8. Mai 2004: Die Mariengrotte ist ein Ort der Ruhe und Beschaulichkeit (abgerufen am 30. Juni 2014)

Die Franziskanerinnen resümierten bereits zum hundertjährigen Jubiläum 1984Wolfgang Alt et al.: Poppelsdorf – Chronik 1904–2004. Festschrift „100 Jahre Ortsteil von Bonn“, herausgegeben vom Förderverein Poppelsdorfer Geschichte e.V., dass ihr Orden der größte Träger von Krankenhäusern neben der Universität in Bonn ist. Seitdem das Marienhospital 1990 zu einem modernen Geburtshilfe-Zentrum ausgebaut wurde, war es auch das erste Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen, in dem Geburtshilfe und Neugeborenenheilkunde unter einem Dach zusammengefasst sind.

Medizinische Schwerpunkte In den Fachabteilungen des Krankenhauses wurden im Jahr 2021 über 17.500 Patienten stationär behandelt, die Zahl der ambulanten Patientenkontakte liegt bei knapp 39.000.

Fachabteilungen Quelle: () Allgemein- & Viszeralchirurgie Anästhesie Gastroenterologie/Innere Medizin Geburtshilfe Gefäß- & Endovaskulärchirurgie Gynäkologie Hals-Nasen-Ohrenheilkunde Innere Medizin Intensivmedizin Kardiologie Kinder- und Jugendmedizin Lungenklinik Radiologie Schmerzmedizin Zentrale Notaufnahme

Zentren Brustzentrum Darmzentrum: Marien Hospital Gynäkologisches Krebszentrum Hernienchirurgie Lungenkrebszentrum Minimalinvasive Chirurgie Perinatalzentrum Schilddrüsenzentrum Siehe auch Liste von GFO-Kliniken Cura Krankenhaus St. Josef Hospital Beuel

Literatur Bernhard Berzheim: Venusberg – Der Balkon von Bonn. Geschichte eines Stadtteils, Stadt Bonn Stadtarchiv, 2001, ISBN 3-922832-31-8 marie|mag, das Magazin des St. Marien-Hospitals Bonn marie|fant, die Zeitschrift des Vereins zur Förderung des St. Marien-Hospitals e.V. Wolfgang Alt et al.: Die Reihe Archivbilder: Bonn-Poppelsdorf, Sutton Verlag, Erfurt 2005, ISBN 3-89702-880-8 (S. 57–90)

Weblinks

Medizinische Fachabteilungen der GFO Kliniken Bonn Informationen zum Krankenhaus im Deutschen Krankenhaus Verzeichnis

Einzelnachweise

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