Richard Georg (* 16. Oktober 1862 als Georg Joseph in Glogau, Provinz Schlesien; † 20. November 1921 in Berlin) war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler.
Leben Der geborene Georg Joseph war Sohn der jüdischen Eheleute Julius Joseph und Johanna Hirschfeld. Sein Vater war Fleischermeister. Nachdem er zunächst als Kaufmann gearbeitet hatte, betrat Georg Joseph als Richard Georg am 20. Mai 1885 am Sommertheater in Liegnitz unter der Regie von Oskar Will zum ersten Mal die Bühne. Es folgten Engagements in Görlitz und Putbus sowie Potsdam. Eine weitere Station war Elberfeld, bevor er in Berlin am Residenztheater, am Wallnertheater und am Centraltheater spielte.
1892 ging er mit Emil Thomas auf Tournee in die Vereinigten Staaten, die ihn nach New York City, Chicago, Milwaukee, Indianapolis und Cleveland führte. Zurückgekehrt spielte er in Berlin am Schillertheater, am Neuen Theater und erneut am Residenztheater. Sein Rollenfach war zunächst das des Bonvivants und des jugendlichen Komikers, danach verlegte er sich auf das charakterkomische Fach. Dieses Rollenfach spielte er dann auch in seinen Filmen, beispielsweise Papa Schlaumeyer oder Das Kriegssofa.
Richard Georg war von 1885 bis zur Scheidung 1895 mit der Schauspielerin Klara SteinKreisarchiv Ostprignitz-Ruppin, Heiratsregister Standesamt Neuruppin, Nr. 71/1885 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig) und von 1899 bis zu seinem Tod mit Lilly FlohrLandesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin III, Nr. 524/1899 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig) verheiratet. Er starb 1921 im Städtischen Krankenhaus Wilmersdorf in Berlin.Landesarchiv Berlin, Sterberegister Standesamt Berlin-Wilmersdorf, Nr. 1024/1921 (online auf Ancestry.com, kostenpflichtig)
Seine Tochter war die Schauspielerin und Sängerin Rita Georg (1900–1973), der Sohn Heinz (1902–1945) arbeitete als Schauspieler und Maler.Standesamt Berlin-Tempelhof, Sterbeurkunde Nr. 1030 vom 4. Mai 1945
Filmografie 1913: Mein Leopold 1914: Das Kriegssofa 1915: Papa Schlaumeyer 1915: Das Spürnäschen 1915: Fräulein Hochgemuth 1916: Die Wäscher-Resl 1919: Manon. Das hohe Lied der Liebe 1919: Sie können bei mir schlafen 1919: Alfreds Techtelmechtel 1919: Wenn Männer streiken 1919: Der Glücksschmied 1919: Der Bastard 1919: Die Angelfreunde 1920: Das Gasthaus von Chicago 1920: Das Gefängnis auf dem Meeresgrunde 1920: Das fliegende Auto 1920: Die Tänzerin von Tanagra 1920: Ihr tollster Trick 1920: S. M. der Reisende 1920: Der Mann in der Falle 1920: Der Silhouettenschneider 1920: Taschendiebe 1921: Die Ehe der Hedda Olsen oder: Die brennende Akrobatin 1921: Der lebende Propeller 1921: Aus den Memoiren einer Filmschauspielerin 1921: Landstraße und Großstadt 1921: Betrüger des Volkes 1921: Filmbanditen 1921: Aus den Tiefen der Großstadt 1921: Monte Carlo 1921: Der Perlenmacher von Madrid 1923: Die Bestien des alten Rom
Literatur Ludwig Eisenberg: Großes biographisches Lexikon der deutschen Bühne im 19. Jahrhundert. List, Leipzig 1903, S. 317.
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Einzelnachweise
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