mini|Gasshō einer Bodhisattva-Figur Gasshō (jap. ) bezeichnet im japanischen Buddhismus eine grundlegende Grußgeste (Mudra).
Wortbedeutung Gasshō bedeutet wörtlich „zusammengefügte Handflächen“ und ist die japanische Übersetzung des Sanskrit-Begriffs añjali [mudrā], was wiederum die Geste aus der indischen Begrüßung Namaste ist, die sich auch in anderen Ländern findet, z. B. als Wai in Thailand oder Sampeah in Kambodscha, Nepal, Bhutan, Burma, Thailand, Laos, Indonesien und Malaysia.
Ausführung Die Handinnenflächen werden vor der Brust zusammengebracht. Die Finger sind parallel, gerade und berühren sich. Die Fingerspitzen zeigen nach oben. Nachdem der Blick auf die Fingerspitzen gerichtet ist, erfolgt eine leichte Verneigung, mit maximal 45°.
Bedeutung Die Geste besitzt eine doppelte Symbolik. Einerseits ist in Indien die rechte Hand die saubere und die linke die schmutzige, so dass das Zusammenfügen eine Aufhebung der Gegensätze andeutet. Anderseits steht im Buddhismus die rechte Hand für Buddha selbst und die linke für alle Lebewesen, so dass durch das Berühren beide miteinander vereint werden und damit den Eintritt in das Nirwana andeutet.
Gasshō wird im Zen beim Betreten der Zendō (Zen-Halle), vor dem Zazen und je nach Zenlinie auch bei anderen Ritualen praktiziert und signalisiert zusätzlich den Respekt vor der Übung.
In der Edo-Zeit entwickelte sich in der Region Shirakawa und Gokayama ein Architekturstil (zukuri), der sich durch sehr steile Dächer auszeichnet und nach der Geste als gasshō-zukuri () bezeichnet wird. Im Sumō gibt es wiederum eine gasshō-hineri () genannte Technik.
Siehe auch
Zen-Glossar, erläutert die im Zen-Buddhismus wichtige wechselseitige Abhängigkeit der Begriffe
Weblinks Gassho auf buddhaweg.de Gasshō im Soto-Zen von Meister Olivier Wang-Genh (Video 2 Min., französisch mit deutschem Untertitel)
Einzelnachweise
Kategorie:Buddhismus in Japan Kategorie:Grußhandlung Kategorie:Geste