mini|Strecke bei Kilometer 70,9 nach dem Bahnhof Larva in Cabra del Santo Cristo

Die Bahnstrecke Linares-Baeza–Almería (Streckennummer 410sede.fomento.gob.es: ) ist eine spanische Eisenbahnstrecke, die durch die Provinzen Jaén, Granada und Almería verläuft und in der autonomen Region Andalusien im Süden von Spanien im Hafen von Almería endet. An einem Gleisdreieck am Bahnhof Móreda zweigt die Adif-Strecke 416 nach Granada ab. Bis zur Stilllegung 1985 bestand zusätzlich eine im Bahnhof Guadix abzweigende Strecke nach Almendricos bei Lorca als Teil der Gesamtstrecke Murcia–Granada.

Geschichte Die Strecke in iberischer Breitspur (1668 mm) ist eingleisig und bis auf den in der Vergangenheit für den Eisenerztransport von den Minas del Marquesado genutzten Endabschnitt Huéneja-Dólar–Almería nicht elektrifiziert, ihre Länge beträgt rund 251 Kilometer. Sie zweigt im Bahnhof Linares-Baeza von der in diesem Abschnitt ebenfalls eingleisigen Strecke Alcázar de San Juán–Cádiz ab und führt durch dünn besiedeltes Gebiet in südöstlicher Richtung. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte die Strecke durch die Anbindung des Hafens Almería für die spanische Eisenerz- und Stahlindustrie eine große Bedeutung. Die Ausrichtung auf den Montanverkehr war eine Ursache für die siedlungsferne Trassierung, die Städte wie Baeza, Úbeda und Jódar nicht berührt. Für die Erzverladung entstanden zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts die Seebrücken Cable Inglés und Cable Francés im Hafen von Almería. Die Strecke war für Güterzüge mit einer Länge von 450 Metern zugelassen. Wegen dieses Montanverkehrs wurden schon 1911 die ersten Abschnitte mit Dreiphasenwechselspannung und zweipoliger Fahrleitung elektrifiziert.

Einen ersten Bedeutungsverlust der Strecke brachte die Stilllegung des Abschnittes Almendricos–Guadix im Jahr 1985. Damit entstand im spanischen Eisenbahnnetz an der Mittlemeerküste eine empfindliche Lücke zwischen der Comunidad Valenciana und Andalusien. Fahrten zwischen beiden Regionen erfordern einen Umweg über Alcázar de San Juan und berühren die Strecke Linares-Baeza–Almería nicht mehr.

Die Eisenerztransporte endeten 1996 mit der Schließung der Bergwerke. Die erst 1989 errichtete Fahrleitung ist seitdem ungenutzt. Der Westkopf des Bahnhofs Almería mit dem Anschluss der Schiffsbeladeanlage Cable Inglés wurden 2014 abgebaut. Damit wurde dieser Bahnhof zu einem echten Kopfbahnhof. Der Bau des Abschnittes Murcia–Almería der Schnellfahrstrecke Madrid–Levante, mit dem die Netzlücke wieder geschlossen wird, erforderte weitere Anpassungen. 2024 mussten die Bahnsteiggleise in Almería um etwa 200 m verkürzt werden, weil auf dem Gelände vor dem Empfangsgebäude ein provisorischer Busbahnhof angelegt werden musste. 2025 wurde der Reiseverkehr für die Schaffung der Baufreiheit bis zum Bahnhof Huércal-Viator zurückgezogen. Die bisherigen Anlagen des Bahnhofs Almería einschließlich des erst um 2000 errichteten Busbahnhofes wurden beseitigt.

Heute verkehren auf der Strecke Gliederzüge vom Typ Talgo, die auch spurwechselfähig sind und Madrid-Chamartín mit Almería verbinden. Die Strecke wird vom Administrador de Infraestructuras Ferroviarias (Adif) betrieben. Im Regionalverkehr besteht je eine mit zwei Zugpaaren pro Tag bediente Linie zwischen Linares-Baeza und Granada sowie Almería. Eingesetzt werden Dieseltriebzüge der Renfe-Baureihe 599. Die Strecke ist mit dem spanischen Zugbeeinflussungssystem ASFA ausgerüstet.

Einzelnachweise

Weblinks

Kategorie:Bahnstrecke in Spanien Kategorie:Spurweite 1668 mm Kategorie:Verkehr (Andalusien)