Exynos ist der Name für eine System-on-a-Chip-Familie, deren Mikroprozessorkomponente auf der ARM-Architektur basiert. Sie wurde von Samsung für den Einsatz in Smartphones und ähnlichen mobilen Computern entwickelt.
Geschichte Im Jahr 2010 startete Samsung die Exynos-Serie mit dem Hummingbird S5PC110 (jetzt Exynos 3 Single), den es in seinem Galaxy S verbaute.
Anfang 2011 folgte der Samsung Exynos 4210, der als SoC im Galaxy S II verbaut wurde. Der Treiber-Code für den Exynos 4210 wurde der Linux-Entwicklung zur Verfügung gestellt und mit Version 3.2 im November 2011 in den Linux-Kernel integriert.
Am 29. September 2011 führte Samsung den Exynos 4212 als Nachfolger des 4210 ein. Er verfügt über eine höhere Taktfrequenz und wurde mit „50 Prozent mehr 3D-Grafikleistung gegenüber der vorherigen Prozessorgeneration“ beworben.
Am 30. Dezember 2011 veröffentlichte Samsung Informationen über sein bevorstehendes SoC-Modell mit einer Arm-Cortex-A15-CPU zunächst unter dem Namen Exynos 5250. Dieser SoC verfügt über eine Speicherschnittstelle, die 12,8 GB/s Speicherbandbreite, Unterstützung für USB 3.0 und SATA 3 bietet.
Am 26. April 2012 brachte Samsung den Exynos 4 Quad für das Galaxy S III und das Galaxy Note II heraus. Der Exynos 4 Quad-SoC benötigt 20 % weniger Energie als der SoC im Samsung Galaxy SII. 2012 änderte Samsung auch den Namen mehrerer SoCs: Exynos 3110 zu Exynos 3 Single, Exynos 4210 zu Exynos 4 Dual 45 nm, Exynos 4212 zu Exynos 4 Dual 32 nm und Exynos 5250 zu Exynos 5 Dual und Exynos 4 Dual 32 nm.
Der im Jahr 2017 eingeführte Exynos Prozessor ist der Mehrkernprozessor (8-Kern) Exynos 8895. Dieser wird im 10nm-Verfahren produziert. Er taktet mit maximal 2,3 GHz. Der neue Prozessor ist leistungsfähiger und gleichzeitig stromsparender als der Vorgänger. Der Exynos 8895 ist im Samsung Galaxy S8 und S8+ sowie im Samsung Galaxy Note 8 verbaut.
Nach Gerüchten wollte Samsung Anfang November 2019 die Produktion der Exynos-Chips stoppen, da sie gegenüber den im US-Markt verwendeten Qualcomm Snapdragon Chips deutlich schlechter abschnitten. Im Juni 2021 warb Samsung mehrere Chipentwickler bei AMD und Apple ab, um ein neues Architektur-Team („task force“) zu erstellen.
Im Januar 2022 stellte Samsung den Exynos 2200 vor und setzte 2022 erstmals auf den erneuerten CPU-Befehlssatz ARMv9-A mit einem Verbund aus drei unterschiedlichen Kerntypen: ein besonders schneller Cortex-X2, drei Cortex-A710 als zusätzliche Performance-Kerne und vier effiziente Cortex-A510. Auf die gleiche Konfiguration setzt Qualcomm beim Snapdragon 8 Gen 1 und MediaTek beim Dimensity 9000. Mit dem Qualcomm-Modell teilt sich Samsung auch die hauseigene Fertigungstechnik mit 4-Nanometer-Strukturen. MediaTek setzt hingegen auf TSMCs 4-nm-Prozess. Größte Neuerung beim Exynos 2200 ist die ungewöhnliche Grafikeinheit, deren RDNA-2-Architektur Samsung von AMD lizenziert hat. Bisher kam diese ausschließlich bei den Grafikkarten der AMD-Radeon-RX-6000-Serie und den SoCs der Playstation 5 sowie Xbox Series X und S zum Einsatz.
Für die Jahre 2023 bis 2024 sollte es keine weiteren Exynos-Versionen geben; die neue Task-Force „Dream Platform One Team“ sollte mit zunächst 1.000 Mitarbeitern bis zum Jahr 2025 High-End-Chips entwickeln, welche die Leistung der Qualcomm- und Apple-SoCs erreichen sollen.Andreas Floemer: Aus für Exynos? Samsung will mit neuer Chip-Task-Force Apple bis 2025 Paroli bieten. Meldung bei t3n.de vom 24. Mai 2022, abgerufen am 14. November 2022.
Im Q1 2026 veröffentlichte Samsung den Exynos 2600, der in Samsungs 2nm SF2 Fertigung produziert wird. Der Chip kommt außerhalb China und USA in Samsungs Top Modellen Galaxy S26 und S26+ zum Einsatz. Der Exynos 2600 bricht mit bisherigen Traditionen, da kein integriertes Modem verbaut ist. Stattdessen nutzt Samsung ein separates, externes Exynos 5410 Modem.
Modellliste Die Exynos-SoCs wurden bis zum Exynos 7 aus fertigen Modulen (sogenannte IP-Cores) von ARM – aus Cortex-A-Kernen sowie Mali-GPU-Bausteinen – aufgebaut und dann bei Samsung gefertigt. Ab Exynos 8 kommen im High-End Bereich CPU-Kerne zum Einsatz, die von Samsung selbst entworfen wurden. Die SoCs werden vor allem in eigenen Produkten eingesetzt, vereinzelt aber auch an andere Marken (z. B. Meizu oder Motorola) verkauft. Ab 2020 führte Samsung eine neue Reihe von Exynos-SoCs mit niedrigeren Modellnummern (Exynos 2000 Serie) als in der Vergangenheit ein.