Der Limburg-Preis ist ein deutscher Literaturpreis, den die pfälzische Kreisstadt Bad Dürkheim vergibt. Er befasst sich mit dem literarischen Genre der Prosa und zählt neben dem Georg-K.-Glaser-Preis, dem Martha-Saalfeld-Förderpreis und dem Pfalzpreis für Literatur zu den bedeutendsten literarischen Auszeichnungen des Landes Rheinland-Pfalz.
Überblick Der Wettbewerb zum Limburg-Preis findet seit 1991 alle drei Jahre statt und wird im Auftrag der Stadt vom Kunstverein Bad Dürkheim ausgerichtet. Der Preis wurde benannt nach der über der Stadt gelegenen Klosterruine Limburg, weil die Mönche des aus einer Burg hervorgegangenen Klosters im Mittelalter vor allem die Literaturwissenschaften pflegten. 2009 reichten 667 Autoren ihre Beiträge ein.Die Rheinpfalz, Ausgabe Bad Dürkheim, 24. August 2011
Ausschreibung und Dotierung Teilnahmeberechtigt ist nach den Ausschreibungsregeln jeder Autor bis maximal 40 Jahre, der mindestens eine selbstständige belletristische Buchveröffentlichung (nicht im Selbstverlag) oder einen Prosabeitrag in einer Zeitschrift bzw. Anthologie aufzuweisen hat. Er kann einen bisher unveröffentlichten Prosatext (Erzählung im engeren Sinn) in deutscher Sprache einreichen. Eine thematische Vorgabe gibt es nicht.
Der Jury gehören aktuell der Vorsitzende Markus Orths (Autor, Preisträger des Jahres 2003), Katrin Tempel (Autorin) und Steffen Boiselle (Verleger) an. Der Einsendezeitraum liegt im ersten Halbjahr des Ausschreibungsjahres, die Preisverleihung findet im darauffolgenden Sommer im Refektorium der Klosterruine Limburg der Stadt Bad Dürkheim statt.
Die Gewinner des Wettbewerbes erhalten Geldpreise. Vergeben wurden bis 2003 drei Preise, ab der Ausschreibung 2006 wurde auf den 2. und den 3. Preis verzichtet. Dafür können Beiträge, welche die Endausscheidung erreicht haben, mit dem Prädikat „hervorragend“ ausgezeichnet werden, ohne dass damit ein Geldpreis verbunden ist. In der Zeit zwischen 2000 und 2006 gab es zusätzlich einen Förderpreis, den die Ludwigshafener Tageszeitung Die Rheinpfalz gestiftet hatte.
Die Dotierung der Preise entwickelte sich im Laufe der Zeit folgendermaßen:
Preise bis 2001 nur 2003 nur 2006 seit 2009 Hauptpreis 3000 DM 1500 € 2500 € 4000 € 2. Preis 2000 DM 1000 € 3. Preis 1500 DM 750 € Förderpreis 500 DM 250 € 750 €
Preisträger 1991 Hauptpreis: Dieter Henkel für Über zwei Kontinente 2. Preis: Gabriele Weingartner, damals St. Martin, für Über die Kunst, beim U-Bahn-Fahren nicht zu sterben 3. Preis: Michael Rumpf, Grünstadt, für Sinterungen 1994 Hauptpreis: Markus Kemminer für Die Vögel 2. Preis: Susanne Faschon, Jakobsweiler, für Himmel und Hölle 3. Preis: Klaus Wiegerling für Der zweite Mann 1997 Hauptpreis: Claudia Diemar für Nach-Lauf 2. Preis: Sabine Kornbichler für Lillys Antwort 3. Preis: Verena Mahlow für Mein Schweigen 2000 Hauptpreis: Nils Mohl, Hamburg, für Von den Elefanten sprechen wir später 2. Preis: Stefan Monhardt für Die Geschichte mit dem Fleisch 3. Preis: Markus Ramseier, Pratteln (Schweiz), für Unter der Haut Förderpreis: Martin von Arndt, Markgröningen, für Findung 2003 Hauptpreis: Markus Orths, Karlsruhe, für Kleinewelt 2. Preis: Susanne Heinrich, Leipzig, für Other people turn around an laugh at you 3. Preis: Carina Nekolny, Wien, für Der Pullover Förderpreis: Franziska Gerstenberg, Leipzig, für Glückskekse 2006 Hauptpreis: Simon Urban, Hagen, für Gelobtes Land Förderpreis: Johanna Hemkentokrax, Leipzig, für Schlangenbach Einstufung „hervorragend“ für die Beiträge von Philip Meinhold, Berlin Antje Telgenbüscher, Paderborn Birgit Schwaner, Wien Dorothee Trachternach, Hildesheim Waltraud Bondiek, Radebeul Birgit van der Leeden, Neustadt (Holstein) Claudia Rußwurm, Allensbach Emma Braslavsky, Berlin 2009 Hauptpreis: Silke Andrea Schuemmer für Betrifft: Zweite Rate In die Endauswahl kamen außerdem Hans van Ooyen und Elke Heinemann. 2012 Hauptpreis: Janna Steenfatt für Lumi heißt Schnee 2015 Hauptpreis: Florian Wacker für Die Springerin 2019 Hauptpreis: Martin Peichl für Herzkörper Einstufung „hervorragend“ für die Beiträge von Marie T. Martin, Freiburg Tilman Hoffer, Zürich Sophia Fritz, München Yannic Han Biao Federer, Köln Edda Reimann, Berlin Philipp Brotz, Freiburg Erik Wunderlich, Freiburg 2022 Hauptpreis: Katherina Braschel für Das vierte Jahr
2025 Hauptpreis: David Emling für Die Festung
Weblinks Stadt Bad Dürkheim: Limburg-Preis Kunstverein Bad Dürkheim (Menüpunkt Literatur)
Einzelnachweise
Kategorie:Literaturpreis (Rheinland-Pfalz) Kategorie:Bad Dürkheim Kategorie:Kultur (Pfalz) Kategorie:Erstverleihung 1991