Gruschewka (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman. Gruschewka befindet sich allerdings etwa zwei Kilometer südlich der Ortsstelle Groß Perbangen, welche verlassen ist.
Geographische Lage Gruschewka liegt ein Kilometer südlich der Nagornaja (deutsch: Almonis), etwa 20 Kilometer südöstlich der Rajonstadt Neman. Durch den Ort verläuft die Regionalstraße 27A-033 (ex A198, einstige deutsche Reichsstraße 132). Bis 1945 war Kraupischken/Breitenstein die nächste Bahnstation an den Endpunkten der Bahnstrecken von Ragnit sowie von Insterburg, die von den Insterburger Kleinbahnen betrieben wurden.
Geschichte Groß Perbangen bestand vor 1945 aus ein paar kleinen Höfen und Gehöften.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Groß Perbangen Am 15. April 1874 wurde der Ort Amtssitz und namensgebend für den neu errichteten Amtsbezirk PerbangenRolf Jehke, Amtsbezirk Perbangen, der bis 1945 bestand. Er gehörte bis 1922 zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.
In Groß Perbangen waren im Jahre 1910 104 Einwohner registriert. Ihre Zahl verringerte sich 1933 und auch 1939 auf 84.
Im Jahre 1945 kam Groß Perbangen mit dem gesamten nördlichen Ostpreußen in Kriegsfolge zur Sowjetunion. Hier erhielt das Dorf 1947 offenbar die russische Bezeichnung Gruschewka.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Erlass des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR vom 17. November 1947: Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad). Als deutscher Ursprungsort wurde dabei (allerdings) „Grasse-Pereschnen“ angegeben, was aber vermutlich noch im Toleranzbereich für Groß Perbangen liegt. Gleichzeitig wurde der Ort in den Dorfsowjet Uljanowski selski Sowet im Rajon Sowetsk eingegliedert. Ob sich Gruschewka zunächst noch an der Ortsstelle Groß Perbangen befand oder sogleich zwei Kilometer südlich neu entstand, muss zunächst offenbleiben. Von 2008 bis 2016 gehörte der Ort zur Landgemeinde Luninskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Neman.
Amtsbezirk Perbangen (1874–1945) Der Amtsbezirk Perbangen bestand zwischen 1874 und 1945. Gehörten ihm anfangs noch 18 Orte zu, waren es am Ende noch elf:
Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Bemerkungen Blendienen Burkandten Burental Andrejewo 1928 nach Pallmohnen eingegliedert Gettkandten Kleinburental 1928 nach Pallmohnen eingegliedert Gettschen Kleinradingen Kawerino 1929 nach Radischen eingegliedert Groß Perbangen Gruschewka Groß Wabbeln Winterlinden Ketturrecken Kettingen Klein Perbangen Klein Wabbeln Wabben Kurstwethen Kursten 1929 nach Blendienen eingegliedert Laugallen, Ksp. Kraupischken Insterweide Maruhnen, Dorf Marunen Maruhnen, Gut 1928 in die Landgemeinde Maruhnen eingegliedert Pallmohnen Burental Plauschinnen Plaunen Kamanino Radischen Radingen Juschnoje Salleningken Sallingen Brjullowo Szwirpeln Schwörpeln 1931 nach Klein Wabbeln eingegliedert
Am 1. Januar 1945 gehörten zum Amtsbezirk Perbangen noch: Blendienen, Burental, Groß Perbangen, Insterweide, Kettingen, Klein Perbangen, Marunen, Plaunen, Radingen, Wabben und Winterlinden.
Kirche Die Bevölkerung Groß Perbangens war vor 1945 fast ausnahmslos evangelischer Konfession. Das Dorf war daher in das Kirchspiel der Kirche Kraupischken (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Breitenstein, heute russisch: Uljanowo) eingepfarrt, die zur Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Gruschewka im Einzugsgebiet der neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Schtschegly (Saugwethen, 1938 bis 1946 Saugehnen) innerhalb der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Gruschewka bei bankgorodov.ru Gruschewka bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Neman Kategorie:Ort im Munizipalkreis Neman