Schmeljowo (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman.
Geographische Lage Schmeljowo liegt 25 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Neman (Ragnit) am Eimenfließ (1938 bis 1946: Lehmgraben, heute russisch: Uljanowka), einem Flüsschen, das wenige Kilometer später in die Inster (russisch: Instrutsch) mündet. Unweit des Dorfes führt die Regionalstraße 27A-033 (ex A198) vorbei, und die von Malomoschaiskoje kommende Kommunalstraße 27K-051 endet hier. Bis 1945 war Kraupischken (1938 bis 1945: Breitenstein, heute russisch: Uljanowo) die nächste Bahnstation und lag an den beiden Bahnstrecken Ragnit-Kraupischken bzw. Insterburg–Kraupischken der Insterburger Kleinbahnen.
Geschichte Das einst Warneitze und später WarnenDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Warnen genannte kleine Dorf wurde im Jahre 1557 erstmals urkundlich erwähnt und bestand vor 1945 aus ein paar großen Höfen und Gehöften. Am 15. April 1874 wurde der Ort Amtssitz und damit namensgebend für einen AmtsbezirkRolf Jehke, Amtsbezirk Warnen, der bis 1945 bestand. Bis zur Kreisreform im Jahre 1922 gehörte der Amtsbezirk Warnen zum Kreis Ragnit, danach zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Warnen mit dem nördlichen Ostpreußen im Jahre 1945 der Sowjetunion zugeordnet. Im Jahr 1950 erhielt das Dorf die russische Bezeichnung „Schmeljowo“ und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Uljanowski selski Sowet im Rajon Sowetsk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Später gelangte der Ort in den Luninski selski Sowet, bevor er 1997 (wieder) in den Dorfbezirk Uljanowski selski okrug kam. Von 2008 bis 2016 gehörte Schmeljowo zur Landgemeinde Luninskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Neman.
Einwohnerentwicklung Jahr EinwohnerVolkszählungsdaten 1910 150 1933 202 1939 164 2002 48 2010 29
Amtsbezirk Warnen Zwischen 1874 und 1945 bestand der Amtsbezirk Warnen, ab 1922 im Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen in der Provinz Ostpreußen. Ihm waren eingegliedert die Dörfer:
Name Änderungsname1938 bis 1946 Russischer Name Bemerkungen Abschruten, Ksp. Kraupischken Steinflur Augsgirren, Ksp. Kraupischken Sassenhöhe Sastolje Budeningken Langenflur Groß Kummeln Großkummen Woswyschenka Groß Plimballen Grünweiden Brjussowo Kerstupönen,1928 bis 1938: Pleinlauken Kersten Rjabinowka Klein Kummeln Kleinkummen Pleinlauken Insterbrück 1928 nach Kerstupönen eingemeindet Sassupönen Sassenau Skrusden Kruden 1931 nach Sassupönen eingemeindet Warnen Schmeljowo ab 1879: Neudorf Neugründung am 27. Januar 1879
Kirche Die Mehrheit der Bevölkerung Warnens war bis 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war somit in das Kirchspiel der Kirche Kraupischken (der Ort hieß zwischen 1938 und 1946: Breitenstein, heute russisch: Uljanowo) eingepfarrt, die zur Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Schmeljowo im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Schtschegly (Saugwethen, 1938 bis 1946 Saugehnen). Sie ist Teil der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Schmeljowo bei bankgorodov.ru Schmeljowo (als Schmelewka) bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Neman Kategorie:Ort im Munizipalkreis Neman