Vayres () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haute-Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Rochechouart, zum Kanton Rochechouart und zum Gemeindeverband Porte Océane du Limousin.
Vayres ist eine sehr verstreut liegende Landgemeinde, die sich vollkommen außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet.
Etymologie Die Gemeinde Vayres ist nach der gleichnamigen Vayres benannt. Vayres ist ein sehr alter Flussname, der sich beispielsweise heute im Var und anderen, ähnlich lautenden Flüssen (wie z. B. Vaire) widerspiegelt. Möglicherweise besteht eine Verbindung zu den römischen Eigennamen Varus oder Varius. Darüber hinaus wird sogar ein indogermanischer Ursprung (Sanskrit) ins Auge gefasst – insbesondere in der indischen Wassergottheit Varuna.
Geographie Die Gemeinde Vayres liegt rund 35 Kilometer westsüdwestlich von Limoges und grenzt bereits an das benachbarte Département Charente. Sie wird von folgenden sieben Gemeinden umgeben:
Zu Vayres gehören folgende Weiler, Gehöfte, zwei Mühlen und Geländepunkte: Beaulieu, Bonnefont, Carrière de Merlis, Chamisoux, Chez Beijard, Chez Brandy, Chez Boissou, Chez Chambige, Chez Cibert, Chez Fréguillin, Chez Javelaud, Étang des Libellules, Faye, Glandoulat, Goudou, L'Écouterie, La Bussière, La Chétardie, La Côte, La Croix, La Croix de Beynie, La Doradie, La Guinandie, La Grande Chaise, La Grange Neuve, La Maison Brûlée, La Petite Chaise, La Ribière, La Richardie, La Reulie, La Roudarie, La Treille, Laudonnie, Le Caillou Blanc, Le Chalat, Le Chatenet, Le Grand Meynieux, Le Mas du Roule, Le Moulin de Chez Brandy, Le Moulin des Monts, Le Petit Meynieux, Les Charbonnières, Les Combes, Les Grandes Eaux, Les Grands Essarts, Les Landes de Bascliaud, Les Monts, Les Pelades, Les Pierres, Les Puys, Les Rivaux, Les Soumagnes, Limont, Maison Neuve, Merlis, Nouaillas, Pellenie, Pillou, Pontchanouaillas, Pontchartrain, Prun, Puybosse, Puypelé, Puytreillard und Villechenon.
mini|Lagekarte von Vayres
Der topographisch tiefste Punkt des Gemeindegebietes von Vayres liegt mit 199 Metern über dem Meer an der Vayres im äußersten Norden, der höchste Punkt mit 333 Metern an der Gemeindesüdgrenze südlich von Le Chatenet. Der maximale Höhenunterschied beträgt 134 Meter.
Verkehrsanbindung Hauptverkehrsader in der Gemeinde Vayres ist die in Nord-Süd-Richtung verlaufende D 675 von Rochechouart nach Nontron. Sie quert den Ortskern. Weitere durch den Ort verlaufende Verbindungen sind die in Ost-West-Richtung ziehende D 34 von Saint-Laurent-sur-Gorre nach Les Salles-Lavauguyon und die D 122, die von Oradour-sur-Vayres im Südosten über den Ortskern an die D 10 im Nordwesten anbindet. Das Gemeindegebiet queren ferner in nordnordwestlicher Richtung die D 901 von Oradour-sur-Vayres nach Rochechouart sowie die D 41 A von Saint-Laurent-sur-Gorre nach Rochechouart. Den Südrand der Gemeinde berührt die D 85. Sie zieht in westnordwestlicher Richtung zur bereits erwähnten D 34, die sie am Westrand der Gemeinde erreicht. Zu erwähnen ist noch die D 10 im Nordwesten der Gemeinde. Sie verläuft von Saint-Gervais im Westen ebenfalls nach Rochechouart. Ausgehend von diesem Netz erreichen Kommunalstraßen die einzelnen Weiler und Gehöfte.
Klima Die Gemeinde Vayres unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) in der Klimaregion Poitou-Charentes. Diese Klomaregion charakterisiert sich durch recht gute Sonnenscheindauer, insbesondere im Sommer, und nur gemäßigte Winde.
Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 11,4 °C mit einer Jahresamplitude von 14,6 °C. Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode belief sich auf 1019 Millimeter – mit 13,2 Niederschlagstagen im Januar und 7,8 Niederschlagstagen im Juli. Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der benachbarten Wetterstaion von Rochechouart (7 Kilometer Luftlinie weiter nördlich) bereits eine Temperaturerhöhung auf 12,2 °C gemessen – gleichzeitig sank der Jahresniederschlag auf 963,9 Millimeter.
Hydrographie mini|Hydrographische Karte von Vayres
Die Gemeinde Vayres wird mittig vom gleichnamigen Fluss Vayres nach Norden entwässert. Die Vayres entspringt bei Oradour-sur-Vayres und fließt unterhalb von Rochechouart linkerhand in die Grêne (auch Graine). Die Grêne wird nur kurz an der Nordostecke der Gemeinde am Étang des Libellules berührt. Sie bildet hier auf rund 1 Kilometer die Nordostgrenze zu Rochechouart. Von relativer Bedeutung ist noch der Ruisseau des Combes. Er entsteht bei Le Caillou Blanc an der östlichen Gemeindegrenze und fließt nach Nordnordosten ebenfalls zur Grêne, die er 1,5 Kilometer südöstlich von Rochechouart erreicht. Kleinere Bäche sind der Ruisseau le Grava im Südwesten, der am Le Moulin de Chez Brandy linksseitig in die Vayres mündet, und der Ruisseau la Tourate (linksseitige Mündung in die Vayres bei La Guinandie). Der Grava hat im Westen der Ortschaft mit dem Ruisseau la Pruneille noch einen rechten Seitenbach.
Die Hauptentwässerung in der Gemeinde Vayres erfolgt nach Norden zum Einzugsgebiet der Vienne und somit zur Loire. Nur entlang der Südgrenze wird an zwei Stellen die Wasserscheide zur Tardoire erreicht – und hierdurch das Einzugsgebiet der Charente. So wird südwestlich von La Côte gerade noch der Ruisseau de L'Eau Plaidée berührt – ein rechter Seitenarm der Tardoire. Am höchsten Punkt südlich von Le Chatenet verläuft ebenfalls die Wasserscheide zur Tardoire – hier erfolgt die Drainage ganz sanft in Richtung Saint-Bazile nach Süden.
Geologie mini|Geologische Karte von Vayres und Umgebung mini|Der Merlis-Serpentinit mini|Tektonische Karte von Vayres und Umgebung. Der Chéronnac-Leukogranit (in dunklem Violett) befindet sich mittig links. Die Gemeinde Vayres liegt oberhalb des Leukogranits. mini|Aufschluss im Chéronnac-Leukogranit bei Puybosse südlich von Vayres. Der Leukogranit zeigt hier S-C-Strukturierung mit Schersinn Hangend nach rechts.
Die Gemeinde Vayres liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die regionalmetamorphen Gesteine befinden sich in der Sillimanit-Zone. Hauptbestandteil ist hier die Untere Gneisdecke des Limousins, welche aus Plagioklas-reichen Paragneisen und leptynitischen Gneisen aufgebaut wird. Paragneise und Leptynitgneise unterscheiden sich in ihrem Ausgangsmaterial – so entstanden die Paragneise aus Grauwacken, die Leptynitgneise jedoch aus sauren Vulkaniten und Magmatiten. Tektonisch eingeschuppt in die Untere Gneisdecke sind die ozeanischen Gesteine der Merlis-Serpentinite. Im Oberkarbon drang sodann in der Unteren Gneisdecke gegen 310 Millionen Jahre vor heute der Chéronnac-Leukogranit auf. Auch er wurde noch stark tektonisiert und insgesamt teilweise verfaltet.
Die Merlis-Serpentinite sind Gesteine der ozeanischen Erdkruste – Überreste des so genannten Limousin-Ozeans. Petrologisch handelt es sich um ehemalige Peridotite. Neben dem Hauptvorkommen bei Merlis mit drei kleineren Ablegern erscheinen Peridotite punktuell bei Bonnefont, Les Soumagnes und westlich von Vayres. Weitere ozeanische Krustengesteine sind Amphibolite, die vorwiegend als kleine Gänge auftreten. Hierbei handelt es sich um mittelkörnige Metagabbros, um feinkörnige Basalte, Dolerite und Mikrogabbros sowie um basaltische Tuffe. Die Metagabbros finden sich am Steinbruch von Merlis, südöstlich von Chez Beijard, nördlich von Vayres sowie als Gänge bei Le Mas du Roule (Nordost) und bei Le Moulin des Monts (Nordost). Die feinkörnigen Mafite sind als Gänge ausgebildet und erscheinen bei La Maison Brûlée (Ost und Nordost), bei La Grande Chaise (Ostnordost), La Petite Chaise (Nordost) und bei Les Monts (Nordnordost). Die basaltischen Tuffe treten nur westlich von La Croix auf (Nordost).
Gegen Ende der variszischen Entwicklung kam es zu orogener Streckung und Bruchtektonik mit Seitenverschiebungen, Verwerfungen und Kluftbildung. Die Streckung macht sich an porphyrischen Mikrograniten und Granophyren bemerkbar. Diese Gänge streichen Nordwest bis Nordnordwest. Beispiele für porphyrische Mikrogranitgänge finden sich östlich von Chez Beijard (Nordwest), bei Le Grand Bos (Nordwest) und bei Goudou (Nordnordwest). Granophyrgänge sind bei Laudonnie (Nordwest), bei Pontchanouaillas (Nordnordwest) und nördlich von Nouaillas (Nordnordwest) zu beobachten. Zwei Nordwest-streichende Quarzgänge füllen Störungen und erscheinen nördlich von Pontchanouaillas an der Nordgrenze. Seltene Vorkommen sind ein Nord-streichender Aplitgang in Leukogranit bei La Treille an der Ostgrenze und ein pegmatitischer Aplit nordwestlich von Vayres (Nordnordost).
Hernach setzte im spröden Bereich Kataklase ein – bestes Beispiel hierfür ist die Cordelle-Störung. Diese kataklastische Bruchzone setzt unmittelbar südwestlich des Ortskerns ein und streicht nach Nordost, bis sie nördlich der Vienne in die Nantiat-Störung übergeht. Die Bruchzone wird bis an die 700 Meter breit. An ihr wurde der Nordwestteil deutlich abgesenkt. Verwerfungen wurden im Grundgebirge nur wenige auskartiert, Beispiele finden sich bei Nouaillas im Norden (Nordnordwest-Richtung), bei Les Monts (Nordnordost) und bei La Grande Chaise (Nordost).
Die Untere Gneisdecke ist tektonisch recht komplex aufgebaut, es lässt sich aber zwischen dem granitischen Massiv von Chirac-Étagnac im Norden und dem Chéronnac-Leukogranit im Süden eine Synklinalstruktur mit beherrschendem Südflügel erkennen. Die Streichrichtungen der Foliation und auch deren Einfallswinkel sind im Raum von Vayres jedoch sehr variabel. Dies ist nicht verwunderlich, da die Untere Gneisdecke mehrere Deformationsphasen mit unterschiedlichen Transportrichtungen erlebt hat (z. B. nach Südwest, Nordwest und Südost). Denooch folgen die Trajektorien der Foliationsebenen zwei Mustern: nördlich des Chéronnac-Leukogranits herrscht vorwiegend Ost-West-Streichen und Nordeinfallen mit 40 bis 50°, nördlich der Cordelle-Störung dreht das generelle Streichen auf Nordwest mit Nordost-Einfallen von 50 bis 20°.
mini|Die Auswurfbrekzie des Typs Montoume
Eine Besonderheit stellt der etwa 200 Millionen Jahre alte Meteoriten-Einschlagkrater Rochechouart-Chassenon dar, erkennbar an seinen Auswurfbrekzien im Nordwesten des Gemeindegebiets. Es lassen sich hierbei drei Fazies unterscheiden: eine Normalfazies des Typs Rochechouart bei Chez Chambige und bei Goudon, eine Fazies des Typs Chassenon nördlich von Chez Cibert und eine Fazies des Typs Montoume südlich von Goudon an der Gemeindegrenze. Die Normalfazies enthält keinerlei Schmelzglas, die beiden anderen Fazies zeigen jedoch Glaseinschlüsse. Die Fazies Montoume lässt sich gut anhand ihrer deutlichen Rotfärbung erkennen.
Abschließend sind Oberflächenformationen und -bildungen des Pleistozäns und des Holozäns anzuführen. So erscheinen unter einer generellen Bodenbedeckung von 20 bis 50 Zentimeter Alterite (Alloalterite) über Kristallingesteinen. Die Alterite haben sich vor allem auf dem Höhenrücken zwischen der Vayres und dem Ruisseau des Combes sowie auf dem Höhenrücken zwischen dem Ruisseau des Combes und der Grêne entwickelt. Subrezentes bis rezentes Alluvium findet sich in sämtlichen bedeutenden Flussläufen. An der Oberfläche ist es als mehr oder weniger tonhaltige Feinsande mit Kieseln und kleineren Gesteinsbrocken ausgebildet. Die Sande enthalten Quarz, Feldspäte und auch Glimmer. Kolluvium tritt weit verbreitet auf, insbesondere in den von den beiden genannten Höhenrücken ausgehenden Seitentälern der Vayres, Ruisseau des Combes und Grêne. Die meist grau gefärbten Böden konnten sich insbesondere in den Talniederungen an den Hangfüßen entwickeln. Unter stagnierenden und reduzierenden Bedingungen entstanden so Gleye und Pseudogleye.
Bodenbedeckung mini|Bodenbedeckung in Vayres
Die Bodenbedeckung der Gemeinde Vayres schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf: heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 37,2 %