mini|Wappen der Fieger nach Johann Siebmachers Wappenbuch Die Fieger (auch Füger, Fueger, Füeger, Fieger von Hirschberg, Fieger von Hirschenberg, Fieger von Hirschperg, Fieger von Friedberg geschrieben) sind ein Tiroler Adelsgeschlecht, das ursprünglich aus der Gemeinde Fügen im Zillertal stammt, später aber auch in Oberösterreich und in Salzburg begütert waren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts starben die verschiedenen Linien dieser Familie aus.

Geschichte Die Fieger sind in Hall in Tirol als Gewerken reich und einflussreich geworden. Ihre Besitzungen stammten zum Teil aus nicht mehr zurückgestellten Lehen des Hochstiftes Brixen.

Als Gewerken besaßen die Fieger Anteile an den Silbergruben in Schwaz und betrieben diese auf eigene Gefahr und eigenes Risiko. Sie arbeiteten nicht selbst als Bergmänner, sondern kauften das von den Lehenschaften (Lehenhauer) geförderte Erz und verschmolzen es. Weiter beschäftigten sie auch selbst Bergleute (Herrenhauer) und stellten das Geld für Hoffnungsbaue zur Verfügung. Unter den Gewerken fanden sich Bürger, Handwerker, Kaufleute und fallweise auch Adelige. Gewerken aus ausländischen Handelsfamilien, die sich aber selten in Schwaz aufhielten, richteten Faktoren ein, die sie vor Ort vertraten. Dabei führten die Faktoren durch ihre Bergbaukenntnisse ihre Bergbaufirmen zu großem Erfolg. Da die reichen und erfolgreichen Gewerken die kleineren aufkauften, verringerte sich die Anzahl der Gewerken stetig. Am Höhepunkt des Schwazer Silbersegens waren 1523 nur noch acht Gewerkenfamilien tätig, und zwar die Baumgartner, Dreyling, Fieger, Fugger, Katzbeck, Manlich, Stöckl und Tänzl.

1490 erfolgte eine Teilung der Familie in die zwei große Linien Friedberg und Hirschberg: (1) Hans Fieger von Friedberg (bei Volders), erloschen am 2. Juli 1802 mit Johann Valerian Graf Fieger von Friedberg. (2) Nikolaus Fieger von Hirschberg bei Wenns, erloschen am 4. Nov 1849 mit Franz Anton Graf Fieger von Hirschberg.

Hans Fieger von Hirschberg, Bürger zu Hall und Bergwerksgewerke in Schwaz, ließ 1490 die Fiegerkapelle (eine Kapelle in der Pfarrkirche zum St. Nikolaus) als Grablege für seine Familie errichten. Am Bogen des Eingangstores sind drei reich bewegte Figuren (Christus, Maria, St. Nikolaus) mit Grabschriften der wohltätigen Grundherrn- und Gewerkenfamilie Fieger von 1494 angebracht. 1507 stifteten Sigmund Fieger und seine Brüder den Baugrund für das Franziskanerkloster in Schwaz.

1511 wurden Sigmund Fieger und seine Brüder wegen ihrer Verdienste geadelt; sie waren u. a. Geldgeber des Landesfürsten.1642 werden die Fieger in den Freiherrenstand erhoben. Am 1. Juli 1694 wird Ferdinand Freiherr Fieger von Hirschberg (Tiroler Line, † 1710) Reichsgraf. 1699 wurden die Fieger von Hirschberg gleichzeitig mit ihren Vettern, den Fieger von Friedberg, von Kaiser Leopold in den Grafenstand erhoben.

Georg Fieger der Jüngere (* 26. Oktober 1528) war 1555–1561 42. Verwalter des Salzmaieramtes und 1561–1579 wirklicher Salzmaier. Sein Titel lautete: Gubernator Saunarum. Er war auch Pfleger in Imst und Thaur und kaiserlicher, erzherzoglicher und Hofkammerrat. Er denunzierte den Stadtrichter Veit Hilleprandt, den Bürgermeister Hans Steiner und den Ratsherrn Wilhelm Dengg im Jahre 1580 bei Erzherzog Ferdinand wegen angeblicher Ketzerei. Er verfasste 1594 ein bei Johann Baur in Innsbruck verlegtes Gebetbuch unter dem Titel Geistliche Rüstkammer, hat 50 Kinder und Enkel und ließ alle Söhne in Ingolstadt und Italien erziehen. 1. ⚭ Elisabeth Weitmoser-Winkl. 2. ⚭ seine bürgerliche Haushälterin Katharina Pichler, weshalb er beim Erzherzog Ferdinand in Ungnade fiel, der aber selbst mit der Bürgerstochter Philippine Welser verheiratet war. Fieger antwortete, er habe „der Katerl die Ehe versprochen; seine Treue könne niemand erschüttern. Übrigens sei ja bekannt, dass auch vornehme Leute ungleiche Ehen eingehen.“

1560 kamen die Herrn von Fieger durch den Rückgang des Bergsegens finanziell in Bedrängnis. Sie zogen sich nach schweren Verlusten aus dem Bergbau zurück und mussten diesen Ausländern überlassen. "Die ehemaligen inländischen Gewerken", so klagt die (Hof-)Kammer im Jahre 1564, "waren in Ehren zu halten, aber die jetzigen Fremden sehen nur auf eigenen Gewinn ... und so werden auch die Gesellen den Berg verlassen, da man ihnen das Gewinst so entzieht, dass sie nicht mehr bestehen können".

Georg Ludwig Fieger von Hirschberg (* 1569; † 30. Oktober 1642) ist 44. Salzmaier, 1602 oberösterreichischer Regimentsrat, 1612 visitierte er im Auftrag des Kaisers die Verwaltung der Vorlande. 1617 geriet er mit dem erzherzoglichen Barchentfabrikanten Christof von Lustrier-Liebenstein, der zahlreiche Neuerungen bei der Salzgewinnung einführen wollte, in einen Konflikt, ging daraus aber als Sieger hervor. Er erhielt eine erzherzogliche Anerkennung und wurde noch durch eine staatliche Anerkennung ausgezeichnet, letztlich erhielt er die Leitung des gesamten Salzhandels. Am 7. Juli 1605 wurde er durch die neue Zuzugsordnung Landrat, später Regiments-Vizepräsident. Seine Eltern waren Karl von Fieger und Anna Maria von Taxis. Er heiratete am 11. November 1608 Susanna von Andrian-Werburg († 12. Juli 1655). 1639 wurde Fieger vom Salzmaier-Amte suspendiert, weil man ihn der „Sittenlosigkeit und liderlichen Amtsgebahrung“ beschuldigte; der Prozess zog sich zwei Jahre hin, wurde dann Anfang 1642 von der Erzherzogin Claudia, als Landesfürstin, „aus gewissen bewegenden Ursachen“ eingestellt. Fieger war auch landschaftlicher Abgeordneter, Gerichtsherr von Hörtenberg und starb am 30. Oktober 1642 in Hall, wo ein weißes Marmorgrabmal an der Pfarrkirche seine Begräbnisstätte bezeichnet.

1746 erhielt Graf Johann Josef von Fieger, Freiherr zu Friedberg, die Landmannschaft im Erzstift Salzburg.Johann Siebmacher, 1701–1806, S. 15.

Besitztümer Der Ansitz Melans kam von Herzog Sigismund dem Münzreichen pfandweise um 1455 an die Haller Familie Fieger. 1535 ging der Ansitz in das Eigentum der Zott von Perneg über.

Der Madleinhof, in der Gemeinde Thaur gelegen, war 1493 im Besitz der Familie Fieger von Melans, bevor er vor 1605 an die Haller Jesuiten als Sommersitz verkauft wurde.

1491 belehnte der spätere Kaiser Maximilian I. Hans Fieger mit Friedberg, das damals in einem schlechten Zustand war. Die Fieger sanierten und erweiterten die Burg, errichteten eine Bastei und legten Gärten an. Um 1500 wurde der Bergfried um 30 Meter erhöht und mit vier Erkern versehen. Nach dem Aussterben der Fieger 1802 kauften die Grafen Trapp 1845 die Burganlage.

1502 wurde die Burg Kronburg vom späteren Kaiser Maximilian I. an seinen Rat Hanns Fieger den Älteren zu Schwaz († 1515) verkauft. 1504 wird ein Lehensbrief für die Brüder Hans, Christoph und Sigmund ausgestellt. Sigmund Fieger war erfolgreicher Unternehmer des Silberbergwerks in Schwaz. Sigmund Fieger besitzt die Schlösser Kronburg und Matzen, er ist ein bekannter Metallurge, ein Schmelzfachmann mit eigenem Laboratorium. Sein Probiergaden (das Laboratorium für Schmelzverfahren im Orglerhaus neben dem Bezirksgericht Schwaz in der Ludwig-Penz-Straße) wird auch von den Fuggern genutzt. Sein gleichnamiger Sohn war halbblind und gelähmt. Dieser plante, Schloss Kronburg und Matzen zu verkaufen, was aber nicht zustande kam. Mit diesem Sigmund starb die Linie der Fieger-Kronburg aus.Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 190. Die Kronburg wurde dann nicht mehr bewohnt, aber über der Gastwirtschaft war noch zu lesen: 1779 Johann Sigmund Peregrin Graf von Fieger und Freiherr zu Friedberg, Cronburg, Korb Naturns, k.k. Obristbland Jägermeister. Mit dem Tod von Graf Johann Nepomuk Valerian Fieger von Friedberg († 1802) fiel die Kronburg dem Aerar heim.Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 192.

1504 übernahm Hanns Fieger von Lemans und Friedberg vom späteren Kaiser Maximilian I. Burg und Herrschaft Taufers für 27.000 fl. als Pfand, das er bis zu seinem Tod 1515 innehatte. Nach dem Bau von Neumelans am Südrand des Dorfes 1582 wurde das Gericht dorthin verlegt, die Fieger führten aber die Verwaltung nicht selbst, sondern bestellten Pfleger. Die Herrschaft ging dann auf Friedrich Fieger und später auf dessen Witwe Beatrix, geborene von Weiler, über, und anschließend auf den gemeinsamen Sohn Hannes († 1602).

1553 wurden die Fieger mit dem Brixener Lehen Burg Hirschberg belehnt und nannten sich fortan Fieger von Hirschberg. Ein zweiter Turm zu Wenns war seit 1493 Fiegerisch; dieser war von Magdalena Kripp, Tochter des Turminhabers Hans von Kripp, in die Ehe mit Sebastian Fieger eingebracht worden. Dieses Anwesen blieb bis zum Aussterben der Fieger 1807 im Besitz dieser Familie. Noch 1752 stellte ein Fiegerscher Amtmann ein Archivverzeichnis der im Turm zu Hirschberg befindlichen Archivalien auf. 1817 ging Hirschberg auf dem Kaufweg an Josef Ritter von Woertz und 1834 an Bauersleute.Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 325.

Auf Schloss Rofenstein war Georg Fieger von Hirschberg 1579 Pfandinhaber. Nach einer Übernahme durch die Schurf kam Rofenstein 1589 nochmals an den Georg Fieger. Erst 1614 wurde das Pfand von Franz Karl von Grünberg abgelöst.Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 208.

Die Burg Rettenberg war ab 1649 im Besitz der Grafen Fieger von Friedberg. Im 18. Jahrhundert verfiel die Burg Rettenberg zusehends und der Gerichtssitz wurde nach Volders verlegt. 1791 erwarben die Gräfinnen Juliane und Justiane Fieger die Herrschaft als freies Eigen. 1798 wurde es an den Kolsasser Pfarrer Georg Ruf verkauft.

Das Schloss Fügen wurde 1651 von Graf Ferdinand Fieger von Friedberg erworben, ein Schwager des letzten Schlossbesitzers Schneeweiß. Zwischen 1695 und 1702 ließen die Fieger das Schloss in ein Barockschloss umgestalten und gaben dem Gebäude seine heutige Form. Im Jahre 1802 erwarb Nikolaus Graf Dönhoff nach dem Aussterben der Fieger diesen Besitz.

Das Schloss Sigmundslust in Vomp kam 1692 an die Grafen Fieger von Hirschberg, die sich nach dem Ansitz von Sigmundslust nannten. In den Tiroler Freiheitskriegen von 1809 brandschatzten die französisch-bayrischen Truppen das Schloss Sigmundslust.

Der 1620 von Hieronymus Ritter von Stauber erbaute Ansitz Mitterhart kam durch Maria Regina Imhoff an die Grafen Fieger von Hirschberg, diese gaben dem Ansitz seine heutige Gestalt.

Das Schloss Korb im Ortsteil Missian von Eppan (bei Bozen) war bis 1637 ein Lehen der Fieger.

1633 kommen die Fieger pfandweise in den Besitz von Burg Hörtenberg. Im Pfandvertrag wird darauf hingewiesen, dass Hörtenberg für den Landesfürsten offen gehalten und baulich immer in Stand gesetzt werden muss. Erster Pfandinhaber war Georg Ludwig, dann Hans, Franz und Karl, die 1646 eine Prolongierung ihres Vertrages bekommen. 1653 ist wieder ein Karl Fieger genannt. 1691 wird Ferdinand Karl Fieger, Sohn des Kaspar Ludwig Fieger, als Mitinhaber genannt, als weiterer Mitinhaber ist 1692 Johann Anton Fieger genannt, dessen Anteil geht 1692 an seinen Sohn Ferdinand über. 1720 ist als alleiniger Pfandinhaber Johann Graf Fieger erwähnt; auf diesen folgt Johann Paul (1741) und dann Josef Karl. Dessen Tochter Anna († 1805) war die letzte Fieger auf Hörtenberg.Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 378.

Die Burg Thaur wurde 1649 als Pfand dem Carl und Johann Franz Fieger zu Hirschberg verpfändet. 1696 wurde es von der Finanzkammer zurückgelöst und als Kammergut eingezogen.

Die Burg Berneck kam 1667 in die Hände der Fieger von Hirschberg. Erster war hier Carl, dann folgen 1670 bzw. 1688 seine Kinder. 1699 wird Berneck an Franz Christoph Freiherr von Rassler verkauft.Oswald Trapp & Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 66.