mini|Julie Gräfin von Quadt

Julie Gräfin von Quadt zu Wykradt und Isny (* 24. November 1859, Lindau, Schloss Moos; † 14. Juli 1925 in Freiburg im Breisgau) war eine bayerische Adelige, Schriftstellerin und Stifterin des Franziskanerklosters Kelkheim (Taunus).

Familie Sie entstammte dem alten Adelsgeschlecht von Quadt und war die Tochter des bayerischen Diplomaten bzw. deutschen Reichstagsabgeordneten Graf Friedrich von Quadt-Wykradt-Isny (1818–1892) und dessen zweiter Gattin Maria Anna Pauline von Rechberg und Rothenlöwen (1834–1910). Ihre Mutter war eine Schwester Ottos von Rechberg (1833–1918), mehrfacher Präsident der Deutschen Katholikentage. Beide wurden als Kinder des bayerischen Standesherrn Graf Albert von Rechberg (1803–1885) geboren. Er war der Bruder des österreichischen Außenministers Bernhard von Rechberg.

Leben und Wirken Die unverheiratete Gräfin Julie von Quadt galt als fromm und freigiebig, außerdem widmete sie sich der Schriftstellerei. Sie verfasste mehrere Erzählungen, die veröffentlicht wurden und der katholischen Erbauungsliteratur zuzuordnen sind.

Die Adelige lebte meist auf Schloss Moos bei Lindau am Bodensee. Am fürstlich hohenzollernschen Hof in Sigmaringen hatte sie den Franziskanerpater Nikolaus Breuning kennen gelernt. Ihm eröffnete sie die Absicht, einen Teil ihres Vermögens für den Bau einer katholischen Kirche in der Diaspora oder in einer armen Gemeinde spenden zu wollen. mini|Ehem. Franziskanerkloster Kelkheim Pater Breuning fasste den Plan, im hessischen Kelkheim ein Franziskanerkloster zu errichten, das die dortigen Katholiken betreuen sollte. Dieses Vorhaben finanzierte Julie von Quadt mit 160.000 Goldmark. Das Kloster wurde ab 1906 geplant und bis 1909 fertiggestellt. Zur Grundsteinlegung am 12. Juli 1908 fuhr sie selbst nach Kelkheim. Am 5. September 1909 wurde die Kirche vom Limburger Bischof Dominikus Willi geweiht, wobei wieder die Stifterin anwesend war. Pater Nikolaus Breuning wurde erster Guardian des Konvents.

1916 stiftete Gräfin von Quadt nochmals 100.000 Mark (entspricht heute etwa  EURDiese Zahl wurde mit der Vorlage:Inflation ermittelt, ist auf volle 10.000 EUR gerundet und bezieht sich auf Januar .) zur Errichtung einer katholischen Pfarrei in Kelkheim. Die Kirche und der Klosterkomplex existieren noch heute (2025), der Franziskanerkonvent wurde aufgelöst.

Im Jahre 1918 übergab sie dem Bischof von Augsburg eine Spende in Höhe von 200.000 Mark (heute ca.  EUR) zur Erbauung einer katholischen Kirche in Aeschach bei Lindau.

Durch die Inflation verlor die Wohltäterin ihr eigenes Vermögen und starb 1925 verarmt in Freiburg.

Elisabeth, die Schwester der Gräfin Julie von Quadt, war verheiratet mit Carl Ernst Fugger von Glött (1859–1940) und die Mutter des Widerstandskämpfers Joseph-Ernst Fugger von Glött, der für die Zeit nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 als Landesverweser Bayerns vorgesehen war.

Werke (Auswahl) thumb|upright|Jugendstil-Titelvignette zur Erzählung Stella, 1902

Dein Reich komme zu uns!: Erzählung, 1897 (2 Bände.) (Mit Kurzbesprechung.) (Mit Kurzbesprechung.) (Mit Kurzbesprechung.)

Literatur Palmatius Säger: 75 Jahre Kirche und Kloster St. Franziskus, Kelkheim, Katholische Pfarrgemeinde Kelkheim, 1984.

Weblinks

Mainblick 51: Ehemaliges Franziskanerkloster. Franziskanerkloster Kelkheim in der Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Hessen: Main-Taunus-Kreis — Stuttgart: Theiss, 2003, S. 579–581 Genealogische Seite zur Person

Einzelnachweise

Julie Julie Kategorie:Autor Kategorie:Mäzen Kategorie:Person des römischen Katholizismus Kategorie:Erzählung Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1859 Kategorie:Gestorben 1925 Kategorie:Frau