mini|Karl von Wuthenau Karl (Carl) Adam Ludwig Johann Traugott Graf von Wuthenau-Hohenthurm (* 26. Juni 1863 in Dresden; † 13. November 1946 in Halle (Saale)) war ein deutscher Generalleutnant und Gutsbesitzer.
Leben Herkunft Karl entstammt dem alten märkischen Adelsgeschlecht Wuthenau. Er war der Sohn des sächsischen Majors a. D. und Kammerherrn Maximilian von Wuthenau (1834–1912) und dessen Ehefrau Pauline, geborene Gräfin von Württemberg (1836–1911). Sein Vater war am 18. Oktober 1911 in den preußischen Grafenstand als Graf von Wuthenau-Hohenthurm erhoben worden.
Militärkarriere Nach dem BesuchErnst Ziel, Hermann Gaumitz: XXIII. Programm des Vitzthumschen Gymnasiums Dresden. 1884-Programm-Nr. 480, B. G. Teubner, Dresden 1884, S. 31, 33. (Digitalisat) des Vitzthum-Gymnasiums Dresden studierte er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Rechtswissenschaften. 1884 wurde er Mitglied des Corps Borussia Bonn.Karl Rügemer (Hrsg.): Kösener Korps-Listen von 1798 bis 1910. Carl Gerber-München-Verlag der Academischen Monatshefte, Starnberg 1910, 19 (Corps), (Lfd. Nr. dort) 588.
Nach dem Studium schlug er eine Offizierslaufbahn in der Preußischen Armee ein. Zunächst diente er 1885/90 im 1. Garde-Dragoner-Regiment in Berlin und dann bis 1892 in der 2. Eskadron des Thüringischen Husaren-Regiments Nr. 12 in Weißenfels. Anschließend trat Wuthenau in sächsische Dienste über und wurde mit Patent vom 12. November 1885 im Garde-Reiter-Regiment (1. Schweres Regiment) angestellt.Rangliste der Königlich Sächsischen Armee für das Jahr 1893. Baensch, Dresden 1893. S. 247. Er stieg zum Rittmeister und Chef der 1. Eskadron im 3. Ulanen-Regiment Nr. 21 „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ in Chemnitz auf, wurde am 22. Mai 1908 zum Major befördert und im Herbst 1912 mit der Führung des 2. Ulanen-Regiments Nr. 18 beauftragt. Mit seiner Beförderung zum Oberstleutnant am 8. Dezember 1913 wurde er zum Kommandeur dieses Regiments ernannt. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde Wuthenau am 15. Januar 1914 mit Pension und der Erlaubnis zum Tragen seiner Uniform zur Disposition gestellt.Militär-Wochenblatt. Nr. 10 vom 20. Januar 1914, S. 180.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs wieder verwendet, erhielt Wuthenau als Oberst das Kommando über das Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 107. Mit diesem Regiment nahm er an den Kämpfen an der Westfront teil und konnte sich während der Schlacht an der Somme vom 14. bis 30. Juli 1916 am Delvillewald und bei Guillemont westlich von Combles durch persönliche Tapferkeit auszeichnen. Dafür wurde er am 28. August 1916 mit dem Ritterkreuz des Militär-St.-Heinrichs-Ordens beliehen.Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736–1918. Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee. Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 720. Am 4. Mai 1917 wurde Wuthenau zum Kommandeur der an der Ostfront stehenden 48. Reserve-Infanterie-Brigade ernannt. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815–1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939. Biblio Verlag, Osnabrück 1990, ISBN 3-7648-1780-1, S. 356. Mit ihr lag er zunächst in Stellungskämpfen zwischen Narajowka und Zlota Lipa. Bei Brzezany konnten russische Truppen während der Kerenski-Offensive ab 1. Juli 1917 nach zweitägiger Artillerievorbereitung die Gräben der ersten Stellung in der Linie Dzikie Lany und der Lysonia-Höhe einnehmen. Den von Wuthenau geführten Truppen gelang es in hartnäckigen Kämpfen bis 7. Juli 1917, das verlorene Terrain zurückzuerobern. Für diese Leistung wurde er am 10. August 1917 mit dem Komtur II. Klasse des Militär-St.-Heinrichs-Ordens ausgezeichnet.Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736–1918. Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee. Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 117. Ende Oktober 1917 verlegte Wuthenau mit seiner Brigade in den Westen nach Flandern, kämpfte in der Schlacht von Cambrai und nahm im März/April 1918 an der Deutschen Frühjahresoffensive teil. In den folgenden Monaten stand er mit seinem Großverband in permanenten Abwehrkämpfen, führte nach dem Waffenstillstand die Reste seine Brigade in die Heimat zurück und wurde schließlich im Dezember 1918 als Generalmajor verabschiedet.
Nach 1926 wurde ihm der Charakter als Generalleutnant verliehen.Otto Gerlach (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1960. C. L. Mettcker & Söhne-Jever. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, Kassel 1961, 9, 682.Biographie der Pauline Gräfin von Württemberg verh. von Wuthenau auf Landesarchiv-BW.de.
Familie Wuthenau war Fideikommissherr auf Hohenthurm bei Halle (Saale) und Mitglied im Deutschen Herrenklub. Er heiratete am 27. September 1893 Marie Antoinette Gräfin Chotek von Chotkowa und Wognin (1874–1930). Deren Schwester war die in Sarajewo zusammen mit ihrem Ehemann Franz Ferdinand von Österreich-Este ermordete Sophie Chotek von Chotkowa. Am 18. Februar 1937 heiratete er in zweiter Ehe die bürgerliche Dorothea Wolff (1899–1983).
Kinder aus der ersten Ehe: Wilhelmine (1895–1981) ⚭ 1919 Friedrich Graf von Hoyos-Sprinzenstein (* 1876) Carl Adam (1896–1972) ⚭ 1922 Marie Gräfin von Waldburg zu Wolfegg und Waldsee (* 1902) Friedrich (1897–1983) ⚭ 1918 Anna Gräfin von Nostitz-Rieneck (1905–1934) ⚭ 1936 Franziska Ziegler (* 1909) Alexander (1900–1994), Jurist ⚭ 1935 Rachelle von Catinelli, Edle von Obradich-Bevilacqua (* 1900) Franz Ferdinand (1901–1966) ⚭ 1930 Elinor Bromberg (1911–2005) Marie Immaculata (* 1909) ⚭ 1932 Johann Baron von Plessen (* 1890), Diplomat, Gutsbesitzer in Marutendorff/Achterwehr-Holstein
Literatur Friedrich Karl Devens: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1827–1902. Selbstverlag, Düsseldorf 1902. S. 211. Mit. Portrait. G. G. Winkel: Biographisches Corpsalbum der Borussia zu Bonn 1821–1928. Wailandt AG-Selbstverlag, Aschaffenburg 1928, S. 206. Mit Portrait. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1938. 111. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1937, S. 650 f. (Digitalisat) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil A (Uradel). 1942. 115. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 651 f. Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Gräflichen Häuser. A (Uradel) 1955. Band II, Band 10 der Gesamtreihe GHdA. Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke Verlag, Glücksburg an der Ostsee 1955, , S. 505 f. Carl Adam von Wuthenau-Hohenthurm: Die Familie der Herren v. Wuthenau und der Grafen v. Wuthenau-Hohenthurm. C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1972, ISBN 3-96528-415-0.
Einzelnachweise
Kategorie:Generalleutnant (Reichswehr) Kategorie:Generalmajor (Sachsen) Kategorie:Leutnant (Preußen) Kategorie:Befehlshaber im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich) Kategorie:Kommandeur II. Klasse des Militär-St.-Heinrichs-Ordens Kategorie:Träger des Albrechts-Ordens (Ritter 1. Klasse) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger des Bayerischen Militärverdienstordens (IV. Klasse) Kategorie:Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Ausprägung ungeklärt) Karl Kategorie:Corpsstudent (19. Jahrhundert) Kategorie:Titulargraf Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1863 Kategorie:Gestorben 1946 Kategorie:Mann