mini|Die drei Schwanzhämmer in der Wappenschmiede von Elmstein Die Wappenschmiede Elmstein war eine Werkzeug- und Geräteschmiede in Elmstein. Mittlerweile ist sie unter dem Namen Historische Wappenschmiede Elmstein ein Kulturdenkmal und arbeitendes Museum.mp: Von der Ölproduktion bis zur Waffenschmiede. Zahlreiche Mühlen können am Pfingstmontag bundesweit besichtigt werden. Sie ist eines von drei erhaltenen Hammerwerken innerhalb von Rheinland-Pfalz.
Lage Das Ensemble steht mit den Hausnummern 5 und 7 in der als Sackgasse angelegten Möllbachstraße. Unmittelbar westlich verläuft der Speyerbach; hinter diesem erstreckt sich der Möllberg. Unmittelbar östlich verläuft die Hauptstraße, die mit der Landesstraße 499 identisch ist und die am Süßfuß des Schloßberg verläuft; die dortige Kurve unmittelbar östlich der Wappenschmiede wurde im Volksmund früher „Mielhewwel“ (hochdeutsch: „Mühl(en)hügel“) genannt.
Mitten durch das Mühlengelände führt ein vom Speyerbach abgeleiteter Mühlengraben. An der Schmiede führen mit dem Fernwanderweg Saar-Rhein-Main und der Nordroute der Pfälzer Jakobswege zwei markierte Wanderwege vorbei,.
Innenausstattung Im Untergeschoss des schlichten Hochwohnhauses ist eine wasserbetriebene Schmiede mit technischer Ausstattung erhalten; unweit nördlich der Schmiede befindet sich ein Bachwehr.
Ursprünglich wurden durch drei oberschlächtige Wasserräder mit Durchmessern von 2,20 bis 2,30 Metern der Blasebalg einer Esse, vier Schwanzhämmer und ein großer Schleifstein angetrieben. Einer der vier Schwanzhämmer wurde durch einen Federhammer ersetzt.
Geschichte Entwicklung bis 1900 Die Schmiede wurde nachweislich 1792 von Johann Adam Lanz beziehungsweise LantzIn den Quellen tauchen beide Schreibweisen auf gegründet, der ursprünglich aus Waldfischbach stammte. Er war außerdem seit 1788 Eigentümer und Betreiber der gegenüberliegenden Mühle an der Porth, einer Mahl- und Sägemühle, von der jedoch ausschließlich die Gebäude erhalten sind. Fertiggestellt war die Wappenschmiede 1803. Die Vorkommen von Eisenerz um Elmstein sowie die Tatsache, dass seinerzeit im nahen Legelbachtal Eisen verhüttet würde, waren günstige Rahmenvoraussetzungen in Bezug auf ihre Errichtung.
Nach dem Tod von Johann Adam Lanz im Jahr 1822 ging die Schmiede in den Besitz seiner Tochter Maria Barbara und seines Schwiegersohnes Johann Georg Römer über. Nach deren Tod war der Sohn Johann Römer Betreiber. In der Mühle wurde 1844 ergänzend eine Hanfreibe zur Gewinnung von Hanffasern eingerichtet, die nach 1887 stillgelegt wurde. Letzter Eigentümer dieser Müllerdynastie war der 1879 verstorbene Johannes Römer. Bis 1886 blieb das Unternehmen Eigentum der Familie Römer.
Von 1884 bis 1887 prozessierten Johannes Römers Witwe und ihre Kinder gegen die pfälzische Regierung, da durch die Flößerei auf dem Speyerbach das Triebwerk der Mühle zum Stillstand gekommen war und sie deshalb eine Entschädigung forderten; das Oberlandesgericht Zweibrücken holte im Zuge dessen ein Gutachten ein. 1886 kam es aufgrund dieser Umstände zum Konkurs der Schmiede. Ein Jahr später wurde schließlich Theobald I. Haag Besitzer der Wappenschmiede. In der Folgezeit kam es mit Heinrich Schmalenberger, der zu dieser Zeit die Mühle an der Porth betrieb, zu Konflikten um die Wassernutzung.
20. Jahrhundert bis zur Stilllegung
Haag stellte den Mühlenbetrieb der Hanfreibe 1895 zu einer Säge um. Um 1900 wurden die Hämmer der Schmiede, die sich zuvor innerhalb einer primitiven Hütte befunden hatten, mit einem Wohnhaus überbaut. Ab 1920 wurde in der Anlage außerdem bis zur Stilllegung Strom erzeugt. Ab den 1920er Jahren war Daniel Haag Betreiber.
Der letzte Schmied Heinrich Haag (1901–1980) fertigte Geräte wie
Spaltkeile, Schäleisen, Schälschippen, Spaltäxte, Kulturhacken, Pflanzeisen; Zweispitze, Maurerhämmer, Steinkeile, Steinschlegel, Grähnel, Fugeisen, Stemmeisen, Bruchsteinhämmer; Wagenachsen, Feldhacken, Karste mit 2 oder 3 Zinken, Wiesenbeile, Pflugscharen, Flößerhaken
1951 erhielt die Wappenschmiede einen neuen Schleifstein. Sie wurde bis 1975 betrieben. Anlass für die Stilllegung war das hohe Alter von Heinrich Haag und dass sein Sohn Willi Haag in ihr keine Existenzgrundlage sah. Dennoch machte Willi Haag vereinzelt von den Schmiedeanlagen Gebrauch, ehe er 1990 sowohl die Wohnung als auch die Schmiede an die Ortsgemeinde Elmstein vermietete. während der 1980er Jahre wurde anstelle des dritten Wasserrades eine Turbine eingebaut, die in geringem Maße Strom erzeugte.
Umwandlung in ein Museum
Die Gemeinde Elmstein ließ 1990 in den vormals als Wohnung genutzten Räumlichkeiten ein Waldarbeitsmuseum einrichten. Als dieses Mitte der 2000er-Jahre in die Räumlichkeiten der Samenklenge zog und dort seither als Alte Samenklenge firmiert, kaufte die Gemeinde Wohnung und Schmiede.
Im April 2012 wurde ein in Ludwigshafen am Rhein ansässiger gemeinnütziger Förderverein mit dem Ziel gegründet, die Schmiede nach betriebsbereiter Instandsetzung des Hammerwerks als „arbeitendes Museum“ mit Schmiedevorführungen, Schmiedekursen und Mitmachangeboten interessierten Besuchern zu präsentieren. Mittlerweile ist das Museum an jedem ersten Sonntag im Monat von 11 bis 17 Uhr und am Deutschen Mühlentag zu besichtigen, wobei jeweils Schmiedevorführungen angeboten werden.
Das Ensemble stellt die siebte Station der im März 2022 von der Verbandsgemeinde Lambrecht eingerichteten Audiotour „Felsenkönig“ dar.
Im Juli 2025 wurde erstmals ein Schmiedefest organisiert.
Literatur
Weblinks
Website der Wappenschmiede Elmstein
Einzelnachweise
Anmerkungen
Kategorie:Bauwerk in Elmstein Kategorie:Kulturdenkmal in Elmstein Kategorie:Speyerbach Kategorie:Schmiedemuseum Kategorie:Museum im Landkreis Bad Dürkheim Kategorie:Museumsgründung 2012 Kategorie:Wassermühle in Rheinland-Pfalz