Gib mich die Kirsche! – Die 1. deutsche Fußballrolle ist ein dokumentarischer Fußballfilm aus dem Jahr 2004 von Oliver Gieth und Peter Hüls.
Inhalt Anhand von Bilddokumenten und Radiobeiträgen aus den Archiven von Sendern und Vereinen wird das erste Jahrzehnt des Profifußballs in Westdeutschland von der Gründung der Fußball-Bundesliga 1963 bis zum Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 im eigenen Land dargestellt. Der Film präsentiert das Bildmaterial (welches teilweise auch in Schwarz-Weiß vorliegt) ohne durchgehende Handlung oder eigene Kommentierung, sondern lässt die Aneinanderreihung von Szenen für sich sprechen.
Gezeigt werden teils skurrile TV-Auftritte, Interviews, Ausschnitte aus Spielübertragungen und Sportreportagen, Filme über das Privatleben der damaligen Fußballer und Berichte über Fans. Dadurch wird der tiefgreifende Wandel der einst lokal verwurzelten Fußballkultur und die Kommerzialisierung des Sports deutlich, in dessen Folge Sport-Ereignisse zu Veranstaltungen der Unterhaltungsindustrie wurden. Auch der erste Bundesliga-Skandal zeigt die Schattenseiten auf. Zur Erheiterung trägt der Film durch die Gegenüberstellung damaliger Aussagen mit der Gegenwart bei. So erklärte Franz Beckenbauer in Bezug auf das absehbare Ende seiner aktiven Spielerlaufbahn: „Mit Fußball möchte ich später nichts mehr zu tun haben.“
Hintergrund Der grammatikalisch inkorrekte Titel „Gib mich die Kirsche“ basiert auf der im Volksmund verbreiteten Anekdote, Lothar Emmerich hätte 1966 bei Borussia Dortmund mit diesen Worten Mitspieler dazu aufgerufen, ihm den Ball zuzuspielen. Die Filmemacher betonten allerdings, dass keine tatsächlichen Belege für diese Legende existieren. Der Film entstand über einen Zeitraum von 10 Jahren, wobei die Filmemacher zweieinhalb Jahre lang über 1.000 Fußballfilme und -beiträge sichteten und dreieinhalb Jahre am Schnitt arbeiteten. Die restlichen vier Jahre benötigten die Rechte-Recherche und -Freigabe sowie die Bemühungen den Film ins Kino zu bringen. Die Uraufführung fand am 28. September 2004 auf dem Filmfest Hamburg statt. Seinen Kinostart hatte der Film in Deutschland erst rund zwei Jahre später am 1. Juni 2006. Im Abspann wird der Film Reinhard Libuda und Werner Kohlmeyer gewidmet.
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Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2004 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Fußballfilm