Christian „Christel“ Beham (* 6. März 1906 in Oberdorf, Bayern; † 4. April 1945 im KZ Mittelbau-Dora) war ein KPD-Funktionär in Dresden und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus.

Leben Beham kam als eines von zwei Kindern des Waldarbeiters Rugert Beham im bayerischen Oberdorf zur Welt. Der Vater starb als Soldat im Ersten Weltkrieg, sodass Beham schon früh zum Lebensunterhalt der Familie beitragen musste. Er verdiente sich Geld als Hütejunge.Beham, Christian. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 14. Als seine Mutter kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs verstarb, verließ Beham sein Dorf und arbeitete als Land- und Bauarbeiter. Er kam 1928 nach Dresden, ließ sich in der Friedrichstadt nieder und begann als Gelegenheitsarbeiter tätig zu werden. Er verlor im Zuge der Weltwirtschaftskrise 1929 seine Arbeit.

Unter Einfluss von Otto Kipp, Arno Winkler und anderen wurde Beham 1929 Mitglied der KPD und Mitglied der KPD-Stadtteilleitung Dresden-Friedrichstadt. Er galt als „einer der aktivsten Funktionäre in der Stadtteilleitung Dresden-Friedrichstadt“.Beham, Christian. In: Museum für Geschichte der Stadt Dresden: Biografische Notizen zu Dresdner Straße und Plätzen, die an Persönlichkeiten aus der Arbeiterbewegung, dem antifaschistischen Widerstandskampf und dem sozialistischen Neuaufbau erinnern. Dresden 1976, S. 11. Unter anderem war er an der Herstellung und Verteilung der Zeitung Der Scheinwerfer (KPD-Betriebszeitung bei Seidel & Naumann) und der Straßenzeitung Der rote Stern beteiligt. Kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten gehörte Beham zu den Dresdnern, die im Januar 1933 meterhohe Losungen der KPD an Häuserwände malten, illegal Plakate klebtenBeham, Christian. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 15. und Flugblätter verteilten. Nach der Machtergreifung wurde Beham 1933 verhaftet und in das KZ Hohnstein gebracht. Nach seiner Entlassung 1934 wurde Beham dem Autobahnbau zugeteilt, war jedoch weiterhin im Widerstand aktiv, so stand er im Kontakt zur Widerstandsgruppe um Lea und Hans Grundig.

Beham wurde 1937Nach https://collections.arolsen-archives.org/en/document/5501878 und https://collections.arolsen-archives.org/en/document/5501864 befand er sich vom 2. September 1937 bis zum 9. Juni 1938 bereits in Buchenwald, von wo er aber zunächst wieder entlassen wurde erneut verhaftet und nach zahlreichen Verhören und Misshandlungen durch die Gestapo im Jahr 1939 zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt, die er im Zuchthaus Waldheim verbrachte; 1942 wurde er in das KZ Buchenwald deportiert, wo er von der SS als Lagerältester II eingesetzt wurdeErhard Pachaly, Kurt Pelny: Konzentrationslager Mittelbau-Dora. Dietz, Berlin 1990, S. 127. und sich aktiv am Widerstand beteiligte. Er kam von dort unter anderem mit Albert Kuntz, Heinz Schneider und Arno Winkler in das Zweiglager Dora, arbeitete in der unterirdischen V-Waffen-Fabrik und gehörte „zur Leitung der illegalen Arbeit zur Störung der Kriegsproduktion“. Nach Augenzeugenberichten eines Lagerhäftlings wurde Beham mit anderen Häftlingen am 4. April 1945 im Lager Dora durch die SS erschossen.Andre Sellier: A History of the Dora Camp. Ivan R. Dee, 2003, S. 297. Eine andere Quelle spricht davon, dass er durch den Strang starb, da er einen Befehl der SS verweigerte, sowjetische Leidensgenossen zu hängen.

Gedenken mini|Der Hohenthalplatz in Dresden, von 1946 bis 1993 Christian-Beham-Platz Von 1946 bis 1993 trug der Hohenthalplatz in Dresden den Namen Christian-Beham-Platz. Die 17. Polytechnische Oberschule in der Dresdner Friedrichstadt trug den Ehrennamen „Christian Beham“; nach der Wende wurde sie die 17. Mittelschule.

Auguste Lazar, die mit Beham seit den 1930er-Jahren bekannt war, berichtet in ihrer Autobiografie Arabesken. Aufzeichnungen aus bewegter Zeit auch von Behams Zeit im Zuchthaus Waldheim, so von einem Zusammentreffen von Beham und Martin Mutschmann.Vgl. Beham, Christian. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 16.

Das Tafelbild von Hans Grundig „Den Opfern des Faschismus“ (2. Fassung, 1946/48; in der Sammlung der Dresdner Gemäldegalerie Neue Meister) enthält eine Inschrift mit drei Namen, darunter Christel Beham.Bildindex der Kunst & Architektur

Lothar Lang: Malerei und Graphik in der DDR. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983; S. 23/24

Literatur Beham, Christian. In: Museum für Stadtgeschichte, Alfred Werner (Bearb.): Sie kämpften und starben für kommendes Recht. Kurze Lebensbeschreibungen Dresdner Arbeiterfunktionäre und Widerstandskämpfer II. Meißner Druckhaus, Dresden 1963, S. 14–18. Beham, Christian. In: Museum für Geschichte der Stadt Dresden: Biografische Notizen zu Dresdner Straße und Plätzen, die an Persönlichkeiten aus der Arbeiterbewegung, dem antifaschistischen Widerstandskampf und dem sozialistischen Neuaufbau erinnern. Dresden 1976, S. 10–11.

Einzelnachweise

Kategorie:KPD-Funktionär Kategorie:Person (Widerstand gegen den Nationalsozialismus) Kategorie:Häftling im KZ Buchenwald Kategorie:Todesopfer im KZ Mittelbau-Dora Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1906 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann