Victor Calles, auch Viktor Calles (* 26. März 1901 in Aachen; † 21. Oktober 1969 in Köln), war ein deutscher Garten- und Landschaftsarchitekt.
Leben Auf ein Studium in Bonn, Berlin, Stuttgart und Köln folgte ein gärtnerisches Praktikum in Aachen. 1920 machte Calles sich mit einem eigenen Büro selbständig, das ab 1921 in Köln ansässig war. Er war Mitglied des Bundes Deutscher Gartenarchitekten (BDGA). Ab 1961 führte Calles sein Büro mit Sohn Horst Victor Calles (* 19. Juni 1939), der es nach dem Tod des Vaters 1969 übernahm.Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände. J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 2, S. 812. 1979/80 erfolgte der Umzug von Köln-Müngersdorf (Veit-Stoß-Straße 6) nach Köln-Lövenich (An der Ronne 48). Das Büro wird seit 1997 in dritter Generation von Dipl.-Ing. Torsten Calles und Luc de Brabant unter dem Namen „Calles De Brabant Landschaftsarchitekten“ geführt.
Bekannt wurde Calles unter anderem durch seine Vorschläge zur Rekultivierung der vom Braunkohletagebau im Rheinischen Braunkohlerevier westlich von Köln betroffenen Gebiete, die er bereits seit 1946, lange vor Erlass der entsprechenden Gesetze, vorlegte.Grüne Zukunft der schwarzen Erde. In: Kölner Rundschau, 2. Juli 1949; bei wisoveg.de Er war an der Vorbereitung der Bundesgartenschau in Köln 1957 als Mitglied des Gestaltungs- und des Friedhofsausschusses beteiligt.Viola Brixius: Der Rheinpark in Köln. Geschichte einer Gartenanlage von 1914 bis heute. Band 1. Köln 2004, S. 138. (=Dissertation, Universität zu Köln) Sein Werk im In- und Ausland umfasst neben privaten und öffentlichen Gärten etwa 80 Friedhöfe sowie einige Sportanlagen und Ehrenmale. Bei zahlreichen Projekten war Calles Partner des Kölner Architekten Hans Schilling., S. 323. mini|hochkant|Familiengrab Calles
Calles gehörte den Studentenverbindungen Alania Bonn, AV Alania Stuttgart und Hansea Berlin im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen an.
Calles war seit 1935 mit Luise Alwine Lise Lotte geb. Fingerhut (1910–1985) verheiratet. Er verstarb 1969 im Alter von 68 Jahren in einem Kölner Krankenhaus. Die Grabstätte der Eheleute befindet sich auf dem Friedhof Melaten (Flur 117).
Werk (Auswahl) 1923: Köln, Stadtteil Marienburg, Am Südpark 39, Haus W./Haus Gessner (kriegszerstört)Wolfram Hagspiel: Köln. Marienburg. Bauten und Architekten eines Villenvororts. (= Stadtspuren, Denkmäler in Köln, Band 8.) 2 Bände, J. P. Bachem Verlag, Köln 1996, ISBN 3-7616-1147-1, Band 1, S. 30. 1926: Königswinter, Tanzgarten in einem Rheinhotel 1932: Köln, Sonderschau „Gast und Garten“ 1934: Köln, Waldpark-Landhaussiedlung in Hahnwald um 1936–1944: Westwall, Begrünung und Tarnung (im Auftrag der Organisation Todt)Bericht über den Projektleiter Hans Meyer, den Calles einstellte, obwohl er zwangspensioniert war wegen seiner jüdischen Ehefrau um 1938: Heimbach/Nideggen/Simmerath, Rurtalsperre Schwammenauel, Landschaftsgestaltung 1940: Tschechien, Svitavy (damals Zwittau), Friedhof 1947: Köln, „Planung zur Umgrünung der Römerstadt“ (mit Karl Band und Hans Schilling)Werner Durth, Niels Gutschow: Träume in Trümmern: Planungen zum Wiederaufbau zerstörter Städte im Westen Deutschlands 1940-1950. In: Schriften des Deutschen Architekturmuseums zur Architekturgeschichte und Architekturtheorie, Vieweg, 1988, ISBN 3-528-08706-4, S. 255. um 1951: Hamburg, Geländewettbewerb zur Internationalen Gartenbauausstellung 1953 (3. Preis)Baukunst und Werkform, Band 5, 1952, S. 115. um 1955: Köln, Stadtteil Weidenpesch, Sportpark 1957: Köln, Bundesgartenschau, Musterfriedhof 1958: Leverkusen, Ulrich-Haberland-Stadion, heute BayArena 1959–1960: Köln, Stadtteil Rodenkirchen, Lessingstraße 8, WohnhausWolfram Hagspiel: Villen im Kölner Süden. Rodenkirchen, Sürth, Weiss und Hahnwald. (mit Fotografien von Hans-Georg Esch) J. P. Bachem Verlag, Köln 2012, ISBN 978-3-7616-2488-3, S. 102. 1960–1961: Königswinter, Friedhof OberweingartenwegHonnefer Volkszeitung, 11. März 1960, S. 3 (zeitpunkt.nrw)Honnefer Volkszeitung, 8. November 1961, S. 3 (zeitpunkt.nrw) 1961: Hürth, Naherholungsgebiet Otto-Maigler-SeeFritz Bendler: Bericht über die Entstehung des Naherholungsgebietes um den Otto-Maigler-See in Hürth. in: Hürther Heimat, Bd. 80, 2001, S. 35ff. 1968: Hamm (Sieg), Sportpark 1969: Werl, Parkfriedhof, Erweiterung um 1969: Bornheim, Rathausstraße 2, Rathaus (Architekt: Ernst van Dorp)Horst Victor Calles: Garten- und Landschaftsplanung. 1920–heute. um 1969: Hamm (Sieg), Kommunalfriedhof
ohne Datierung: Bad Driburg, Kurpark Bad Honnef, Bondorfer Straße 34, Villa HeckenfelsOtto Valentien: Hausgärten. In: Bund Deutscher Architekten (Hrsg.): Planen und Bauen im neuen Deutschland, Springer Fachmedien, Wiesbaden 1960, S. 429. Borken, Stadtpark Bornheim, Stadtteil Walberberg, Dominikanerkloster St. Albert Düren, Kreishaus, Außenanlagen Erftstadt, Stadtteil Liblar, Bürgermeisteramt Monheim am Rhein, Rheinische Pappenfabrik St. Ingbert, Volkssportanlage
Literatur Horst Victor Calles: Garten- und Landschaftsplanung. 1920–heute. Eigenverlag, Köln 1982. Wolfram Hagspiel: Victor Calles. In: ders.: Lexikon der Kölner Architekten vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert. Bd. 1: A-G. Böhlau, Wien, Köln 2022 (Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e.V.; 52), ISBN 978-3-412-52446-3, S. 298f.
Weblinks Calles De Brabant Landschaftsarchitekten
Einzelnachweise
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