Die Kahle Drillingsblume (Bougainvillea glabra) ist ein kletternder Strauch aus Südamerika. Sie wird häufig als Zierpflanze verwendet.
Beschreibung mini|Zweig mit Blüten und purpurfarbenen Hochblättern Bougainvillea glabra bildet immergrüne, kletternde Sträucher, die als Spreizklimmer bis zu 10 m Wuchshöhe erreichen können.Andreas Bärtels: Farbatlas Mediterrane Pflanzen. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1997, S. 31. – Christian Grunert: Kletterpflanzen. 2. Auflage. Neumann-Verlag, Radebeul 1966, S. 15. – Die Angaben zur maximalen Wuchshöhe schwanken. Beispielsweise werden nur 4 m angegeben bei: Peter und Ingrid Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. Franckh-Kosmos, Stuttgart 1997, S. 290. Zunächst klettern die Pflanzen mit Hilfe von Sprossdornen; bei älteren Pflanzen können sich auch die Sprosse umeinanderschlingen und dadurch Halt und Stabilität gewinnen.Wilhelm Lötschert, Gerhard Beese: Pflanzen der Tropen. 3. Auflage. BLV, München 1989, S. 54.
Die Stämme sind dick, die Äste überhängend, kahl oder spärlich flaumig behaart. In den Blattachseln werden 5 bis 15 Millimeter lange, gerade bis gebogene Dornen gebildet. Die wechselständigen Laubblätter haben einen 0,3 bis 1 Zentimeter langen Stiel. Die ganzrandige Blattspreite ist eiförmig bis elliptisch, spitz oder zugespitzt, 5 bis 13 Zentimeter lang und 3 bis 6 Zentimeter breit, auf der Unterseite spärlich flaumig behaart und oberseits kahl.
Die zwittrigen Blüten erscheinen achselständig in dreiblütigen Zymen. Die drei blattartigen Hochblätter sind purpurn bis violett oder rot, seltener weiß, gelb, orange, gefärbt, leicht herzförmig, 2,5 bis 3,5 Zentimeter lang und etwa 2 Zentimeter breit. Sie überragen die Blüten und bilden mit diesen ein „Pseudanthium“. Diese wachsen auf etwa 3,5 Millimeter langen Blütenstielen auf der Basis der Hochblätter. Die einfache, rippige, röhrige, unten bauchige Blütenhülle ist außen grünlich bis purpur und fein behaart, innen cremefarben sowie etwa 2 Zentimeter lang. Der kurze, wellige Saum ist fünffach gelappt und ausgebreitet. Die sechs bis acht an der Basis verwachsenen, eingeschlossenen Staubblätter haben 8 bis 13 Millimeter lange, ungleiche Staubfäden. Der oberständige, einkammerige, gestielte Fruchtknoten ist etwa 2 Millimeter lang, der kurze Griffel 1 Millimeter und die längliche, einseitige Narbe 2,5 Millimeter. Es ist ein Diskus vorhanden.
Es werden kleine, kahle, spindelförmige Achänen mit beständigem Perianth und beständigem, papierigem, flügeligem Hochblatt gebildet (Anthocarp).
Die Art blüht in ihrer Heimat und in südlichen Gebieten im Winter und Frühling, im Norden und in Glashäusern von März bis Juli. Nach anderen Angaben blühen die Pflanzen in warmem Klima fast das ganze Jahr hindurch. Die Bestäubung der Blüten erfolgt durch Kolibris.Andreas Bärtels: Farbatlas Mediterrane Pflanzen. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1997, S. 31.
Verbreitung Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Südamerika, in Brasilien in den Bundesstaaten Bahia, Minas Gerais, Paraná, Pernambuco, Rio de Janeiro, Santa Catarina und São Paulo.
Systematik und Etymologie Die Kahle Drillingsblume (Bougainvillea glabra) ist eine Art aus der Gattung Bougainvillea, die zur Familie der Wunderblumengewächse (Nyctaginaceae) gezählt wird. Sie wurde 1849 von Jacques Denys Choisy erstbeschrieben. Synonyme der Art sind Bougainvillea brachycarpa , Bougainvillea rubicunda und Bougainvillea spectabilis var. glabra
Der Gattungsname Bougainvillea erinnert an den französischen Seefahrer Louis Antoine de Bougainville (1729–1811), der die Expedition leitete, bei der die ersten Vertreter der Gattung beschrieben wurden. Das Artepitheton glabra stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „kahl“.
Verwendung Die Art wird häufig in Kultur verwendet, in Gebieten mit Frost in Glashäusern oder als im Gebäude überwinterte Kübelpflanze, sonst im Freien. Sie dient als Zierpflanze und hat auch medizinische Bedeutung. Es gibt zahlreiche Kulturformen mit unterschiedlich gefärbten Hochblättern. Ebenfalls, jedoch seltener, wird die ähnliche Bougainvillea spectabilis kultiviert, die sich durch die samtig-filzige Blattunterseite von Bougainvillea glabra unterscheidet.
Literatur
Yasin J. Nasir: Flora of West Pakistan 115: Nyctaginaceae. Stewart Herbarium, Gordon College (u. a.), Rawalpindi 1977, S. 13.
Marilena Idžojtić: Dendrology. Academic Press, ISBN 978-0-444-64175-5, 2019, S. 95.
Weblinks
Einzelnachweise Deutscher Name nach Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. S. 288. Dequan Lu, Michael G. Gilbert: Bougainvillea glabra, in Flora of China, Band 5, S. 431. Yasin J. Nasir: Bougainvillea glabra in Flora of West Pakistan 115: Nyctaginaceae. S. 13. Schönfelder: Die Kosmos-Kanarenflora. S. 288.
Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 105 (Nachdruck von 1996). Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 266 (Nachdruck von 1996).
Kategorie:Wunderblumengewächse Kategorie:Kletterpflanze Kategorie:Zierpflanze