Die Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung ist eine Stiftung zur Förderung deutschsprachiger Übersetzer. Sie vergibt seit 1992 den Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis, seit 1995 den Jane Scatcherd-Preis und seit 1998 den Paul Scheerbart-Preis.
Geschichte
Die Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung wurde im Jahr 1992, dem Todesjahr des Verlegers Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, von dessen Ehefrau Jane Ledig-Rowohlt (geborene Scatcherd) gegründet. Das Stiftungskapital entstammt dem Verkauf eines mehr als vier Meter breiten Gemäldes von Wolf Vostell mit dem Titel You are Leaving the American Sector aus dem Jahr 1964,Wolf Vostell: You are Leaving the American Sector, 1964 beim Museum Folkwang. das bis 1994 im Foyer des Rowohlt Verlags hing,Ein liebender Übersetzer. Zehn Jahre Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung 1992–2001, hrsg. von der Jury der Stiftung. Berlin, Hamburg, New York 2001, ohne ISBN, S. 7. und einer Spende der Witwe.Nikolaus Hansen über den Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Stiftung. In: Buchmarkt vom 10. Oktober 2010. In der Satzung heißt es: „Es war der Wunsch des Verlegers Heinrich Maria Ledig-Rowohlt, die oft unterschätzte Arbeit der Übersetzer literarischer Werke mit einem jährlichen Förderpreis zu unterstützen.“ Dem Vorstand der in Hamburg beheimateten Stiftung gehörten als Vorsitzender Michael Naumann, der damalige Geschäftsführer des Rowohlt Verlags, sowie der Rechtsanwalt Hans-Jürgen Groth und der Verleger Nikolaus Hansen an.Website der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung Seit März 2021 besteht der Vorstand aus der Rowohlt-Verlegerin Nicola Bartels, dem Ullstein-Verleger Karsten Kredel, und als Vorsitzende wurde Ulrike Teschke, Geschäftsführerin des Tagesspiegels, gewählt. Nikolaus Hansen, der Ende 2020 aus dem Vorstand ausgeschieden war, wurde vom neuen Vorstand zum Ehrenvorsitzenden der Stiftung ernannt.Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung: Vorstand neu, Nikolaus Hansen wird Ehrenvorsitzender, buchmarkt.de, 11. März 2021
Seit 1992 wird von der Stiftung der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis vergeben, der jedes Jahr im Rahmen der Frankfurter Buchmesse überreicht wird. 1995 folgte zusätzlich der Jane Scatcherd-Preis (benannt nach Ledig-Rowohlts Witwe), 1998 der Paul Scheerbart-Preis (benannt nach dem Schriftsteller Paul Scheerbart). Die erste Jury wurde noch von Ledig-Rowohlt selbst bestimmt. Ihr gehörten neben Naumann Helmut Frielinghaus, Hans Georg Heepe und Dieter E. Zimmer an. Im Jahr 2014 führt Hansen den Vorsitz der Jury, der die Übersetzerin Susanne Höbel, die Verlegerin Antje Kunstmann und der Rowohlt-Cheflektor Thomas Überhoff angehören. Der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ist mit 15.000 Euro dotiert, der Jane Scatcherd-Preis mit 10.000 Euro und der Paul Scheerbart-Preis mit 5.000 Euro. Ausgezeichnet werden jeweils „herausragende Leistungen auf dem Gebiet der literarischen Übersetzung“.Pressemitteilung zu der Preisvergabe 2014.
Neben den Preisen fördert die Stiftung auch auf anderem Wege die Tätigkeit deutschsprachiger Literaturübersetzer. So unterstützt die Stiftung das Ledig House im amerikanischen Bundesstaat New York und den Verein Freundeskreis zur internationalen Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen.
Preisträger
Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis
Jane Scatcherd-Preis
1995: Berthold Zilly 1996: Uli Aumüller 1997: Walter Boehlich 1998: Verena Reichel 1999: Doris Kilias 2000: Hinrich Schmidt-Henkel 2001: Renate Schmidgall 2002: Terézia Mora 2003: Peter Urban 2004: Jürgen Dormagen 2005: Dagmar Ploetz 2006: Joachim Röhm 2007: Maja Pflug 2008: Mirjam Pressler 2009: Monika Motsch 2010: Christian Hansen 2011: Anne Birkenhauer 2012: Willi Zurbrüggen 2013: Alexander Nitzberg 2014: Paul Berf 2015: Moshe Kahn 2016: Kristof Magnusson 2017: Grete Osterwald 2018: Gabriele Leupold 2019: Ursel Allenstein 2020: Claudia Steinitz 2021: Andreas Tretner 2024: Verena von Koskull
Paul Scheerbart-Preis
1998: Karin Graf und Joachim Sartorius 1999: Manfred Peter Hein 2000: Herbert Schuldt 2001: Martin von Koppenfels 2007: Hanns Grössel 2008: Gunhild Kübler 2009: Alissa Walser 2010: Jürgen Brôcan 2011: Helmut Frielinghaus 2012: Eva Hesse 2013: Jan Wagner 2014: Stefan Weidner 2015: Rainer G. Schmidt 2016: Christoph Ferber 2017: Wiebke Meier 2018: Kurt Steinmann 2019: Eduard Klopfenstein 2020: Simon Werle 2021: Manfred Pfister 2024: Olga Radetzkaja
Literatur
Ein liebender Übersetzer. Zehn Jahre Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung 1992–2001, hrsg. von der Jury der Stiftung. Berlin, Hamburg, New York 2001, ohne ISBN.
Weblinks Website der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung Nikolaus Hansen über den Übersetzerpreis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt Stiftung. In: Buchmarkt vom 10. Oktober 2010.
Einzelnachweise
Kategorie:Stiftung in Hamburg Kategorie:Literaturstiftung Kategorie:Übersetzerpreis Kategorie:Stiftungsgründung 1992