Wilhelm Grüter (* 30. Juli 1882 in Essen; † 24. August 1963 in Marburg) war ein deutscher Ophthalmologe (Augenarzt) in Marburg.

Leben Grüter machte das Abitur in Essen und studierte Medizin an der Philipps-Universität Marburg, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Während seines Studiums wurde er 1901 Mitglied des Naturwissenschaftlich-Medicinischen Vereins Marburg, der späteren Landsmannschaft Nibelungia Marburg.Berthold Ohm, Alfred Philipp (Hrsg.): Anschriftenverzeichnis der Alten Herren der Deutschen Landsmannschaft. Teil 1. Hamburg 1932, S. 327. Er absolvierte 1905 in Marburg das Staatsexamen. Hier erhielt er auch die Approbation. 1906 wurde er zum Dr. med. promoviert.Dissertation: Ein Beitrag zur Aetiologie der Purpura haemorrhagica : Werlhofsche Krankheit. Seit 1911 Privatdozent in Marburg für Augenheilkunde.Habilitationsschrift: Kritische und experimentelle Studien über die Vaccineimmunität des Auges und ihre Beziehungen zum Gesamtorganismus. Extraordinariate erhielt er 1917 in Marburg und 1923 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1927 kam er auf den Marburger Lehrstuhl und wurde Leiter der Universitäts-Augenklinik. 1949 wurde er emeritiert.

Seine fachlichen Verdienste liegen in der Erforschung der Keratitis und des Herpes simplex am Auge.

Grüter war Mitglied des NS-Lehrerbundes. Im November 1933 unterzeichnete er das Bekenntnis der deutschen Professoren zu Adolf Hitler.

Die Diagnose einer erblichen Pigmententartung der Netzhaut bei einer von ihm als Klinikleiter in Marburg untersuchten Frau, führte im Juli 1941 zur Schwangerschaftsunterbrechung und SterilisierungErnst Klee: Deutsche Medizin im Dritten Reich. Karrieren vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-10-039310-4, S. 49. bei der Betroffenen.Vgl. auch Esther Krähwinkel: Formen der Umsetzung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ an der Marburger Medizinischen Fakultät. In: Medizinhistorisches Journal. Band 34, Heft 2, 1999, S. 159–209.

Ehrungen Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina (1944) Großes Bundesverdienstkreuz (2. September 1958)Bundespräsidialamt

Literatur Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt a. M. 2003, S. 207.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Augenarzt Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) Kategorie:Hochschullehrer (Philipps-Universität Marburg) Kategorie:Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Landsmannschafter Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1882 Kategorie:Gestorben 1963 Kategorie:Mann