Olaf Höckmann (* 10. Juli 1935 in Barth; † 17. März 2023 in Mainz) war ein deutscher Prähistoriker. Sein Hauptforschungsgebiet war die Geschichte der antiken Schifffahrt.Florian Himmler, Heinrich Konen, Josef Löffl: Exploratio Danubiae. Ein rekonstruiertes spätantikes Flusskriegsschiff auf den Spuren Kaiser Julian Apostatas (= Region im Umbruch. Band 1). Frank & Timme, Berlin 2009, ISBN 978-3-86596-227-0, S. 31.
Leben Olaf Höckmann wurde in Vorpommern geboren und zog mit seiner Familie später nach Oppeln. In der Spätphase des Zweiten Weltkriegs floh seine Mutter mit ihren Kindern zunächst in die Nähe von Osnabrück, dann in die von Münster. Er legte das Abitur am Wilhelm-Hittorf-Gymnasium ab, studierte Vor- und Frühgeschichte mit den Nebenfächern Klassische Archäologie und Volkskunde und wurde 1962 an der Universität Münster mit der Dissertation Die menschengestaltige Figuralplastik der südosteuropäischen Jungsteinzeit und Steinkupferzeit zum Dr. phil. promoviert. Zum 1. Dezember 1965 wurde er Direktorialassistent am Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) in Mainz, wo er sein gesamtes Berufsleben verbrachte und zuletzt als Oberkonservator tätig war. Im Jahr 1997 trat er wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig in den Ruhestand.
Er war korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). beim Deutschen Archäologischen Institut. Eine Schenkung von Höckmann befindet sich in der Bibliothek Ur- und Frühgeschichte innerhalb der Universitätsbibliothek Leipzig., Universitätsbibliothek Leipzig; abgerufen am 7. Juni 2014.
Er war mit der Klassischen Archäologin Ursula Höckmann verheiratet, die er als Kommilitonin an der Universität Münster kennengelernt hatte.
Wirken Von 1981 bis 1982 war er an der Ausgrabung römischer Schiffe in Mainz beteiligt, wo zum ersten Mal ein spätantikes Flusskriegsschiff (Navis lusoria) konserviert, rekonstruiert und der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Seitdem wandte er sich verstärkt der SchiffsarchäologieAnnette Bruhns: Völker und Reiche der Frühzeit. Bürger am Ruder. In: Spiegel Special, 2/2008, 29. April 2008. Herbert Mackert: Experimentelle Archäologie: Studenten zimmern antikes Kriegsschiff. Spiegel Online, 8. Februar 2004. Joachim Latacz, Wolf-Dietrich Niemeier: Wer beschweigt hier wen? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. Februar 2004. und der historischen Schifffahrt mit Schwerpunkt Antike und Prähistorie zu.Heiko Steuer, Ulrich Zimmermann (Hrsg.): Streifzüge durch die frühen Hochkulturen. Ein historisches Lesebuch (= Beck’sche Reihe, 1046). 2. Auflage, Beck, München 1997, ISBN 3-406-41985-2, S. 400 (siehe Autorenverzeichnis). Höckmann war auch in die Untersuchungen an den 1986 entdeckten römerzeitlichen Schiffe am Kastell Oberstimm eingebunden.Hans Schönberger, Heinz-Jürgen Köhler, Olaf Höckmann: Die östliche Umwehrung des Kastells Oberstimm und Schiffe mediterraner Bauart auf seiner Westseite, Gemeinde Manching, Landkreis Pfaffenhofen a. d. Ilm, Oberbayern. In: Das archäologische Jahr in Bayern 1987 (1988), ISBN 3-8062-0562-0, S. 106–108.
1985 erschien seine Monografie Antike Seefahrt. Er verfasste Beiträge in Sammelbänden wie Streifzüge durch die frühen Hochkulturen (1994), Nürnberger Blätter zur Archäologie (2001/2002) und Studien zur unteritalischen Vasenmalerei (2002). Außerdem war er Autor von Artikeln in archäologischen Fachzeitschriften wie Studia Troica, Mainzer Archäologische Zeitschrift, Archäologisches Korrespondenzblatt und International Journal of Nautical Archaeology, aber auch im Kölner Jahrbuch und in den Beiträgen zur Rheinkunde. Er war zudem Mitglied der Redaktion von Skyllis – Zeitschrift für Unterwasserarchäologie.
Höckmann hielt Vorträge bei internationalen Tagungen, an Universitäten und Museen.Universität Marburg, 7. Juni 2014; Landesmuseum Mainz, abgerufen am 7. Juni 2014; (PDF) Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie; abgerufen am 7. Juni 2014.
Schriften mit Nada Miletić: Mittelalterliche Grabmäler aus Bosnien (= Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz. Ausstellungskataloge. Band 2, ). Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (in Kommission bei Habelt), Mainz u. a. 1967. Die menschengestaltige Figuralplastik der südosteuropäischen Jungsteinzeit und Steinkupferzeit (= Münstersche Beiträge zur Vorgeschichtsforschung. Band 3/4, ). 2 Teile, Lax, Hildesheim 1968. mit Ernst Sprockhoff: Die gegossenen Bronzebecken der jüngeren nordischen Bronzezeit (= Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz. Kataloge vor- und frühgeschichtlicher Altertümer. Band 19, ). Verlag des Römisch-Germanischen Zentralmuseums (in Kommission bei Habelt), Mainz u. a. 1979. Lanze und Speer im spätminoischen und mykenischen Griechenland. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz. Band 27, 1980, S. 13–158. Antike Seefahrt (= Beck’s archäologische Bibliothek). C. H. Beck, München 1985, ISBN 3-406-30463-X (italienische Übersetzung 1988). Etruskische Schiffahrt. In: Jahrbuch des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz. Band 48, 2001, S. 227–308. Mittelmeerschiffahrt im 2. Jahrtausend v. Chr. im Überblick. In: Laverna. Band 17, 2006, S. 1–86. Ein gegossenes Bronzebecken aus Münster-Gittrup. In: Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe. Band 11, 2012, S. 5–148.
Literatur Friederike Naumann-Steckner, Ursula Höckmann: Biographie und Bibliographie von Olaf Höckmann †. In: Kölner Jahrbuch. Band 57, 2024, S. 391–400. Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. 26. Ausgabe (2014), De Gruyter, Berlin 2013, ISBN 978-3-11-030257-8 (Online).
Weblinks
Olaf Höckmann im Opac der Regesta Imperii
Einzelnachweise
Kategorie:Prähistoriker Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz Kategorie:Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts Kategorie:Maritimer Sachbuchautor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1935 Kategorie:Gestorben 2023 Kategorie:Mann Kategorie:Marinehistoriker Kategorie:Schifffahrt (Antike)