Die Henderson-Grenze ist die Energiedosis durch Röntgenstrahlung, die bei einem gekühlten Proteinkristall die Intensität des Beugungsmusters halbiert. Der Begriff geht auf Arbeiten von Richard Henderson zurück.Richard Henderson: Cryo-Protection of Protein Crystals against Radiation Damage in Electron and X-Ray Diffraction. In: Proc. R. Soc. Lond. B. Band 241, Nr. 1300, 1990, S. 6–8, .

Eigenschaften Die Henderson-Grenze liegt bei etwa 2 × 107 Gy und spielt bei Kristallstrukturanalysen eine Rolle, da sie ein Maß dafür ist, wie viele Daten man bei einer gegebenen Strahlenintensität gewinnen kann.T. Y. Teng, K. Moffat: Primary radiation damage of protein crystals by an intense synchrotron X-ray beam. In: Journal of synchrotron radiation. Band 7, Pt. 5, 2000, , S. 313–317, , PMID 16609214.

Aufgrund der ionisierenden Röntgenstrahlung werden durch den photoelektrischen Effekt verschiedene Reaktionen in den Proteinmolekülen ausgelöst, z. B. entstehen Radikale, die wiederum zu Oxidationen an Methioninen, Reduktionen von Cystinen, Vernetzungen und Decarboxylierungen von Asparaginsäuren und Glutaminsäuren führen können.

Durch eine Nanofilmkristallisation kann das Limit erhöht werden.E. Pechkova, C. Nicolini: Protein nanocrystallography: a new approach to structural proteomics. In: Trends in biotechnology. Band 22, Nummer 3, 2004, , S. 117–122, , PMID 15036861.

Literatur Claudio Nicolini: Nanobiotechnology and Nanobiosciences. (= Pan Stanford Series on Nanobiotechnology. Band 1). Pan Stanford Publishing, 2009, ISBN 9789814241380.

Einzelnachweise

Kategorie:Kristallographie Kategorie:Biophysikalische Methode