Salt Mobile SA ist ein Schweizer Telekommunikationsunternehmen mit Sitz in Prilly. Das Unternehmen bietet Privatkunden Mobilfunk, Festnetztelefonie, Glasfaser-Internet und Fernsehen an. Unter der Marke Salt Business bietet es Geschäftskunden Mobilfunk-, Internet- und Telefonielösungen an. Es ist der drittgrösste Mobilfunkanbieter der Schweiz. Eigentümerin ist die zur Unternehmensgruppe von Xavier Niel gehörende NJJ Continental Holding.

Salt betreibt in der Schweiz seit 1999 ein eigenes landesweites Mobilfunknetz und bietet seit 2018 Internet, TV und Festnetz für Haushalte mit einem Glasfaseranschluss (FTTH) an.Salt steigt mit revolutionärer Fiber Box in Schweizer Festnetzmarkt ein (PDF; 742 kB) salt.ch, abgerufen am 30. März 2018 Das Unternehmen firmierte von Juni 1999 bis April 2015 unter dem Namen Orange Communications SA und war nach dem Rückzug des Orange-Mutterhauses von 2012 bis 2014 im Besitz der Matterhorn Mobile SA, einer Tochter des britischen Investmentunternehmens Apax Partners.Orange von Matterhorn übernommen. inside-it.ch, abgerufen am 8. Juni 2014.NJJ Capital to buy Orange. zephyr.bvdinfo.com, abgerufen am 21. Dezember 2014.

Geschichte

mini|hochkant|verweis=Firmenlogo|Ehemaliges Logo von 1999 bis 2015 Orange Communications SA war ein Schweizer Tochterunternehmen des französischen Mobilfunkkonzerns Orange. Es war der dritte Anbieter in der Schweiz, welcher vom BAKOM Ende der 1990er Jahre eine GSM-Konzession für den Betrieb eines landesweiten, digitalen, zellularen Mobilfunknetzes erhielt. Im Juni 1999 stiess Orange in den Schweizer Markt und bot von Beginn an eine landesweite Abdeckung durch sogenanntes "National Roaming" mit der Swisscom.Zulässige Zusammenarbeit von Orange Communications mit Swisscom im Rahmen des «National Roaming». bakom.admin.ch, abgerufen am 8. Juni 2014. Dies ermöglichte es Orange, sich ganz auf den Aufbau seines eigenen neuen Mobilfunknetzes zu konzentrieren. In der Folge beendete Orange die Mitbenutzung des Swisscom-Netzes für seine Kunden Ende Juli 2003. (PDF) orange.ch, abgerufen am 8. Juni 2014.

Gescheiterte Fusion mit Sunrise Die Übernahme des britischen Mutterhauses durch France Télécom SA (heute Orange SA) im Jahre 2000 hatte für Schweizer Kunden an der Oberfläche keinerlei Bedeutung. France Télécom machte später jedoch die Vorgabe, in den jeweiligen nationalen Märkten die Nr. 1 oder Nr. 2 zu sein. In der Schweiz wäre dies nur durch eine Fusion mit dem Schweizer Mobilfunkanbieter Sunrise Communications möglich gewesen, was aber von der Schweizer Wettbewerbsbehörde Weko im April 2010 untersagt wurde.Orange/Sunrise: Keine Fusion - Weko untersagt Zusammenschluss Handelszeitung, 22. April 2010, abgerufen am 21. Februar 2016. In der Folge gab France Télécom die Schweizer Tochter ab und Orange Communications wurde 2012 an die britische Investmentgesellschaft Apax Partners verkauft.Weko genehmigt Verkauf von Orange Schweiz an Apax. Neue Zürcher Zeitung, 17. Februar 2012, abgerufen am 6. Juni 2014.

Gerüchte um Netzzusammenlegung mit Sunrise Am 14. Juli 2014 gab der CTO von Orange Schweiz, Johan Hall, auf Nachfrage bekannt, dass technische Abklärungen bei ihren Netzlieferanten Nokia (Orange) und Huawei (Sunrise) laufen, die eine Zusammenführung beider Mobilfunknetze zu einem Einheitsnetz auf ihre Realisierbarkeit/Umsetzungsfähigkeit hin überprüfen.Orange und Sunrise arbeiten am Einheitsnetz. 20min.ch, abgerufen am 14. Juli 2014. Am 11. September 2014 wurde eine erneute Fusion (beider Unternehmen oder auch nur des Mobilfunknetzes) vom Präsidenten von Sunrise, Dominik Koechlin, in einem Interview verworfen.Sunrise-Präsident strebt keine Fusion mit Orange mehr an. netzwoche.ch, abgerufen am 5. Oktober 2014.

Im Jahr 2015 kursierten in den Medien erneut Gerüchte über eine Zusammenführung der Mobilfunknetze von Sunrise und Salt. Dies wurde nach der Übernahme von Salt durch Iliad sowie der Ernennung eines neuen CEOs im Januar 2016 abermals verworfen.Salt setzt bei der neuen Spitze auf Schweizer. bilanz.ch, abgerufen am 14. Januar 2015.

Übernahme Am 18. Dezember 2014 gab das britische Investmentunternehmen Apax Partners den Verkauf von Orange Schweiz an die Holdinggesellschaft NJJ Capital des französischen Unternehmers Xavier Niel bekannt. Die Übernahme wurde am 23. Februar 2015 abgeschlossen. Am 23. April 2015 wurde das Unternehmen von Orange Schweiz in Salt umbenannt.

Am 7. Dezember 2015 gab Salt überraschend bekannt, dass der CEO Johan Andsjö das Unternehmen per sofort verlässt. Pierre-Alain Allemand übernahm seine Position ad-interim.Salt-Chef tritt per sofort zurück. Tagesanzeiger.ch, abgerufen am 7. Dezember 2015. Ab März 2016 wurde Andreas Schönenberger neuer CEO von Salt. Schönenberger war der Chef von Google Schweiz.Ex-Google-Manager wird neuer Salt-Chef. Tagesanzeiger.ch, abgerufen am 31. Januar 2016. Am 1. September 2018 wurde er durch Pascal Grieder ersetzt.Salt ernennt Pascal Grieder zum neuen CEO salt.ch, abgerufen am 8. September 2018. Im Mai 2021 wurde bekannt, dass Salt vorerst in zwei Hotelplan-Filialen (Olten und Stans) ein Teil der Verkaufsfläche untervermietet wird. Im November 2021 lancierte Salt mit GoMohttps://www.go-mo.ch/ ein Flatrate-Angebot für Preisbewusste. Auch die Mitbewerber Sunrise (mit Swype) und Swisscom (mit Wingo) haben solche Billigangebote lanciert. Im Februar 2023 wurde bekannt, dass Pascal Grieder zurücktritt. Finanzchef Franck Bernard führte das Unternehmen vorübergehend, bevor Max Nunziata am 1. Juni 2023 die Leitung als CEO übernahm.

Virtuelle Netzbetreiber MVNO Von Herbst 2005 bis Januar 2019 nutzte der Schweizer Detailhändler Coop für sein eigenes Mobilfunkangebot «CoopMobile» Mobilfunknetz und -infrastruktur von Salt. Zu Beginn war ausschliesslich ein PrePaid-Angebot verfügbar, später wurden auch PostPaid-Verträge (= Laufzeitverträge) mit vergünstigten Mobiltelefonen oder als Flatrates (SIM-Card only) angeboten. Seit Januar 2019 nutzt CoopMobile das Netz von Swisscom.

Von Anfang 2010 bis Sommer 2014 hatte auch der Schweizer Kioskbetreiber Valora in Zusammenarbeit mit TalkEasy ein eigenes Mobilfunkangebot ok.-mobile (PrePaid) auf dem damaligen Orange-Netz angeboten. Seither erfolgte ein Wechsel auf das Mobilfunknetz von Sunrise.

UPC verwendete von 2013 bis Ende 2018UPC nutzt Mobilfunknetz von Swisscom In: handelszeitung.ch, abgerufen am 8. Januar 2018 das Mobilfunknetz von Salt. Ab 2015 stand UPC-Kunden auch das 4G-Netz von Salt zur Verfügung. Streng technisch war UPC der einzige MVNO in der Schweiz, da nur die Mobilfunkstandorte (bzw. -antennen) von Salt genutzt, der Datenverkehr und deren -verarbeitung jedoch durch eigene Infrastruktur von UPC abgewickelt wurden.

Lidl Schweiz bietet unter dem Label "Lidl Connect" seit Juni 2019 ein Mobilfunkangebot (wahlweise Postpaid oder Prepaid) in Zusammenarbeit mit Salt an. salt.ch, abgerufen am 12. Juli 2019

Im Jahr 2024 wurde "Post Mobile" in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Post AG gegründet.teltarif.de: Schweizer Post wechselt zu Salt - Details zum Aktionstarif; abgerufen am 18. Februar 2024Post Mobile: Offizielle Website

Im Jahr 2025 trat mit spusu ein weiterer MVNO in den Schweizer Markt ein, der das Mobilfunknetz von Salt nutzt.

Geschäftskunden Unter der Marke Salt Business bietet Salt Telekommunikationsdienste für Geschäftskunden an. Das Angebot umfasste zunächst insbesondere Mobilfunklösungen. Im Januar 2026 erweiterte das Unternehmen sein Geschäftskundenangebot um Corporate Internet und Lösungen für die Festnetztelefonie.

Corporate Internet ist eine schweizweit angebotene Konnektivitätslösung für Unternehmen. Sie umfasst Internetzugänge über Glasfaser und je nach Standort über weitere Zugangstechnologien. Zur Absicherung bei einem Ausfall der Festnetzverbindung ist eine automatische Umschaltung auf das Mobilfunknetz vorgesehen. Sicherheitsfunktionen werden in Zusammenarbeit mit dem Netzwerksicherheitsanbieter Fortinet bereitgestellt.

Abdeckung Die 4G-Abdeckung (LTE/LTE-Advanced) beträgt ca. 98 % der Schweizer Wohnbevölkerung (Stand Februar 2018) und ca. 86,5 % der Schweizer Fläche (Flächenabdeckung) mit Stand Mai 2019.Sunrise bietet grösste 4G-Abdeckung abgerufen am 5. Juni 2019.

Die 3G-Abdeckung (UMTS/HSPA+) liegt ebenfalls weit über 90 %. (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.

Bei der Grundversorgung mit GSM (EDGE), erreicht Salt eine Abdeckung von über 99 % des besiedelten Gebiets der SchweizIhre Orange Netzabdeckung. Abgerufen am 8. Juni 2014.

Im März 2023 kündigte Salt an, dass die Abdeckung in der Schweiz ab 2024 durch das Satellitennetzwerk Starlink auf 100 % erweitert werden soll.

Mobilfunknetz Mobilfunknetz der 2. Generation (GSM/EDGE) Im Gegensatz zu Swisscom und Sunrise nutzt Salt für die Abdeckung des Mobilfunkstandards der 2. Generation (GSM) schweizweit grösstenteils das 1800-MHz-Frequenzband. community.orange.ch, abgerufen am 14. Juli 2014. Dieses wurde im Zuge einer umfassenden Aufrüstung bis Mitte 2013 community.orange.ch, abgerufen am 14. Juli 2014. flächendeckend mit EDGE aufgerüstet.Orange zwischen Steinzeit (Edge) und Zukunft (LTE). inside-it.ch, abgerufen am 14. Juli 2014.

Vorteil des 1800-MHz-Bandes ist eine höhere Kapazität im Vergleich zum 900-MHz-Spektrum. Nachteil ist die geringere Ausbreitungseigenschaft, was zur Folge hat, dass im Gebäudeinneren der Empfang schlechter ist als bei Nutzung des 900-MHz-Frequenzbandes. Der Grund für die überwiegende Nutzung des 1800-MHz-Spektrums ist teilweise historisch bedingt, da Orange 1999 als dritter und letzter Anbieter in den Schweizer Mobilfunkmarkt einstieg. Zum damaligen Zeitpunkt nutzten Swisscom und Sunrise-Vorgängerin diAx bereits den Grossteil des damals verfügbaren 900-MHz-Bereichs, weshalb Orange nur wenig Spektrum in diesem begehrten tiefen Bereich zugewiesen werden konnte. Bei der im Frühjahr 2012 vom BAKOM durchgeführten Mobilfunkauktion ersteigerte Orange zusätzliches Spektrum im 900-MHz-Bereich (E-GSM), (PDF) orange.ch, abgerufen am 14. Juli 2014. was ihr eine spürbare Verbesserung der Abdeckung v. a. in ländlicheren Gebieten ermöglicht.

Mobilfunknetz der 3. Generation (UMTS/HSPA+) Für die Abdeckung des Mobilfunkstandards der 3. Generation (3G bzw. UMTS; in der aktuellen Version auch als HSPA+ bezeichnet) verwendet Salt ansonsten – ähnlich wie Swisscom – fast ausschliesslich das europaweit übliche 2100 MHz-Frequenzband. community.orange.ch, abgerufen am 8. Juni 2014. Die Abdeckung und Kapazität (Geschwindigkeit) des 3G-Netzes konnte die damalige Orange dank kontinuierlichen Investitionen seit 2012 deutlich erhöhen.Orange baut 280 neue Antennenstandorte. tagblatt.ch, abgerufen am 13. Juli 2014.