mini|Düsseldorfer Schauspielhaus bei Nacht (2007) mini|Nach Renovierung (2021) mini|Detail nach Renovierung (2021) Das Düsseldorfer Schauspielhaus, kurz D’haus, ist ein Ensembletheater in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. Das Theatergebäude am Gustaf-Gründgens-Platz wurde nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Bernhard Pfau als Sprechtheater im Auftrag der Stadt Düsseldorf in den Jahren 1965 bis 1969 errichtet. Die skulpturale Großform steht im spannungsreichen Kontrast zum benachbarten Dreischeibenhaus und zeichnet sich daher durch eine besondere städtebauliche Qualität aus. Der Bau, welcher innerhalb der Nachkriegsmoderne der organischen Architektur zugeordnet werden kann, beherbergt mit dem Großen Haus und dem Kleinen Haus zwei Spielstätten von hohem akustischem und technischem Niveau. Das Schauspielhaus Düsseldorf ist das einzige Staatstheater des Landes Nordrhein-Westfalen.Der Streit um das Schauspielhaus dauert an. In: rp-online.de, 12. November 2016, abgerufen am 12. November 2016.
Wegen einer umfangreichen Renovierung war das Theatergebäude von 2016 bis 2019 geschlossen. Im September 2020 war die Fassade wieder hergestellt und im November die letzten Arbeiten abgeschlossen.
Ensemble Das Düsseldorfer Schauspielhaus hat ein Repertoiresystem, dies bedeutet, dass eine Reihe von Schauspielern dauerhaft Teil des hausinternen Ensembles bleiben und mehrere Stücke parallel über einen langen Zeitraum im Repertoire behalten werden können.
Das Schauspielensemble inklusive fester Gäste am Düsseldorfer Schauspielhaus bestand in der Spielzeit 2019/20 aus Manuela Alphons, Cathleen Baumann, Sonja Beißwenger, Tabea Bettin, Judith Bohle, Markus Danzeisen, Rosa Enskat, Christian Erdmann, Henning Flüsloh, Christian Friedel, Moritz Führmann, Andreas Grothgar, Jonathan Gyles, Paul Jumin Hoffmann, Lieke Hoppe, Claudia Hübbecker, André Kaczmarczyk, Serkan Kaya, Torben Kessler, Burghart Klaußner, Kilian Land, Florian Lange, Jonas Friedrich Leonhardi, Alexej Lochmann, Jan Maak, Rainer Philippi, Bernhard Schmidt-Hackenberg, Thiemo Schwarz, Michaela Steiger, Lou Strenger, Studierende des Mozarteum Thomas Bernhard Institut (Salzburg), Sebastian Tessenow, Cennet Rüya Voß, Hanna Werth, Thomas Wittmann und Minna Wündrich In: dhaus.de, abgerufen am 9. April 2018. und bestand in der Spielzeit 2023/24 aus Manuela Alphons, Cathleen Baumann, Caroline Adam Bay, Sonja Beißwenger, Tabea Bettin, Caroline Cousin, Markus Danzeisen, Rosa Enskat, Christian Friedel, Raphael Gehrmann, Glenn Goltz, Andreas Grothgar, Jonathan Gyles, Natalie Hanslik, Claudia Hübbecker, André Kaczmarczyk, Pauline Kästner, Moritz Klaus, Burghart Klaußner, Fatih Kösoğlu, Florian Lange, Jonas Friedrich Leonhardi, Eduard Lind, Wolfgang Michalek, Mila Moinzadeh, Belendjwa Peter, Rainer Philippi, Kilian Ponert, Heiko Raulin, Wolfgang Reinbacher, Lea Ruckpaul, Jürgen Sarkiss, Leon Schamlott, Eva Maria Schindele, Thiemo Schwarz, Claudius Steffens, Michaela Steiger, Sophie Stockinger, Lou Strenger, Fnot Taddese, Sebastian Tessenow, Cennet Rüya Voß, Friederike Wagner, Hanna Werth, Blanka Winkler, Thomas Wittmann, Minna Wündrich und Yulia Yáñez Schmidt. Gastdarsteller waren Miguel Abrantes Ostrowski, Manuela Alphons, Felix Banholzer, Anna Beetz, Sonja Beißwenger, Heikko Deutschmann, August Diehl, Julia Dillmann, Rosa Enskat, Emanuel Fellmer, Reinhart Firchow, Anya Fischer, Christian Friedel, Daniel Fries, Denis Geyersbach, Sven Gey, Esther Hausmann, Nicole Heesters, Wolf Danny Homann, Ben Daniel Jöhnk, Burghart Klaußner, Johanna Kolberg, Orlando Lenzen, Matthias Luckey, Hans Petter Melø Dahl, Lorenz Nufer, Caroline Peters, Anna Platen, Viola Pobitschka, Wolfgang Reinbacher, Jonathan Schimmer, Tanja Schleiff, Jana Schulz, Yohanna Schwertfeger, Alexander Steindorf, Moritz von Treuenfels, Lutz Wessel und André Willmund.Ensemble: Gastdarsteller In: dhaus.de, abgerufen am 9. April 2018.
Weitere Ensemblemitglieder, darunter Bühnen- und Maskenbildner,Ensemble: Bühnen- und Maskenbildner In: dhaus.de, abgerufen am 9. April 2018. Musiker und Komponisten In: dhaus.de, abgerufen am 9. April 2018. sowie weitere Mitarbeiter hinter den Kulissen und in PR In: dhaus.de, abgerufen am 9. April 2018. sind auf der Homepage des Theaters aufgelistet.
Ensemble der Spielzeit 2025/26 In der Spielzeit 2025/26 gehören zum Ensemble:Ensemble Düsseldorfer Schauspielhaus (abgerufen am 18. Juli 2026)
Manuela Alphons, Cathleen Baumann, Sonja Beißwenger, Tabea Bettin, Caroline Cousin, Markus Danzeisen, Rosa Enskat, Christian Friedel, Michael Fünfschilling, Raphael Gehrmann, Andreas Grothgar, Claudia Hübbecker, André Kaczmarczyk, Pauline Kästner, Thomas Kitsche, Moritz Klaus, Burghart Klaußner, Florian Lange, Jonas Friedrich Leonhardi, Mila Moinzadeh, Yascha Finn Nolting, Belendjwa Peter, Rainer Philippi, Heiko Raulin, Wolfgang Reinbacher, Yaroslav Ros, Jürgen Sarkiss, Thiemo Schwarz, Claudius Steffens, Sophie Stockinger, Lou Strenger, Fnot Taddese, Sebastian Tessenow, Friederike Wagner, Blanka Winkler, Thomas Wittmann, Minna Wündrich
Gäste: Abdul Aziz Al Khayat, Jeremy Allen, Thor Galileo Axé, Valeri Bannikov, Frederike Bohr, Ramona Buschhaus, Matthias Buss, Yi-An Chen, Christian Clauß, Georgette Dee, Emilia Rosa de Fries, August Diehl, Maleika Dörschmann, Mariam Dubiel, Christopher Eckert, Bettina Engelhardt, Tetiana Fedishyna, Brigitte Fieber, Anya Fischer, Jeremia Franken, Yang Ge, Glenn Goltz, Eray Gülay, Jill-Marie Hackländer, Gioia Heid, Traute Hoess, Lara Hofmann, Isoken Iyahen, Janko Kahle, Agnes Kammerer, Felix Knopp, Inga Krischke, Gina Künnecke, Petra Lehmann, Konstantin Lindhorst, Jaron Löwenberg, Melanie Lüninghöner, Malika Maminova, Nicole Marpmann, Rolf Mautz, Özlenim Meier, Juan David Mendez, Igor Meneses Sousa, Wolfgang Michalek, Hartmut Misgeld, Miro Mitrovic, Anne Müller, Elias Nagel, Christopher Nell, Friederike Ott, Friedrich Paravicini, Maria Pehe, Rob Pelzer, Constanza Pérez de Lara Bonatti, Bridget Petzold, Frol Podlesnyi, Kilian Ponert, Matthias Reichwald, Judith Rosmair, Raphael Rubino, Gregor Russ, Janina Sachau, Julian Sark, Gesa Schermuly, Jenny Schily, Jule Schuck, Charlie Schülke, Yohanna Schwertfeger, Nadine Schwitter, Slava Serdiuchenko, Varvara Shmykova, Clemens Sienknecht, Michaela Steiger, Sarah Steinbach, Valentin Stückl, Ingo Tomi, Malin Tusche, Cennet Rüya Voß, Alexander Wanat, Hanna Werth, Bettina Wiehler, Roman Wieland, Gero Wissen, Carl Wrobel, Luise Zieger
Geschichte mini|Theater am Marktplatz (1871) Die Geschichte des Düsseldorfer Schauspielhauses lässt sich bis ins ausgehende 18. Jahrhundert zurückverfolgen. 1747 wurde das ehemalige Grupello-Gießhaus im Auftrag des Kurfürsten Karl Theodor, der auch Herzog des Herzogtums Berg war, zu einem Theater umgebaut.
Im Jahre 1818 erhielt die Stadt Düsseldorf den kurfürstlichen Theaterbau am Marktplatz, auch genannt Grupellotheater, als Schenkung des Friedrich Wilhelm II von Preußen. Als Immermann’sche Musterbühne erlebte dieses Haus in den 1830er Jahren seine Hochblüte. In den Jahren 1873 bis 1875 wurde im Hofgarten, dem Standort der heutigen Oper, das erste Stadttheater errichtet.
Schauspielhaus von Dumont und Lindemann mini|Das alte Düsseldorfer Schauspielhaus an der Kasernenstraße (1905) mini|Blick auf das Schauspielhaus vom Tor der Großen Synagoge (um 1920) Das Paar Louise Dumont und Gustav Lindemann gründeten am 16. Juni 1904 das Schauspielhaus Düsseldorf als Privattheater. Im zu dieser Zeit schnell wachsenden Düsseldorf konnte das geplante Theatergebäude zügig umgesetzt werden. So wurde der von Bernhard Sehring entworfene Theaterneubau bereits am 28. Oktober 1905 mit der Aufführung von Hebbels „Judith“ eingeweiht. Das von beiden gemeinsam geleitete, avantgardistisch ausgerichtete Theater wurde als Reformbühne bekannt. Im Jahre 1924 gliederte Louise Dumont eine Theaterakademie, die ‚Hochschule für Bühnenkunst‘, an das Schauspielhaus an. Aus dieser Theaterakademie ging Gustaf Gründgens als bekanntester Schüler hervor.
mini|hochkant|Düsseldorfer Bühnenkünstler, aufgenommen bei der Premiere des Goethestückes Der Triumph der Empfindsamkeit im Jahr 1907 Das Schauspiel wirkte über die Region hinaus und setzte Maßstäbe: Autoren wurden als Dramaturgen gewonnen, beginnend mit Paul Ernst, gefolgt von Wilhelm Schmidtbonn und Herbert Eulenberg, später Hans Franck, Herbert Kranz und Ludwig Strauss. Mit „Masken“ wurde eine zweimal im Monat erscheinende Theaterzeitschrift herausgegeben. An den Sonntagen wurden „Morgenfeiern“ genannte Matineen veranstaltet. So hielt beispielsweise Hermann Hesse am 28. Februar 1909 eine Lesung.
Am Schauspielhaus arbeitete zeitweise der in Düsseldorf studierende August Macke. Er gestaltete Kostüme und Dekorationen. Leon Askin, Paul Henckels, Hermine Körner, Wolfgang Langhoff, Peter Paul, Friedrich Schütze und Adolf Ziegler waren im Schauspiel als Darsteller tätig.
1932 starb die Schauspielerin und Mitbegründerin des Schauspielhauses Louise Dumont.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 musste Lindemann die Leitung des Schauspiels abgeben. Die Städtischen Bühnen, unter der Leitung von Walter Bruno Iltz, übernahmen das Theatergebäude als zusätzliche Spielstätte. 1943 wurde das Schauspielhaus bei einem Luftangriff fast völlig zerstört und nach dem Kriege nicht wiederaufgebaut.
Die Städtischen Bühnen, die ihre Spielstätte seit 1875 an der Stelle hatten, an der seit 1955 das Opernhaus steht, gingen zurück auf das 1747 unter dem Pfälzer Kurfürsten Karl Theodor am Marktplatz eingerichtete Theater – das erste, das auch von Bürgern der Stadt besucht werden konnte. (Das allererste Theatergebäude Düsseldorfs, das 1696 unter Johann Wilhelm errichtet worden war, befand sich in der Mühlenstraße.)
Neugründung im Operettenhaus Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 übernahm 1947 Gustaf Gründgens, der in Düsseldorf geboren worden war und an der Theaterakademie Dumonts studiert hatte, die Generalintendanz der Städtischen Bühnen. Deren Schauspielsparte ging 1951 in der Neugründung des Düsseldorfer Schauspielhauses auf. Der Vertrag über die Gründung der „Neuen-Schauspiel-Gesellschaft“ wurde am 10. April unterzeichnet.
Gründgens hatte in Anerkennung an die zwischen 1905 und 1933 von seinen Lehrern Dumont und Lindemann geprägte Theatertradition den Namen des neuen Theaters vorgeschlagen. Eine von dem Land Nordrhein-Westfalen angestrebte Fusion der drei rheinischen Theater Köln, Bonn und Düsseldorf hatte aufgrund vehementer Proteste von Seiten Gründgens abgewandt werden können.
Als Spielstätte übernahm das neugegründete Düsseldorfer Schauspielhaus in den Jahren 1951 bis 1970 das Operettenhaus an der Jahnstraße. Ursprünglich war das Gebäude 1904 als Hotel erbaut worden. 1910 wurde es zu einem Haus für Schauspiele umgebaut. Nach einer weiteren Umstrukturierung zu Theaterzwecken im Jahr 1927 wurde der überschaubare Bau für Operetten und gelegentliche Lichtspieltheater genutzt.Vgl. Herder/Meiszies 2006, S. 150. Gründgens weihte das Operettenhaus als erster künstlerischer Geschäftsführer mit einer Inszenierung von Schillers Räubern am 13. September 1951 ein.
Für das in der Nachkriegszeit zum Erliegen gekommene Kulturleben in Düsseldorf stellte die Eröffnung des Schauspielhauses eine Bereicherung dar.Vgl. Herder/Meiszies 2006, S. 150. Inszenierungen unter der Leitung von Gründgens machten das Schauspielhaus zur zeitgenössischen bedeutendsten Theaterbühne Europas.Homepage Düsseldorfer Schauspielhaus Die bekannteste Inszenierung aus jener Zeit ist Gründgens Inszenierung von Goethes Faust I, die 1954 auf Sprechplatten erschien. In der Ära Gründgens arbeiteten unter anderem Karl Brückel, Elisabeth Flickenschildt, Käthe Gold, Marianne Hoppe, Paul Hartmann, Rudolf Therkatz, Hans Müller-Westernhagen und Jürg Baur in Düsseldorf.