Forth (; fränkisch FottD. Fastnacht: Erlangen: ehemaliger Stadt- und Landkreis, S. 115. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „fǫtʰ“.) ist ein Gemeindeteil des Marktes Eckental im Landkreis Erlangen-Höchstadt (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Forth hat eine Fläche von 3,065 km². Sie ist in 1309 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2341,49 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Frohnhof.

Geographie Das Pfarrdorf Forth bildet mit Büg im Westen eine geschlossene Siedlung. Diese liegt am Südufer der Schwabach. Die Bundesstraße 2 führt nach Eschenau (2,1 km südwestlich) bzw. über Lindenhof nach Igensdorf (2,9 km nördlich). Die Staatsstraße 2740 führt nach Frohnhof (0,5 km nördlich). Die Staatsstraße 2236 führt nach Mausgesees (0,9 km südöstlich). Die Kreisstraße ERH 9 führt über den Lettenbühl () nach Eckenhaid (1,7 km südlich).

Geschichte Der Ort wurde um 1355/60 als „Fürtt“ erstmals schriftlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich von Furt ab.D. Fastnacht: Erlangen, S. 113ff.

Die Gründung des Bauerngutes Forth erfolgte zwischen 1050 und 1150 durch die Reichsfreiherren von Gotzmann. Zu dem Bauerngut gehörten 400 Tagewerk Wiesen. Später entstanden daraus vier Viertelhöfe und um 1500 bildeten sich daraus etliche kleine Söldengüter. All diese Anwesen lagen im Fraischbezirk des pfalz-bayerischen Pflegamtes Rothenberg. Ab 1550 entstanden nördlich davon einige Anwesen. Sie lagen im Fraischbezirk des nürnbergischen Pflegamtes Hiltpoltstein. Dadurch war Forth zweigeteilt, was in der Folgezeit reichlichen Anlass von Streitigkeiten bot.

Über Jahrhunderte förderte die jüdische Gemeinde die Entwicklung Forths zu einem bedeutenden Handelszentrum im Erlanger Oberland. Dieser Teil der Forther Geschichte endete mit der Deportation der jüdischen Bürger in der Pogromnacht am 11. November 1938 und mit der Zerstörung der Forther Synagoge.Jüdische Geschichte des Orts bei Alemannia Judaica Die im Ort verbliebenen letzten Juden mussten ihre Häuser im Zuge der sogenannten Arisierung des NS-Regimes weit unterhalb des Verkehrswerts verkaufen.F. Krug (Hrsg.): Landkreis Erlangen-Höchstadt, S. 97f.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1813 der Steuerdistrikt Forth gebildet, zu dem Büg gehörte. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Forth ohne Büg. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Erlangen zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Erlangen (1919 in Finanzamt Erlangen umbenannt). Ab 1862 gehörte Forth zum Bezirksamt Erlangen (1939 in Landkreis Erlangen umbenannt) und zum Stadt- und Landgericht Erlangen (1879 in das Amtsgericht Erlangen umgewandelt). 1925 wurde Büg eingemeindet. 1964 hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 2,218 km².

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde am 1. Juli 1972 ein Bestandteil der neu gebildeten Gemeinde Eckental.

Baudenkmäler In Forth gibt es 13 Baudenkmäler: Forther Hauptstraße 27, 39, 40, 49, 61: Wohnhäuser Forther Hauptstraße 33: ab 1749 Herrenhaus des Heinrich von Bünau, ab 1802 Gasthaus Forther Hauptstraße 47: ehemals jüdisches Wohnhaus Forther Hauptstraße 56, 58: Ehemaliges Gasthaus mit Scheune Martin-Luther-Straße 1 und 12: Wohnhäuser Martin-Luther-Straße 4: Ehemalige Scheune Martin-Luther-Straße 18: Evangelisch-lutherische Pfarrkirche St. Anna mit Kirchhofbefestigung

Einwohnerentwicklung Gemeinde Forth Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 577 645 570 564 588 579 608 652 662 635 565 589 615 642 671 690 1035 1143 1158 1790 1881 1874 2024 2062HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, von 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 110 72 86 91 94 93 183 241 321 Quelle

Ort Forth Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2025Einwohner 577 645 588 608 635 615 659 1225 1076 1409 2394 3435Häuser 110 72 86 91 93 115 132 157 626 Quelle

Religion Forth ist Sitz der Pfarrei St. Anna und ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Katholiken gehören zur Kirchengemeinde Kirche zur Kreuzerhöhung.D. Fastnacht: Erlangen, S. 94. Es gab in Forth über Jahrhunderte hinweg eine starke jüdische Gemeinde mit eigener Synagoge.

Söhne und Töchter des Ortes Alfred Abraham Gerngroß (1844–1908), Kaufhausbesitzer Lee Kohlmar (1873–1946), Schauspieler Fitzgerald Kusz (* 1944), Schriftsteller und Satiriker

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Eckental) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Erlangen-Höchstadt) Kategorie:Ersterwähnung im 14. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ort an der Schwabach (Regnitz) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Erlangen-Höchstadt