Medaillenspiegel (Endstand nach 49 Entscheidungen) Pl. Land G S B Su. Vollständiger Medaillenspiegel Die 17. Leichtathletik-Weltmeisterschaften (offiziell: IAAF World Athletics Championships Doha 2019) fanden vom 27. September bis zum 6. Oktober 2019 in der katarischen Hauptstadt Doha statt. Die Entscheidung darüber fiel am 18. November 2014 bei einem Treffen des Leichtathletikweltverbandes IAAF (jetzt World Athletics) in Monaco.Doha to host the 2019 IAAF World Championships, iaaf.org, 18. November 2014 (englisch), abgerufen am 10. März 2021

Bewerberstädte Für die Leichtathletik-Welttitelkämpfe bewarben sich die Städte Doha, Eugene und Barcelona.

WahlergebnisseLeichtathletik-Verband vergibt WM nach Katar dpa-Meldung. In: Die Zeit, zeit.de vom 18. November 2014, abgerufen am 18. November 2014. Ort Land Runde 1 Runde 2 Doha 12 15 Eugene 9 12 Barcelona 6 —

Doha hatte sich bereits um die Ausrichtung der Weltmeisterschaften 2017 beworben und ist wie Eugene, das die Juniorenweltmeisterschaften 2014 veranstaltete, Station der Diamond League.Exclusive: Barcelona, Doha and Eugene set to bid for 2019 IAAF World Championships von Duncan Mackay, insidethegames.biz vom 13 am 9. April 2014, abgerufen am 8 am 9. Juni 2014 (englisch). Der Präsident des spanischen Leichtathletikverbandes kommentierte, es habe „sich die mit Abstand schlechteste Kandidatur durchgesetzt“ und Katar habe die WM gekauft, indem es der IAAF neben dem ursprünglichen Budget nachträglich noch 37 Millionen Dollar (knapp 30 Millionen Euro) angeboten habe.Leichtathletik-WM 2019 geht an Katar, APA-Meldung. In: Der Standard, 18. November 2014, derstandard.at, abgerufen am 10. März 2021

Medaillen Das Design der Medaillen wurde am 27. August 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt. Auf der Vorderseite zeigen sie Illustrationen des Khalifa International Stadiums und auf der Rückseite die Skyline von Doha. Auf beiden Seiten verteilt sind 13 Leichtathletikdisziplinen dargestellt. Gefertigt wurden sie in Handarbeit von der Firma Sndala aus Doha.

Wettbewerbe Im Wettkampfprogramm gab es eine weitere Ergänzung: Neu ins Programm aufgenommen wurde eine gemischte 4-mal-400-Meter-Staffel mit zwei Frauen und zwei Männern. Dieser Wettbewerb stellte eine große Neuerung dar, er gehörte bislang nicht zum Disziplinangebot bei Leichtathletikveranstaltungen.

Teilnehmende Nationen Aus allen 214 Mitgliederverbänden der IAAF nahmen Athletinnen und Athleten an den Weltmeisterschaften teil. Weil der russische Leichtathletikverband bei internationalen Wettbewerben nicht zugelassen war, gab es kein Team unter russischer Flagge. Einige russische Sportler starteten als Authorised Neutral Athletes. Auch 2019 gab es wieder ein Flüchtlingsteam.

Qualifikationsnormen Die Qualifikation für den 10.000-Meter-Lauf, den Marathonlauf, die Gehwettbewerbe, Staffeln und Mehrkämpfe waren in der Zeit vom 7. März 2018 bis zum 6. September 2019 zu erbringen. Für alle anderen Wettbewerbe reichte das Intervall vom 7. September 2018 bis zum 6. September 2019. DisziplinMännerFrauen 100 Meter 10,10 s 11,24 s 200 Meter 20,40 s 23,02 s 400 Meter 45,30 s 51,80 s 800 Meter 1:45,80 min 2:00,60 min 1500 Meter (Meile) 3:36,00 min (3:53,10) 4:06,50 min (4:25,20) 5000 Meter 13:22,50 min 15:22,00 min 10.000 Meter 27:40,00 min 31:50,00 min Marathon 2:16:00 h 2:37:00 h 100 Meter Hürden – 12,98 s110 Meter Hürden 13,48 s – 400 Meter Hürden 49,30 s 56,00 s 3000 Meter Hindernis 8:29,00 min 9:40,00 min 20-km-Gehen 1:22:30 h 1:33:50 h 50-km-Gehen 3:59:00 h 4:30:00 h Hochsprung 2,30 m 1,94 m Stabhochsprung 5,71 m 4,56 m Weitsprung 8,17 m 6,72 m Dreisprung 16,95 m 14,20 m Kugelstoßen 20,70 m 18,00 m Diskuswurf 65,00 m 61,20 m Hammerwurf 76,00 m 71,00 m Speerwurf 83,00 m 61,50 m Siebenkampf – 6200 PZehnkampf 8100 P –

Wettkampfplan QQualifikationVVorlauf½HalbfinaleFFinale

+ Männer Wettkampf ↓ Fr27. Sa28. So29. Mo30. Di1. Mi2. Do3. Fr4. Sa5. So6. 100 m Q V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V ½ F 5000 m V F 10.000 m F Marathon F 110 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20 km Gehen F 50 km Gehen F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Zehnkampf F + Mixed Wettkampf ↓ Fr27. Sa28. So29. Mo30. Di1. Mi2. Do3. Fr4. Sa5. So6. 4 × 400 m V F+ Frauen Wettkampf ↓ Fr27. Sa28. So29. Mo30. Di1. Mi2. Do3. Fr4. Sa5. So6. 100 m V ½ F 200 m V ½ F 400 m V ½ F 800 m V ½ F 1500 m V ½ F 5000 m V F 10.000 m F Marathon F 100 m Hürden V ½ F 400 m Hürden V ½ F 3000 m Hindernis V F 4 × 100 m V F 4 × 400 m V F 20 km Gehen F 50 km Gehen F Hochsprung Q F Stabhochsprung Q F Weitsprung Q F Dreisprung Q F Kugelstoßen Q F Diskuswurf Q F Hammerwurf Q F Speerwurf Q F Siebenkampf F

Kritische Anmerkungen Korruptionsskandal Der Wettbewerb wurde von einem Korruptionsskandal überschattet. Lamine Diack, dem ehemaligen Präsidenten der IAAF, und seinem Sohn Papa Massata, Inhaber einer Berateragentur, wurde vorgeworfen, innerhalb des Verbands ein korruptes Netzwerk aufgebaut zu haben. Während Lamina Diack bereits unter Hausarrest stand, war sein Sohn weiterhin flüchtig und wurde per internationalem Haftbefehl gesucht. Neben dem Vorwurf der Vertuschung positiver Dopingproben gegen Bezahlung stand auch eine Bevorzugung des katarischen Komitees bei der Wettbewerbsvergabe im Raum., deutschlandfunk.de, abgerufen am 2. Oktober 2019Viele Fragen und ein Korruptionsverdacht, spiegel.de, abgerufen am 2. Oktober 2019, focus.de, abgerufen am 2. Oktober 2019

Menschenrechtsverletzungen Laut einem Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International seien die Zustände für Bauarbeiter rund um die Weltmeisterschaft „katastrophal“ gewesen und Katar ein „Tummelplatz skrupelloser Arbeitgeber“. Ähnlich den Vorbereitungen auf die ebenfalls in Katar stattfindende Fußball-Weltmeisterschaft 2022 seien Arbeiter „wie Sklaven gehalten“ worden, hätten zu wenig oder gar keine Bezahlung erhalten.Der FC Bayern spielt mit der Menschenwürde, n-tv.de, abgerufen am 2. Oktober 2019Leichtathleten müssen Profitgier ausbaden, n-tv.de, abgerufen am 2. Oktober 2019 Unter den meist aus Nepal, Pakistan oder Indien stammenden Gastarbeitern habe es bereits Hunderte Todesfälle gegeben, berichten auch andere NGOs.Die Leichtathletik-WM in Katar könnte ein Desaster werden, tagesspiegel.de, abgerufen am 2. Oktober 2019

Klimatische Probleme Bereits an den ersten Wettkampftagen gab es massive Kritik von Seiten der teilnehmenden Athleten vor allem wegen der klimatischen Bedingungen vor Ort an den Ausrichter IAAF. Das Stadion wurde dabei aufwändig durch eine Klimaanlage gekühlt, die Außenwettbewerbe jedoch waren nicht vor der enormen Hitze des Ausrichterlandes zu bewahren. Nachdem beispielsweise mehrere Läuferinnen beim Marathonlauf und zahlreiche Geher aufgrund der enormen Hitze von bis zu 32 °C aufgeben und sich teilweise auch in medizinische Behandlung begeben mussten, wurde in Verbindung damit von einer „Tortur“ gesprochen.In die Wüste geschickt – Viel Kritik an der WM, sportschau.de, abgerufen am 1. Oktober 2019Ihr Gegner ist das Klima, zeit.de, abgerufen am 2. Oktober 2019 Der mehrfache Olympiasieger Haile Gebrselassie sagte: „Gott bewahre, aber Menschen, die bei solchen Wetterbedingungen laufen, hätten sterben können.“„Gott bewahre, Menschen hätten sterben können“. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30. September 2019, faz.net, abgerufen am 10. März 2021 Katar sei eine Warnung, „dass es so nicht weitergehen darf“, teilte der frühere DLV-Präsident Clemens Prokop mit. Klimabedingungen könne man „nicht außen vor lassen“. Langstreckenwettbewerbe müssten notfalls in andere Länder verlegt werden. Die Laufsport-Vereinigung German Road Races (GRR) kritisierte die Austragung der Langstrecken- und Geher-Rennen: „Auf die Gesundheit der Athleten wird überhaupt keine Rücksicht genommen.“ GRR forderte den DLV auf, sich bei der IAAF dementsprechend kritisch zu äußern.

Kameras in Startblöcken Die deutschen Sprinterinnen Lückenkemper und Pinto kritisierten die in den Startblöcken integrierten Kameras. Kritiker verglichen die Kameras teilweise auch mit voyeuristischem Upskirting.

Die sogenannten upper cameras filmen die Athleten von unten durch die Beine und sollen laut IAAF die Leichtathletik auf eine „neue und aufregende Weise“ präsentieren, indem der „intensive Moment“ kurz vor dem Rennen festgehalten werde. Bisher werden diese von der Firma Seiko entwickelten Kameras nur beim 100-Meter-Sprint sowie beim Hürdenlauf eingesetzt. Neben der ungewohnten Kameraperspektive wurde von den Athleten auch die – bedingt durch das Kameramodul – außergewöhnliche Länge des Startblocks kritisiert.

Die IAAF ging auf die Kritik der Athleten teilweise ein und kündigte an, Aufnahmen in der Regie und in der TV-Übertragung erst in Großaufnahme zu zeigen, wenn die Sportler im Block sitzen würden. Das Bildmaterial werde außerdem nicht gespeichert und täglich gelöscht.Erfolgreicher Protest gegen Kamera, die in den Schritt filmt Zeit Online, 30. September 2019, abgerufen am 10. März 2021

Der Verein Athleten Deutschland kritisierte die fehlende Kommunikation mit den Athleten bei der Einführung neuer Technologien.

Sportliche Leistungen Rekorde und Bestleistungen Die Ergebnisse dieser WM lagen trotz der oben beschriebenen für einige Disziplinen schwierigen Rahmenbedingungen auf einem insgesamt hohen Niveau. So gab es drei Weltrekorde: 400 Meter Hürden, Frauen – Dalilah Muhammad, USA: 52,16 s (Finale) 4-mal-400-Meter-Staffel, Mixed – USA (Tyrell Richard, Jessica Beard, Jasmine Blocker, Obi Igbokwe): 3:12,42 min (Vorlauf). Diese Disziplin stand erstmals auf dem Programm. 4-mal-400-Meter-Staffel, Mixed – USA (Wilbert London, Allyson Felix, Courtney Okolo, Michael Cherry): 3:09,34 min (Finale). Diese Disziplin stand erstmals auf dem Programm. Darüber hinaus wurden fünf Weltmeisterschaftsrekorde aufgestellt: 800 Meter, Männer – Donavan Brazier, USA: 1:42,34 min (Finale) Kugelstoßen, Männer – Joe Kovacs, USA: 22,91 m (Finale) 1500 Meter, Frauen – Sifan Hassan, Niederlande: 3:51,95 min (Finale) 5000 Meter, Frauen – Hellen Obiri, Kenia: 14:26,72 min (Finale) 3000 Meter Hindernis, Frauen – Beatrice Chepkoech, Kenia: 8:57,84 min (Finale) Außerdem gab es siebzehn Weltjahresbestleistungen: 100 Meter, Männer – Christian Coleman, USA: 9,76 s (Finale) 10.000 Meter, Männer – Joshua Cheptegei, Uganda: 26:48,36 min 3000 Meter Hindernis, Männer – Conseslus Kipruto, Kenia: 8:01,35 min (Finale) 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer – Großbritannien (Adam Gemili, Zharnel Hughes, Richard Kilty, Nethaneel Mitchell-Blake): 37,56 s (Vorlauf) 4-mal-100-Meter-Staffel, Männer – USA (Christian Coleman, Justin Gatlin, Mike Rodgers, Noah Lyles): 37,10 s (Finale) 4-mal-400-Meter-Staffel, Männer – USA (Fred Kerley, Michael Cherry, Wilbert London, Rai Benjamin): 2:56,69 min (Finale) Hochsprung, Männer – Mutaz Essa Barshim, Katar: 2,37 m (Finale) Weitsprung, Männer – Tajay Gayle, Jamaika: 8,69 m (Finale) 100 Meter, Frauen – Shelly-Ann Fraser-Pryce, Jamaika: 10,71 s (Finale) 400 Meter, Frauen – Salwa Eid Naser, Bahrain: 48,14 s (Finale) 10.000 Meter, Frauen – Sifan Hassan, Niederlande: 30:17,62 min 4-mal-100-Meter-Staffel, Frauen – Jamaika (Natalliah Whyte, Shelly-Ann Fraser-Pryce, Jonielle Smith, Shericka Jackson): 41,44 s (Finale) 4-mal-400-Meter-Staffel, Frauen – Jamaika (Roneisha McGregor, Anastasia Le-Roy, Tiffany James, Stephenie Ann McPherson): 3:23,64 min (Finale) 4-mal-400-Meter-Staffel, Frauen – USA (Jessica Beard, Allyson Felix, Kendall Ellis, Courtney Okolo): 3:22,96 min (Finale) 4-mal-400-Meter-Staffel, Frauen – USA (Phyllis Francis, Sydney McLaughlin, Dalilah Muhammad, Wadeline Jonathas): 3:18,92 min (Finale) Stabhochsprung, Frauen – Anschelika Sidorowa, Authorised Neutral Athlete: 4,95 m (Finale) Weitsprung, Frauen – Malaika Mihambo, Deutschland: 7,30 m (Finale) Es waren sechzehn Kontinentalrekorde zu verzeichnen: