mini|Karte des Einzugsgebiets der Weichsel (blau hinterlegt) Das Weichsel-Einzugsgebiet ist das Einzugsgebiet des Flusses Weichsel mit einer Fläche von 194,424 km², 168,699 km² davon in Polen (89 %).

Der Mittel- und Unterlauf der Weichsel hat gut zur Hälfte ein Einzugsgebiet mit Höhen von 100 bis 200 Meter. Der höchste Punkt im Einzugsgebiet ist die Gerlsdorfer Spitze (slowak. Gerlachovský štít, poln. Gerlach) mit einer Höhe von 2655 Metern. Das Weichsel-Einzugsgebiet ist asymmetrisch, das Einzugsgebiet der Flüsse zur rechten Hand im Verhältnis zur linken Hand beträgt 73 % zu 27 %. Das Gebiet liegt im Nordwesten des mitteleuropäischen Tieflandes, bestehend aus norddeutschem Tiefland und osteuropäischer Ebene (siehe auch: Geomorphologische Einteilung Polens).

Das Weichsel-Einzugsgebiet grenzt im Osten an das des Dnepr, im Süden an das der Donau, im Südosten an das kleinere des Dnjestr und im Westen an das der Oder. Im Norden mündet die Weichsel bei Danzig in die Ostsee (Danziger Bucht), zuvor trennt sie sich im zwei Mündungsarme, von denen die Nogat in das Frische Haff mündet. Im Norden grenzt deren Einzugesgebiet an das der Pregel, im Nordosten an das der Memel.

Geomorphologische Einteilung

Das Weichsel-Einzugsgebiet gehört drei geomorphologischen Großlandschaften an, in seiner Mitte gehört es zum Nordeuropäischen Tiefland (alt auch Norddeutsches Tiefland), im Norden und Westen zum Osteuropäischen Tiefland und im Süden zu den Karpaten. Die Weichsel hat einen mittleren Abfluss von 1,074 m³/s.Veröffentlichung: „Floods on the Vistula in Toruń in the years 1951–2000“, siehe www.rusnauka.com mini|Geologischer Bau des Einzugsgebiets

Siedlungen entlang der Weichsel Große Städte im Verlauf der Weichsel sind Krakau, Warschau und Danzig.

Es gibt zahlreiche weitere Städte entlang des Flusses, die in einem Verwaltungsverband zusammengeschlossen sind.Der Städteverband Weichsel ( Związek Miast Nadwiślańskich) www.zmn.org.pl Mitglieder des Verbundes „Związek Miast Nadwiślańskich“ sind (von der Mündung zur Quelle) die Städte: Połaniec, Tarnobrzeg, Sandomierz, Annopol, Puławy, Kozienice, Góra Kalwaria, Karczew, Łomianki, Zakroczym, Wyszogród, Płock, Włocławek, Dobrzyń, Nieszawa, Ciechocinek, Toruń, Solec Kujawski, Chełmno, Świecie, Gniew, Tczew und Danzig.Der Städteverband Weichsel ( Związek Miast Nadwiślańskich) www.zmn.org.pl Miasta Czlonkowskie

Hauptwasserscheide mini|165px|links|Segmente der Hauptwasserscheide: Die östliche, südöstliche und südliche Wasserscheide des Weichsel-Einzugsgebiets bilden zusammen einen Teil der europäischen Hauptwasserscheide zwischen Ostsee und Schwarzem Meer.

mini|340px|Östlicher Grenzverlauf:Süd-östlicher Grenzverlauf:|rechtsDie östliche Grenze des Weichsel-Einzugsgebiets grenzt an dasjeniges des Dnepr Die Wasserscheide ist 350 km lang und führt durch den „Niziny Środkowopolskie“-Höhenrücken, der das Einzugsgebiet auf einer Höhe von 170 Metern über dem Meeresspiegel begrenzt. Die östliche Seite des Höhenrückens entwässert zum Prypjat, einem Teil des Dnepr-Systems. in: envsec.grid.unep.ch in: envsec.grid.unep.ch

Die südöstliche Grenze des Weichsel-Einzugsgebiets grenzt an dasjenige des Dnjestr. Die Grenze ist 230 km lang. – Sie beginnt im Norden, nahe der Quelle des westlichen Bug, in einer Höhe von 345 m.Der Fluss Bug, auch westlicher Bug An ihrem südlichen Ende entspringt der Dnister in einer Höhe von etwa 900 m über dem Meeresspiegel in den ukrainischen Waldkarpaten bei dem Dorf Wowtsche in der Nähe der ukrainisch-polnischen Grenze. Auf einer Länge von etwa drei Kilometern fließen Dutzende kleiner Bäche von den südwestlichen Hängen des Tschentyjewka-Berges (ukr. Чонтийовка/Tschontyjowka) (923 m) zusammen.Der Fluss Dnister

Die südliche Grenze des Weichsel-Einzugsgebiets grenzt an das der Donau. Die Wasserscheide zwischen ihnen hat eine Länge von 280 Kilometern. Sie beginnt im Osten bei der Quelle des San.Der Fluss San Diese liegt am Nordhang der Waldkarpaten am Uschok-Pass auf einer Höhe von 950 Metern.

Flusssystem Das Flusssystem wurde in Polen in verschiedene sogenannte Wasserregionen (Region wody) gegliedert. Die Beschreibung erfolgt hier nach dieser Systematik. mini|Gasvorkommen im Becken

Die Wasserregionen haben folgende Bezeichnung: Kleine-Weichsel-Wasserregion ( region wodny Małej Wisły), Obere-Weichsel-Wasserregion ( region wodny Górnej Wisły), Mittlere-Weichsel-Wasserregion ( region wodny Środkowej Wisły) und Untere-Weichsel-Wasserregion ( region wodny Dolnej Wisły).Polnische Wasserrichtlinie: Für die Regionen wurden Maßnahmenprogramme aufgestellt.Information der polnischen Verwaltung über Flussgebiete des Landes

In anderem Zusammenhang wird die Weichsel in drei Abschnitte unterteilt: „Obere Weichsel“ – von den Quellen bis zur Mündung des Flusses San, „Mittlere Weichsel“ – von der Mündung des San bis zur Mündung des Flusses Narew, und „Untere Weichsel“ – von der Mündung des Narew bis zur Mündung der Weichsel in die Ostsee. Der Unterlauf der Weichsel hat eine Länge von 391 km. In dem Abschnitt von der Mündung des Narew nach Silno wurde die Weichsel über lange Jahre in ihrem natürlichen Zustand belassen, während der Abschnitt ab Silno bis zur Mündung in die Ostsee seit dem 19. Jahrhundert stark reguliert wurde.

Mündungsregion Die Weichsel gliedert sich im Mündungsbereich in vier Hauptarme.

Der erste ist der Nogat mit einem Einzugsgebiet von 1330 km². Er mündet in die Danziger Bucht.

Der zweite ist der Szkarpawa mit einem Einzugsgebiet von 782 km².

Der dritteteilt sich weiter in den alten Verlauf der Martwa Wisła (deutsch etwa „gestorbene Weichsel“) und den Przekop Wisły (deutsch Weichseldurchstich). In die Martwa Wisła mündet die Motława (deutsch Mottlau) mit einem Einzugsgebiet von 1511,3 km² und die Radunia mit einem Einzugsgebiet 837 km² bei Danzig.

Ferse, Schwarzwasser Zuflüsse oberhalb des Weichsel-Deltas sind: Wierzyca (deutsch Ferse) mit einem Einzugsgebiet von 1603 km², gefolgt von den Zuflüssen: Gniew, Mątawa, Osa.

Oberhalb fließen der Wda (deutsch Schwarzwasser) mit einem Einzugsgebiet von 2345 km² bei Świecie zu, gefolgt von Struga Niewieścińska.

Ihm folgt bei Konstancin-Jeziorna der Jeziorka mit einem Einzugsgebiet von 975,3 km².

Brda Der Brda (deutsch Brahe) bildet mit einem Einzugsgebiet von 4.627 km² ein erstes relevantes Teileinzugsgebiet, er und mündet bei Bydgoszcz in die Weichsel. Das Brda-System umfasst die Nebenflüsse Kotomierzanka (links), Kamionka (rechts) und Bursztynica (links) mit dem Szumionka. Die Landschaft ist von zahlreichen Seen geprägt.

Weitere Zufluss weichselaufwärts ist der Fluss Struga Toruńska, außerdem zweigt hier der Górny Kanał ab.

Drwęca Der Drwęca (deutsch Drewenz) bildet mit einem Einzugsgebiet von 5.536 km² das zweite Teileinzugsgebiet der Weichsel. Das Drewenz-System umfasst die Flüsse Skarlanka (rechts), Brynica (links) mit Samionka, Pisa und Górzanka sowie die Flüsse Wel (links), Rypienica (links), Ruziec (links) und Grabiczek (links).

Weitere Zuflüsse weichselaufwärts sind der Tążyna, der Zgłowiączka mit einem Einzugsgebiet von 1495,6 km², der bei Włocławek in die Weichsel mündet, der Skrwa, der Skrwa Lewa bei Płock und der Mołtawa.

Bzura Der Bzura bildet mit einem Einzugsgebiet von 7.788 km² das dritte Teileinzugsgebiet im Gebiet. Das Bzura-System umfasst die Flüsse Łasica (rechts), Utrata (rechts) mit den Zuflüssen Korytnica (rechts), Teresinka (links), Rokitnica (links), Żbikówka (rechts), Regułka (rechts) und Raszynka (rechts), gefolgt von Pisia (rechts), mit den Quellflüssen Pisia Tuczna und Pisia Gągolina.

Weiter flussaufwärts münden Witonia (links), Sucha (rechts) und Rawka (rechts) mit den Zuflüssen Korabiewka (rechts), Białka (links), Chojnatka (rechts), Rylka (rechts), Krzemionka (rechts) in die Weichsel ein.

Gefolgt von Skierniewka (rechts), Bobrówka (rechts), Słudwia (links, mit den Zuflüssen Nida und Przysowa), Mroga (rechts), dem Kanał Stradzewski (links), dem Fluss Moszczenica (rechts), Ochnia (links, mit dem Zufluss Miłonka), Struga (rechts), dem Kanał Balkowski (rechts) und dem Kanał Sierpowski (links), dem Fluss Starówka (rechts) und Linda (rechts).

Gefolgt von Sokołówka (links, mit den Zuflüssen Wrząca (rechts), Aniołówka (links)) und dem Fluss Brzoza (links).

Narew Ihm folgt das wesentlich größere Narew-Teileinzugsgebiet mit einer Größe von 75.175 km².Polish Academy of Science: Committee for Land Reclamation and Environmental Engineering in Agriculture. – Institute for Land Reclamation and Grassland Farming: No. 10, 2006 Seite 23 Es liegt anteilig in den Staaten Polen und Belarus,Veröffentlichung: The Narew River Basin: A model for the sustainable management of agriculture, nature and water supply, Marek Gielczewski, Utrecht University Repository, 2003, Dissertation – Seite 22 überwiegend aber im nordöstlichen Teil Polens. Der Narew ist der fünftgrößte Fluss in Polen und ist 484 km lang, ohne den Zufluss des Bug umfasste es eine Fläche von 28.000 km². Das Einzugsgebiet des Narew in Polen beträgt 53.873 km².

Der oberste Teil des Einzugsgebietes hat eine Fläche von 7.243 km² (incl. 1.159 km², die sich in Belarus befinden). Der Narew passiert dort mit der Mündung des Biebrza die Grenze nach Polen. Der Narew ist der größte Nebenfluss der Weichsel.Adam Trofiniak: Information über den Fluss Narew in: Landkreis Powiat Makowski, 2005 Die Quelle des Narew liegt im Gebiet des Białowieża-Urwald auf einer Höhe von ca. 159 m und mündet nach 550,5 km auf einer Höhe von 67,0 m in die Weichsel.

Der nördliche Teil des Einzugsgebiets wird durch eine große Anzahl von Flussstauseen geprägt. Der Siemianowskie Stausee mit einem Volumen von 79,5 Mio. m³ und dem Zegrze-Stausee mit einem Volumen von 94,3 Mio. m³. Sie dienen heute der Naherholung, aber auch der Stromversorgung von Warschau.

Das Einzugsgebiet entwickelte sich in den letzten beiden Eiszeiten und war zeitweise von Eis bedeckt. Von Norden nach Süden ist es von aufeinander folgenden glazialen Landschaftstypen durchzogen: Moränensee-Gebieten, Sanderflächen, Urstromtäler des Eisrands und Moränenhügeln.Veröffentlichung: The Narew River Basin: A model for the sustainable management of agriculture, nature and water supply Dissertation – Seite 23 Es überwiegen sandige Böden verschiedener Arten. Während des Holozäns füllten sich die Haupttäler mit mesotrophen-eutrophen Niermoortorfen. Das Gebiet liegt in der gemäßigten Zone. Das Flussnetz des Beckens ist stark gegliedert mit vielen Nebenflüssen, die ihren Ursprung meist in den nacheiszeitlichen Seen im nördlichen Teil der Gegend haben. Im Gebiet gibt es mehr als 500 Seen, die größer als 1 Hektar sind.

Ein gibt einige Kanäle, die Verbindungen zwischen den Seen und dem Fluss herstellen, sie dienen der Wasserwirtschaft und dem Schiffstransport.

Landwirtschaftliche Flächen dominieren das Einzugsgebiet mit fast 55 % der Fläche.Veröffentlichung: The Narew River Basin: A model for the sustainable management of agriculture, nature and water supply Dissertation – Seite 24 Im Hochland wird Ackerbau betrieben, die Täler werden als Weide- und Futtergrünland genutzt. Das Becken ist zu 32 % bewaldet, das ist etwas mehr als der landesweite Durchschnitt von 28 %. Im südöstlichen Teil des Einzugsgebiets gibt es eine Reihe von Erlen-Bruchwäldern, die durch das Grundwasser gespeist werden.

Das Abflussregime ist typisch für Tieflandflüsse in diesem Teil Europas mit Hochwassern nach der Schneeschmelze und regelmäßig Niedrigwasserperioden im Herbst und Sommer. Häufig tritt ein Frühjahrshochwasser auf. Niederschläge bestimmen den Abfluss, so dass es bei starken Sommerregen auch im Sommer zu kurzen Hochwassern kommen kann.

Narew-Zuflüsse Große Flüsse in Narew-System sind der Wkra (rechts) mit einem Einzugsgebiet von 5.322 km². Das Wkra-Teilsystem umfasst die Flüsse Sona (links), Łydynia (links), Mławka (links) und Płonka (rechts), gefolgt vom Bug (links) mit seinen zahlreichen Nebenflüssen und einem Einzugsgebiet von 39.400 km², gefolgt vom Fluss Pełta (rechts).