Exodus ist das neunte Studioalbum der jamaikanischen Reggaeband The Wailers, das im Juni 1977 erschien.

Entstehung und Veröffentlichung Die Erstveröffentlichung von Exodus erfolgte am 3. Juni 1977 bei Island Records. Das Album erschien in seiner Originalausführung als LP (Katalognummer: ILPS 9498) und MC (Katalognummer: 56 804 GT) mit zehn Titeln. Im Oktober 2001 erschien das Album erstmals remastert als CD-Ausführung in einer Deluxeversion mit fünf Bonustiteln sowie einem Bonusalbum mit Liveaufnahmen aus dem Londoner Rainbow Theatre von 1977 sowie Aufnahmen mit einer gemeinsamen Session mit Lee Perry, ebenfalls aus dem Jahr 1977 (Katalognummer: 586 408-2). Im Folgemonat erschien die sogenannte „The-Definitive-Remasters“-Edition, welches das Originalalbum, mit den zwei Bonusliedern Jamming (Long Version) und Punky Reggae Party (Long Version), beinhaltet (Katalognummer: Tuff Gong/Island 548 898-2).

Alle Lieder des Albums wurden von Marley selbst getextet, komponiert und produziert. Beim Schreibprozess erhielt er lediglich bei One Love / People Get Ready Unterstützung durch Curtis Mayfield und Neville Livingstone sowie bei Punky Reggae Party von Lee Perry. Die Produktion aller Lieder tätigte Marley gemeinsam mit der Band, mit Ausnahme von Punky Reggae Party. Bei The Heathen tritt zusätzlich Bill Laswell als Produzent in Erscheinung, bei Three Little Birds Chris Blackwell. Die Lieder wurden im Januar und Februar 1977 in London aufgenommen. Exodus entstand im Londoner Exil, weil sich Marley dort von dem Mordanschlag vom Dezember 1976 sowie der angespannten politischen Situation in seiner Heimat erholte.

Hintergrund Unmittelbar nach der Ankunft der Band in England im Januar 1977 begannen die Aufnahme-Sessions. Eine ehemalige Wäscherei in Chiswick und eine umgewidmete Kirche in Notting Hill dienten als Aufnahmestudios. Nach Angaben von Chris Blackwell, Gründer von Island und Marleys Entdecker, wurden die Songs für Exodus und das Nachfolgealbum Kaya im selben Zeitraum aufgenommen. Die Auswahl der Songs sowie deren Reihenfolge auf beiden Platten überließ Marley seinem Koproduzenten Blackwell.Chris Blackwell: Die besondere Dynamik in: Richard Williams (Hg.): Exodus – Exil 1977. Sonderausgabe zum 30. Jahrestag, 2007.

Das Entstehungsjahr 1977 bedeutete auch den Durchbruch von Punk und New Wave in England. Bei den Punks der ersten Generation war Reggae sehr beliebt, da er als ursprünglich und unverfälscht galt. Bob Marley und der jamaikanische Dub-Musiker Lee Perry griffen den Trend auf und produzierten im Juli 1977 in London den griffigen Titel Punky Reggae Party. Da die meisten Wailers schon wieder auf Jamaika weilten, wurde dieser Titel mit den Gruppen Third World und Aswad eingespielt. Im Text nimmt Marley Bezug auf die neue Musikrichtung (New wave, new craze) und nennt einige potenzielle Gäste seiner Punky Reggae Party: „The Wailers will be there, The Damned, The Jam, The Clash, Maytals will be there, Dr. Feelgood too“.

Titelliste Alle Titel geschrieben von Bob Marley, außer wo angegeben. Natural Mystic – 3:27 So Much Things to Say – 3:08 Guiltiness – 3:19 The Heathen – 2:36 Exodus – 7:40 Jamming – 3:31 Waiting in Vain – 4:16 Turn Your Lights Down Low – 3:39 Three Little Birds – 3:00 One Love / People Get Ready (Bob Marley, Curtis Mayfield) – 2:04

Bonustitel (The Definitive Remasters Edition) Jamming (Long Version) – 5:52 Punky Reggae Party (Long Version) (Bob Marley, Lee Perry) – 6:50

Rezeption Das TIME-Magazin kürte Exodus 1998 zum besten Musikalbum des 20. Jahrhunderts. Der Fernsehsender VH1 listete es auf Platz 26 der besten Alben aller Zeiten.

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Literatur Richard Williams (Hrsg.): Exodus – Exil 1977, Sonderausgabe zum 30. Jahrestag, Buch mit dem Originalalbum auf CD (12 Titel), 2007.

Weblinks

Die größten Alben aller Zeiten: "Exodus" machte Bob Marley zum Superstar! auf Bremen Eins vom 10. September 2024

Einzelnachweise

Kategorie:Album 1977 Kategorie:Album (Reggae) Kategorie:The-Wailers-Album Kategorie:Mehrfach-Platin-Album (Vereinigtes Königreich)