Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Belgiens als Teilnehmer am Eurovision Song Contest.

Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb mini|250px|Blanche holte 2017 Belgiens bisher höchste Punktzahl Belgien nahm bereits am ersten Eurovision Song Contest im Jahr 1956 teil. Allerdings wurden, abgesehen vom Schweizer Sieg, die restlichen Platzierungen nie bekannt gegeben. Von 1957 bis 1965 war Belgien wenig erfolgreich. Insgesamt holte das Land in dem Zeitraum viele unterdurchschnittliche Plätze. Dazu kommen drei letzte Plätze 1961, 1962 und 1965. Auch wenn diese letzten Plätze immer mit weiteren Ländern geteilt wurden. Bester Platz in diesem Zeitraum war Platz 5 bei zehn Teilnehmern 1958.

Von 1966 bis 1969 war Belgien dann ziemlich erfolgreich und erreichte jeweils Plätze in der oberen Hälfte des Teilnehmerfelds. Auch 1970 wurde ein Platz unter den besten Zehn mit Platz 8 geholt. Allerdings war das gemessen an der Teilnehmerzahl von zwölf Ländern ein eher durchschnittlicher Platz. Auch die Jahre danach war Belgien weniger erfolgreich. 1971 gab es mit Platz 14 wieder nur einen durchschnittlichen Platz. 1972 wurde Belgien dann Vorletzter und 1973 wurde das Land erneut Letzter. 1974 gab es mit Platz 9 wieder einen Platz unter den besten Zehn. Danach folgte 1975 wieder nur Platz 15. Von 1976 bis 1978 war Belgien dann erfolgreicher und holte wieder nur Platzierungen unter den besten Zehn. 1978 wurde Belgien sogar Zweiter. 1979 landete Belgien allerdings auf dem geteilten letzten Platz.

Ab 1980 sind Schwankungen in Belgiens Platzierungen beim ESC zu verzeichnen. 1980 und 1983 wurde das Land Drittletzter, 1981 gab es Platz 13 und 1982 und 1984 gab es jeweils einen Platz unter den besten fünf mit Platz 4 und 5. 1985 wurde Belgien dann alleiniger Letzter. Überraschend kam dann der Sieg 1986 mit der damals 13-jährigen Sandra Kim und ihrem Lied J’aime la vie. Allerdings war das erstmal der letzte Erfolg für Belgien für einen langen Zeitraum und es blieb bis heute auch der einzige Sieg Belgiens im Wettbewerb.

Von 1987 bis 1992 erreichte Belgien nur noch Platzierungen im mittleren oder unteren Teil der Tabelle. 1993 wurde Belgien dann bereits zum siebten Mal Letzter. Durch die damaligen Regeln durfte Belgien dementsprechend 1994 nicht teilnehmen und fehlte somit nach 38 Jahren zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs. Aber auch die Rückkehr 1995 war wenig erfolgreich. Belgien erreichte nur Platz 20 von 23 Teilnehmern. Auch 1996 gab es nur Platz 16, sodass Belgien 1997 wieder nicht teilnehmen durfte. 1998 war die Rückkehr allerdings erfolgreich. Mélanie Cohl erreichte Platz 6 und die damit beste Platzierung seit dem Sieg 1986. 1999 gab es dann mit Platz 12 eher wieder einen durchschnittlichen Platz. Im Jahr 2000 wurde Belgien dann schon wieder Letzter, so dass das Land 2001 nicht teilnehmen durfte. Bei der Rückkehr 2002 gab es dann mit Platz 13 wieder einen durchschnittlichen Platz. 2003 gab es dementsprechend überraschend den zweiten Platz. Es fehlten sogar nur drei Punkte zum Sieg.

2004, bei der Einführung der Halbfinals, erreichte Belgien zwar das Finale, konnte aber, ähnlich wie die Niederlande, nur einen Platz im hinteren Teil der Tabelle einfahren. Von 2005 bis 2009 nahm Belgien zwar jedes Jahr teil, konnte sich aber nie für das Finale qualifizieren. Im Halbfinale landete das Land auch immer nur auf den hinteren Plätzen. 2010 konnte dann mit Tom Dice das erste Mal seit sechs Jahren wieder ein Finale erreicht werden. Belgien gewann sogar das Halbfinale und erreichte im Finale Platz 6. 2011 und 2012 konnte das Land sich dann allerdings wieder nicht für das Finale qualifizieren. 2011 fehlten allerdings nur zwei Punkte zur Qualifikation für das Finale. 2013 konnte Belgien dann wieder das Finale erreichen und holte mit Platz 12 ein für Belgien gutes Ergebnis. 2014 scheiterte Belgien dann allerdings wieder im Halbfinale. Die nächsten drei Jahre war Belgien allerdings dann sehr erfolgreich.

Von 2015 bis 2017 konnte Belgien sich jedes Jahr für das Finale qualifizieren und holte in jedem Jahr eine Platzierung unter den besten Zehn. 2015 und 2017 holte Belgien jeweils Platz 4 und 2016 Platz 10. 2017 wurde mit 363 sogar die höchste Punktzahl Belgiens bisher geholt, nachdem 2015 mit 217 bereits ein neuer Punkterekord aufgestellt wurde. Nach diesen drei erfolgreichen Jahren konnte Belgien sich 2018 allerdings zum ersten Mal seit 2014 nicht für das Finale qualifizieren. Auch 2019 wurde das Finale verpasst. 2021 gelang dann erstmals nach 2017 wieder die Finalqualifikation. Am Ende stand für die Band Hooverphonic Platz 19 zu buche. Auch 2022 konnte man sich für das Finale qualifizieren und erreichte im Finale mit Platz 19 dasselbe Ergebnis wie im Vorjahr. 2023 zog man erneut in das Finale ein und holte mit Platz 7 zum ersten Mal seit 2017 wieder eine Platzierung unter den ersten Zehn. 2024 hingegen scheiterte Belgien zum ersten Mal seit 2019 wieder an einer Finalqualifikation. Auch 2025 verfehlte der Beitrag von Red Sebastian das Finale für Belgien. 2026 wurde das Finale wieder erreicht, allerdings landete Essyla mit 36 Jurypunkten auf dem 21. Platz – vom Publikum gab es keinen einzigen Punkt.

Demnach landeten 23 der 67 Beiträge in der linken Tabellenhälfte. Mit acht letzten Plätzen gehört Belgien zu den Ländern, die am häufigsten auf dem letzten Platz landeten. Insgesamt verpasste Belgien auch zwölfmal den Finaleinzug. Dennoch konnte das Land 1986 den Wettbewerb gewinnen. Zudem erzielte das Land einige Platzierungen unter den ersten Zehn. Somit gehört Belgien zu den eher durchschnittlich erfolgreichen Ländern im Wettbewerb. Mit 67 Teilnahmen zählt Belgien zu den am längsten teilnehmenden Ländern im Wettbewerb. Das Land setzte bisher noch nie freiwillig aus und musste nur 1994, 1997 und 2001 pausieren.

Fernsehsender Die beiden belgischen Fernsehsender, die französischsprachige RTBF und das niederländischsprachige VRT, wechseln sich jährlich mit der Teilnahme ab, der Wettbewerb wird jedoch jedes Jahr von beiden Sendern mit Kommentar in der jeweiligen Sprache ausgestrahlt. Die erste Teilnahme fiel 1956 dem wallonischen Sender zu, seitdem wurde der Wechsel ständig durchgehalten. War Belgien wie z. B. 1994 aufgrund eines schlechten Vorjahresergebnisses durch den flämischen Sender nicht zur Teilnahme berechtigt, so kam der französische Sender erst 1995 zum Zug.

Insgesamt ist RTBF aber im Vergleich zu VRT deutlich erfolgreicher: nicht nur der einzige Sieg 1986 geht auf das Konto des französischsprachigen Senders, sondern auch die beiden zweiten Plätze 1978 und 2003. Die höchsten Platzierungen des flämischen Senders sind der sechste Platz 2010 und die siebten Plätze 1967, 1969, 1977 und 2023. Zudem finden sich unter den acht letzten Plätzen nur zwei Beiträge von RTBF, nämlich 1962 und 2000. Vor dem sechsten Platz im Jahre 2010 hatte es seit mehr als 30 Jahren keine flämische Platzierung unter den ersten Zehn gegeben, 1977 erreichte die Gruppe Dream Express den siebten Platz. Andererseits schaffte es von 2005 bis 2009 sowie von 2011 und 2012 keiner der beiden Sender, sich für das Finale zu qualifizieren. Dies änderte sich erst 2010 mit einem Beitrag des VRT. 2013 konnte RTBF sich für dieses aber qualifizieren und erreichte einen zwölften Platz. Während VRT 2014 wieder an der Qualifikation scheiterte, konnte 2015 RTBF wieder das Finale und das beste Ergebnis seit Jahren erreicht werden: ein vierter Platz mit 217 Punkten. Im Jahr darauf erreichte der flämische Sender mit dem zehnten Platz eines seiner besten Ergebnisse. 2017 gelang RTBF zum zweiten Mal in Folge ein Rang in den Top 10 mit wieder einem vierten Platz sowie der höchsten Punktzahl Belgiens allerzeiten. VRT scheiterte 2018 dann wieder an der Finalqualifikation, ebenso aber auch RTBF 2019 zum ersten Mal seit 2011. 2021 gelang VRT dann erstmals seit 2016 wieder die Finalqualifikation.

Liste der Beiträge Farblegende: