Der Hasselberg ist eine hohe, eiszeitlich geprägte Erhebung nahe dem Dorf Radewege in der Gemeinde Beetzsee im Norden des Landkreises Potsdam-Mittelmark in Brandenburg. Über den Osthang verläuft die Gemeindegrenze zu Beetzseeheide. Auf dem Hasselberg wurden mehrere bedeutende prähistorische Urnengräberfelder entdeckt.

Morphologie Der Hasselberg entstand während der letzten, der Weichselkaltzeit. Von Nordosten nach Mitteleuropa vordringende Eismassen formten den Höhenzug der Nauener Platte. Teil dieser Hochfläche ist der Hasselberg, den das Inlandseis als Stauchmoränenkomplex aufwarf.Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 5, 7, 138, ISBN 978-3-412-09103-3. Der Hasselberg entstand an der Eisrandlage 2 der Brandenburg-Phase mit der Linie Schwarzer Berg – Hasselberg – Wasenberg – Weinberg – Götzer Berg.Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 298, Abb. 72, ISBN 978-3-412-09103-3.

Gräberfeld mini|links|Hängegefäß, Havelländischen Kultur, Museum für Vor- und Frühgeschichte Der Hasselberg wurde in prähistorischer Zeit als Beerdigungsplatz genutzt. So fand man auf ihm einen der größten Urnengräberfriedhöfe des Elbe-Havelgebietes und der Gegend um die Stadt Brandenburg. Die Funde konnten in die späte römische Kaiserzeit bis zum Beginn der Zeit der Völkerwanderung datiert werden. Zumeist wurden schalenförmige Urnen ohne Beigaben gefunden. Ein Einzelfund war beispielsweise eine Fibel, die der Gegend um Niemberg zuzuschreiben ist und eine Gürtelschnalle. Die gemachten Funde wurden ins 3. bis ins 5. Jahrhundert datiert. Neben diesen Urnengräbern konnten am Hasselberg weitere Gräber aus der Steinzeit gesichert werden, die der Havelländischen Kultur zugeordnet wurden.Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 140, ISBN 978-3-412-09103-3. Die Fundstellen sind als Bodendenkmal ausgewiesen.. Eingesehen am 7. Januar 2014

Nutzung Prähistorisch wurde der Hasselberg als Begräbnisplatz genutzt. In der Neuzeit wurden seine warmtrockenen Lagen eine Zeit lang für den Weinbau genutzt.Sebastian Kinder und Haik Thomas Porada (Hrsg.): Brandenburg an der Havel und Umgebung. 2006, S. 25, Abb. 9 (Entwurf H.-D. Krausch), ISBN 978-3-412-09103-3. Seit einer Aufforstung ist der Hasselberg mit einem ausgedehnten Kiefernforst bewachsen. Weiterhin wird er wie der nahe Beetzsee von der Bevölkerung für Erholungszwecke genutzt. So gibt es zwischen Seeufer und Berg einen Campingplatz.Gemeinde Beetzseeheide; Campingplatz Butzow. Eingesehen am 29. Mai 2014. Am Südhang befindet sich die Grundschule Radewege „Am Beetzsee“.Grundschule "Am Beetzsee" in Radewege. Eingesehen am 29. Mai 2014.

Schutzgebiete Die hüglige Erhebung des Hasselbergs liegt im Landschaftsschutzgebiet Westhavelland und im Naturpark Westhavelland. Daneben ist er Teil des SPA-Gebietes Mittlere Havelniederung.

Einzelnachweise

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