miniatur|295px|Panoramaansicht auf Bad Säckingen mini|295px|Längste gedeckte Holzbrücke EuropasBad Säckingen (bis 1978 Säckingen, ; ) ist eine Gemeinde und Kurstadt im Landkreis Waldshut in Baden-Württemberg am Hochrhein, etwa 35 km flussaufwärts von Basel gelegen.

Geographie Geographische Lage Bad Säckingen liegt am Hochrhein, der hier die Grenze zur Schweiz bildet. Die Stadt befindet sich am südlichen Rand des Hotzenwalds, der der südliche Ausläufer des Schwarzwalds ist. Zur Stadt gehört auch ein Teil der Fridolininsel im Rhein, deren Territoriumszugehörigkeit lange ungeklärt war. 2013 wurde in einem neuen Staatsvertrag festgelegt, dass sie künftig zu Deutschland gehören soll.

Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus der gleichnamigen Stadt Bad Säckingen (zu welcher auch der Stadtteil Obersäckingen und die Häuser am Bergsee gehören) und den folgenden Ortsteilen (ehemaligen Gemeinden):Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 954–959. Harpolingen mit den Höfen Lochmühle und Rüttehof und den Häusern Holdmatt Rippolingen mit dem Gehöft Flut und den Häusern Santihof Wallbach

Geschichte Herkunft des Namens Säckingen (seit 1978 Bad Säckingen, 878 als Seckinga erstmals urkundlich erwähnt) gilt traditionell als Gründung eines Alamannen namens Secco. Der Name der Stadt ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit durch Eindeutschung einer römischen Ortsbezeichnung (Sanctio) entstanden (ähnlich wie Aachen, Baden-Baden u. a.), eventuell aus dem Namen der 297 n. Chr. gegründeten Diokletianischen Provinz Maxima Sequanorum.

Im lateinischen Text der Fridolinsvita (970) heißt Säckingen Secanis und Seconis (Lautung a>o) und urkundlich 1207 auch Seconia. Seconis ist als Ortskasus von Seconia zu deuten, das sprachgeschichtlich problemlos aus Sequaniacum (= Heiligtum der Sequana) abgeleitet werden kann. Nach dem Glauben der Kelten offenbarte sich die Göttin der Quellen, Heilkunst und Gesundheit im sumpfigen Erdreich der Kochsalztherme Säckingens (seik – „tröpfelnd fließen“, Sequana – „Tochter der Quellen“).

Der Verfasser der Fridolinsvita stützte sich auf ein Konzept, das vermutlich bereits im 8. Jahrhundert entstanden war und den voralamannischen Ortsnamen bevorzugt hatte. Das entstehende Steuerkataster der Franken jedoch konnte auf Seckinga nicht verzichten.

In den Dokumenten des 13. Jahrhunderts wurde dann als Zeichen der Gelehrsamkeit der keltorömische Ortsname erneut verwendet: 1275 Sigillum Civium Seconiensium = Siegel der Bürger der Stadt Seconis (Seconiis = „beim Seconia-Tempel“).

Überblick

Die Stadt Säckingen entstand im Umfeld des Damenstifts Säckingen, dessen Gründung dem heiligen Fridolin zugeschrieben wird. „Die Vogtei über das Säckinger Gebiet besaßen seit dem 12. Jh. die Grafen von Habsburg. Mit dem Ausbau der habsburgischen Macht geriet das Stift im Laufe der Zeit unter habsburgische Hoheit und verlor seine Stellung als Reichsabtei.“Adelheid Enderle: Adeliges weltliches Chorfrauenstift St. Fridolin Säckingen - Geschichte. Das Stift wurde Teil von Vorderösterreich und Breisgauer Landstand.

Gründungsgeschichte Der im Jahre 354 zum Bündnis mit den Römern genötigte Alamannenstamm der Brisgavi unternahm im Frühjahr des Jahres 361 einen Einfall in das benachbarte Rätien. Der römische Feldherr, Caesar, Kommandeur in Gallien, und der spätere Kaiser Julian „schickte(n) ihnen eine kleine Schar entgegen; doch ihr Führer wurde gleich beim ersten Angriff getötet, und [...] ungeschädigt konnten die Plünderer ihre Beute über den Rhein führen. Sie gehörten zum Stamme des Königs Vadomar, der im südlichen Schwarzwald herrschte.“ Julian ließ Vadomar „gefangen nehmen und schaffte ihn nach Spanien. Dann brach er selbst unvermutet über den Rhein, strafte die Alamannen für ihren Raubzug, nahm ihnen die Beute wieder ab und liess sich Sicherheiten für ihr künftiges Verhalten geben.“Otto Seeck: Geschichte des Untergangs der antiken Welt Kapitel: Julian in Gallien, Vierter Band, Primus Verlag, unveränderter reprographischer Nachdruck 2000 der 4. Auflage, Stuttgart 1921, S. 294 f., ISBN 3-89678-161-8. Bestätigt für 361 n. Chr. und mit Namensnennung „Stabsoffizier Libino“ in: Robert Browning: Julian, Nymphenburger Verlagsbuchhandlung, München 1977, S. 165. und Josef Bidez: Julian, Rowohlt, Hamburg 1956, S. 126. Nach Informationen aus der Heimatgeschichte wird die Tötung des Anführers der ersten Truppe bestätigt und ihr Vorgehen nach Säckingen lokalisiert: Unter der Führung des comes Libino gelangten die römischen Truppen nach Säckingen prope oppidum Sanctio, das damals vermutlich zum Breisgau gehörte.

miniatur|Schloss Schönau mini|hochkant|links|Fridolinsmünster mini|hochkant|Holzbrücke über den Rhein mini|hochkant|Rhein mit Säckingen im Jahr 1870, Gemälde von Hans Thoma

Die in ihrem Quellenwert als unsicher eingeschätzte Heiligenvita des Fridolin berichtet, dass die Klostergründung unter dem Schutz des Franken-Königs Chlodwig I. stand. Eine derartig frühe Entstehung wird mittlerweile jedoch angezweifelt. Stattdessen wird die Klostergründung für das 7. Jahrhundert angenommen, also während der Regierung Chlodwigs II. Das Kloster ist im 9. Jahrhundert in bemerkenswerter Nähe zu den Karolingern bezeugt, als dort zumindest eine Tochter Ludwigs des Deutschen, Bertha, und die Ehefrau Karls III. namens Richardis Äbtissinnen waren. Auch bestand eine ferne Verbindung zu dem Herrschergeschlecht der Ottonen. Im 10. Jahrhundert war Reglind, Großmutter Adelheids, der Frau Ottos des Großen, Äbtissin des Klosters Säckingen. Als im Jahr 1272 ein Brand große Teile der Stadt zerstörte (darunter auch die Stiftskirche), wurde um 1300 mit dem Bau des gotischen Münsters begonnen, das den Namen Fridolinsmünster trägt.

Bis zum Übergang an Baden Nach der Schlacht bei Rheinfelden und nach dem Tod von Bernhard von Sachsen-Weimar im Juli 1639 mit 35 Jahren erhielt der Berner Johann Ludwig von Erlach das Oberkommando über dessen Truppen und wurde sein Nachfolger als Generalmajor in Breisach. Als 1639 Säckingen von 300 kaiserlichen Reitern geplündert wurde, sandte er umgehend Hilfe unter Oberst Rosen in die Waldstädte. Bis zu den Friedensverhandlungen 1646 in Münster blieb es in Rheinfelden ruhig, es sollten die vier Waldstädte im Tausch gegen Breisach an Frankreich fallen. Dieses Vorhaben setzte sich nicht durch. Der Krieg verwüstete noch fast 10 Jahre ganz Deutschland, bis der Westfälische Friede am 24. Oktober 1648 verkündet wurde. Doch alsbald folgte der Französisch-Holländische Krieg von 1672 bis 1679. Der Herzog Karl von Lothringen und Marschall Créquy nahmen in Rheinfelden und auf Schloss Beuggen Quartier. Es folgten 1688 der Pfälzische Erbfolgekrieg und dann der Spanische Erbfolgekrieg. Die Äbtissinnen dieser Epoche mussten jeweils fliehen, die Reliquien (der Sarg mit St. Fridolin) und anderes mehr wurden in befreundete Klöster verbracht (Baden im Aargau, später auch nach Schloss Bernau und Klingnau).Emil Jegge: Die Geschichte des Fricktals bis 1803. S. 139 ff.

1796 erfolgte die Besetzung der Stadt durch französische Truppen im Französischen Revolutionskrieg. 1805 kam die Stadt zum Großherzogtum Baden. Die Auflösung des Stifts geschah 1806.

Seit dem Übergang an Baden Bevor der rechte Rheinarm im Jahre 1830 zugeschüttet wurde,Christa Seewald: Die urnenfelderzeitliche Besiedlung der ehemaligen Rheininsel von Säckingen und ihrer Umgebung. Sonderdruck Badische Fundberichte, 21. Jahrgang, 1985, S. 93. lag die Stadt auf einer Rheininsel und war durch Brücken mit dem Umland verbunden. Heute gibt es zwei Brücken von der deutschen Seite (Bad Säckingen) auf die Schweizer Seite (Stein): Die Holzbrücke ist mit 203,7 Metern die längste gedeckte Holzbrücke Europas. Die St. Fridolins-Brücke für den Kraftfahrzeugverkehr wurde im Jahre 1979 eingeweiht. Auf dieser Brücke steht eine Fridolinsstatue des Schweizer Bildhauers Rolf Brem. Nach der Niederlage in der Schlacht bei Kandern im April 1848 diente vielen Freischärlern die Brücke von Säckingen als Fluchtweg in die Schweiz. Gustav Struve, einer der führenden Revolutionäre in Baden wurde in Säckingen verhaftet, aber am nächsten Tag wieder freigelassen. In der Mitte der Holzbrücke erinnert eine Gedenktafel an die Ereignisse der Badischen Revolution von 1848/49.

Zu Beginn der Nazi-Diktatur gab es in Säckingen das „Hochrheinische Volksblatt“, das der konservativen Partei – dem Zentrum – nahe stand, eine katholische Haltung vertrat und rund 4.500 Abonnenten hatte. Mit 27 Jahren übernahm Hermann Stratz die Leitung dieser Zeitung und des Verlags. Bereits als Student hatte sein Widerstand gegen die Nationalsozialisten begonnen und er schrieb Artikel „Gegen die braune Schmach“. Immer wieder druckte er regimekritische Artikel, unter anderem gegen Euthanasie im Hochrheinischen Volksblatt, immer wieder wurde er in Schutzhaft genommen und die Zeitung verboten. Am 31. Dezember 1935 erschien die Zeitung zum letzten Mal. Hermann Stratz starb am 26. Juli 1936 mit 33 Jahren in „staatlichem Gewahrsam“, angeblich an einer Lungenentzündung. Seit 2014 wird alle zwei Jahre der Hermann-Stratz-Preis an Menschen, die Zivilcourage zeigen, verliehen.

Bundesdeutsche Geschichte 1973 wurde der Landkreis Säckingen aufgelöst. Seitdem gehört die Stadt zum Landkreis Waldshut. Am 1. April 1972 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Rippolingen und Wallbach eingemeindet. Harpolingen folgte am 1. Januar 1973.

Wappen der ehemaligen Gemeinden

Das Prädikat „Bad“ wurde der Stadt am 1. Juni 1978 verliehen. 1997 fanden in Bad Säckingen und dem benachbarten Wehr die Heimattage Baden-Württemberg statt.

Im Rahmen des europaweiten Wettbewerbes Entente Florale Europe wurde Bad Säckingen am 19. September 2003 zu einer der fünf schönsten Städte Europas gekürt. Von der internationalen Jury wurden besonders die Lage am Rhein, die herrlichen Parkanlagen (u. a. der Schlosspark), die restaurierten Gebäude, die renaturierten Wasserläufe im Stadtgebiet (Schöpfebach), die Revitalisierung des Bergseeufers und die nachhaltig gestaltete Innenstadt hervorgehoben.

Konfessionsstatistik Anfang 2025 gehörten von den 18.062 Einwohnern 32,2 % (5824) der römisch-katholischen Kirche und 14,2 % (2557) der evangelischen Kirche an; 52,6 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Bad Säckingen wächst! Südkurier, 26. April 2025, abgerufen am 26. April 2025.

Politik Gemeinderat In Bad Säckingen wurde der Gemeinderat bis 2014 nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Durch Gemeinderatsbeschluss vom 16. April 2018 wurde dieses Verfahren beendet.Bad Säckingen. Über die Abschaffung der unechten Teilortswahl auf der Website von Mehr Demokratie e. V. Landesverband Baden-Württemberg. Der Gemeinderat in Bad Säckingen hat nach der letzten Wahl 22 Mitglieder (2014: 24). Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Endergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften%2024Sitze2024 %2019 Sitze2019 %2014 Sitze2014 CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands26,96 27,20 6 38,5 9 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands12,73 11,85 3 27,0 6 FW Freie Wähler Bad Säckingen e. V.20,34 23,10 5 15,9 4 GRÜNEBündnis 90/Die Grünen20,95 25,94 6 15,9 4 AfD Alternative für Deutschland9,12 - - - - FDP Freie Demokratische Partei5,51 - - - - LINKEDie Linke - - 5,42 1 2,7 1 UBL Unabhängige Bürger Liste4,71 6,49 1 -- --Gesamt10022 100 22 100 24Wahlbeteiligung51,6 % 51,08 % 42,7 % mini|Rathaus

Bürgermeister Bürgermeister ist seit dem 3. Januar 2012 Alexander Guhl (SPD). Seine Wiederwahl erfolgte im November 2019.

Bürgermeister seit 1850 Bad Säckingen, Bürgermeister der Stadt Bad Säckingen seit 1850

Wappen