Dieser Artikel befasst sich mit der Geschichte Frankreichs als Teilnehmer im Eurovision Song Contest.
Regelmäßigkeit der Teilnahme und Erfolge im Wettbewerb
mini|250px|André Claveau konnte 1958 Frankreichs ersten Sieg einfahren mini|275px|Amir konnte 2016 die beste Platzierung Frankreichs seit 14 Jahren erreichen Frankreich nahm bereits am ersten Eurovision Song Contest im Jahr 1956 teil. Allerdings wurden, abgesehen vom Schweizer Sieg, die restlichen Platzierungen nie bekannt gemacht. 1957 startete das Land dann sehr erfolgreich in den Wettbewerb und holte Platz 2. 1958 konnte dann schon der erste Sieg eingefahren werden. André Claveau mit Dors mon amour gewann den Wettbewerb in Hilversum. 1959, als Frankreich den Wettbewerb zum ersten Mal ausrichtete, konnte Jean Philippe dann Platz 3 erreichen. 1960 gewann Frankreich dann zum zweiten Mal. Jacqueline Boyer konnte mit dem Evergreen Tom Pillibi den gesamten Wettbewerb gewinnen, womit Frankreich sich vier Jahre in Folge unter den besten Drei des Jahres platzieren konnte. Auch 1961 war das Land wieder erfolgreich als Jean-Paul Mauric Platz 4 holte. 1962 gewann Isabelle Aubret dann Wettbewerb und holte somit Frankreichs dritten Sieg im Wettbewerb. Bis zu diesem Zeitpunkt war kein Land so erfolgreich im Wettbewerb wie Frankreich. Aber das Land konnte seine Erfolge in den nächsten Jahren fortsetzen.
1963 und 1964 erreichten die französischen Beiträge mit Platz 5 und Platz 4 wieder gute Ergebnisse. 1965 konnte Frankreich dann zum zweiten Mal Platz 3 im Wettbewerb erreichen. 1966 folgte dann allerdings ein kurzer Tiefpunkt. Dominique Walter konnte nur den drittletzten Platz erreichen und holte mit nur einem Punkt Frankreichs bis heute niedrigste Punktzahl im Wettbewerb. Dagegen waren die Beiträge von 1967 und 1968 wieder sehr erfolgreich und konnten jeweils Platz 3 erreichen. 1969 konnte Frankreich dann seinen vierten Sieg einfahren. Allerdings war es ein besonderer Sieg. Schließlich gewannen, abgesehen von Frankreich, auch noch die Niederlande, Spanien und das Vereinigte Königreich den Wettbewerb 1969. Grund dafür waren die fehlenden Regeln, sollte ein Land die gleiche Punktzahl erreichen. 1970, als der Wettbewerb dann in den Niederlanden stattfand, konnte Frankreich mit Platz 4 allerdings wieder ein gutes Ergebnis erreichen. Von 1971 bis 1973 war Frankreich dann eher nur mäßig erfolgreich im Wettbewerb. 1971 konnte nur Platz 10 von 18 geholt werden, was Frankreichs schlechteste Platzierung seit 1966 darstellte. Aber auch 1972 war keine Besserung in Sicht. Betty Mars holte mit Platz 11 von 18 wieder nur eine durchschnittliche Platzierung. 1973 wurde Frankreich dann zum bereits zweiten Mal Drittletzter. 1974 wollte Frankreich dann trotz der eher mäßigen Erfolge wieder teilnehmen und wählte Dani mit dem Lied La vie à 25 ans aus. Allerdings zog der französische Sender kurz vor dem Wettbewerb seine Teilnahme zurück, nachdem der Tod von Staatschef Georges Pompidou bekannt wurde. So setzte Frankreich das erste Mal beim Wettbewerb aus. 1975 kehrte Frankreich wieder zum Wettbewerb zurück und konnte ab dann wieder an alte Erfolge anknüpfen.
Bei der Rückkehr 1975 konnte schließlich mit Platz 4 das beste Ergebnis seit fünf Jahren erreicht werden. 1976 erreichte Catherine Ferry dann Platz 2 und holte somit Frankreichs bereits zweiten Platz im Wettbewerb. Mit 147 Punkten holte sie zu dem Frankreichs bis dahin höchste Punktzahl im Wettbewerb. 1977 konnte Marie Myriam mit ihrem Lied L’oiseau et l’enfant dann Frankreichs fünften und bisher letzten Sieg im Wettbewerb einfahren. Aber auch 1978 und 1979 war das Land dann erfolgreich und konnte jeweils Platz 3 erreichen. 1980 wurde dann mit Platz 11 von 19 das erste Mal seit sieben Jahren keine Platzierung unter den besten Fünf eingefahren werden. 1981 hingegen wurde mit Platz 3 dann wieder ein gutes Ergebnis erreicht. Es war Frankreichs bereits siebter dritter Platz im Wettbewerb. 1982 setzte Frankreich dann zum bereits zweiten Mal beim Wettbewerb aus. Einen wirklichen Grund für das Fernbleiben gab es nicht, schließlich verzichtete Frankreich von vorneherein auf die Teilnahme. 1983 kehrte dann Frankreich aber wieder zum Wettbewerb zurück.
Allerdings war Frankreich ab 1983 nicht mehr so erfolgreich wie zuvor. 1983 und 1984 konnte jeweils Platz 8 erreicht werden, was eine noch gute Platzierung darstellte. 1985 wurde mit Platz 10 dann nur noch knapp ein Platz unter den besten Zehn erreicht. 1986 wurde mit Platz 17 von 20 dann ein schlechtes Ergebnis eingefahren. Auch 1987 wurde mit Platz 14 nur eine durchschnittliche Platzierung erreicht. 1988 konnte mit Platz 10 dann wieder knapp eine Platzierung unter den besten Zehn erreicht werden. Erst ab 1989 konnte Frankreich wieder eher an frühere Erfolge anknüpfen. 1989 konnte Nathalie Pâque mit Platz 8 wieder eine gute Platzierung erreichen. 1990 wurde mit Platz 2 dann das beste Ergebnis seit 13 Jahren erreicht. 1991 lag dann die Sängerin Amina punktgleich auf dem ersten Platz mit der Schwedin Carola. Dabei hatten beide die gleiche Anzahl an 12-Punktwertungen, Amina erhielt jedoch weniger Male 10 Punkte, so dass Schweden dann den Wettbewerb gewann und Frankreich Zweiter wurde. Trotz dieses verpassten Sieges konnte Frankreich auch 1992 gut abschneiden und holte, wie schon 1983, 1984 und 1989, Platz 8. 1993 und 1995 wurde Frankreich dann jeweils wieder Vierter. 1994 wurde mit Platz 7 ebenfalls ein gutes Ergebnis erreicht. Ab 1996 war Frankreich dann weniger erfolgreich und die Platzierung starten stark zu schwanken an.
1996 holte das Duo Dan Ar Braz & L’Héritage des Celtes die schlechteste Platzierung seit neun Jahren mit Platz 19 von 23. 1997 hingegen wurde mit Platz 7 wieder ein gutes Ergebnis erreicht. 1997 war aber trotzdem ein besonderes Jahr für Frankreich beim ESC. Schließlich wurde das Land Teil der eingeführten „Großen“ – Big Four (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien), seit 2011 Big Five (mit Italien), die größten EBU-Beitragszahler – und hat damit immer einen garantierten Finalplatz. Diese Maßnahme wurde eingeführt, um die langfristige Teilnahme der großen Geldgeber (Spanien, Großbritannien, Frankreich und Deutschland, ab 2011 auch Italien) und so das Überleben des Contests zu sichern. 1998 war das für Frankreich sofort von nutzen. Das Land wurde Vorletzter und holte damit seine bis dahin schlechteste Platzierung im Wettbewerb. Ohne die Regelung der Big 4 hätte Frankreich 1999 gar nicht teilnehmen dürfen. 1999 wurde dann aber das Ergebnis von 1996 nur wiederholt mit Platz 19. Im Jahre 2000 folgte dann wieder ein vorletzter Platz, womit das Ergebnis von 1998 ebenfalls wiederholt wurde. Erst 2001 wurde mit Platz 4 wieder das erste gute Ergebnis seit vier Jahren erreicht. Außerdem war es die erste Platzierung unter den besten Fünf seit 1995. Auch 2002 war Frankreich wieder erfolgreich und holte Platz 5. Von 2003 bis 2008 war das Land hingegen sehr erfolglos. 2003 wurde mit Platz 18 und 2004 mit Platz 15 nur durchschnittliche Ergebnisse erzielt. 2005 wurde Frankreich dann Vorletzter. 2006 und 2007 landete das Land jeweils auf Platz 22 und damit auf dem Vorletzten Platz. Auch 2008 wurde mit Platz 19 nur eine mäßige Platzierung erreicht. Erst ab 2009 ging es für Frankreich wieder bergauf.
2009 konnte Patricia Kaas mit Platz 8 das beste Ergebnis seit sieben Jahren erzielen. 2010 und 2011 wurde mit Platz 12 und Platz 15 jeweils wieder durchschnittliche Platzierungen erreicht. Ab 2012 ging es allerdings wieder bergab für Frankreich. 2012 erreichte das Land Platz 22 im Finale, hätte jedoch allein Televoting gegolten, so wäre Frankreich auf Platz 26 gelandet und damit Letzter mit 0 Punkten geworden. Die Jury hatte das Land hingegen auf Platz 13 gesetzt. Auch 2013 landete Frankreich mit Platz 23 nur auf den hinteren Rängen. 2014 folgte dann ein neuer Tiefpunkt für Frankreich beim ESC. Twin Twin erreichten mit nur zwei Punkten den letzten Platz, den Frankreich damit zum ersten Mal erreichte. Auch 2015 wurde nur der Drittletzte erreicht, was Frankreich immer weniger erfolgreich beim Wettbewerb machte. Eine so schwache Phase wie von 2012 bis 2015 hatte Frankreich noch nie zuvor im Wettbewerb gehabt. Ab 2016 konnte das Land aber wieder erste Erfolge verbuchen.
Schließlich konnte Amir 2016 Platz 6 für Frankreich erreichen und holte damit den besten Platz seit 14 Jahren für das Land im Wettbewerb. Mit 257 Punkten holte er außerdem Frankreichs neue Höchstpunktzahl im Wettbewerb. 2017, 2018 und 2019 konnte mit Platz 12, 13 und 16 jeweils zufriedenstellende Ergebnisse im Mittelfeld erzielt werden. 2021 belegte Barbara Pravi den zweiten Platz. Sie erhielt 499 Punkte, wodurch es ihr gelang, die bisherige Höchstpunktzahl Frankreichs zu überbieten. Zudem ist es das beste Ergebnis Frankreichs seit 1991. 2022 wurde man mit Platz 24 von 25 allerdings nur Vorletzter, was das schlechteste Ergebnis Frankreichs seit 2015 ist. 2023 konnte man mit einem 16. Platz das Ergebnis vom Vorjahr verbessern, allerdings auch nur das Mittelfeld erreichen. 2024 hingegen erreichte Slimane mit Platz 4 wieder eine Platzierung unter den ersten Fünf - das beste Ergebnis der letzten 15 Jahre nach dem zweiten Platz von 2021. Auch 2025 erreichte Louane mit Platz 7 eine Platzierung in den Top Ten. Auch im Folgejahr erreichte man die linke Tabellenhälfte, mit Platz 11 verpasste man eine Platzierung in den Top Ten.
Demnach landeten 42 der 68 Beiträge in der oberen Tabellenhälfte. Zudem landete das Land nur einmal auf dem letzten Platz. Mit fünf Siegen (1958, 1960, 1962, 1969, 1977), fünf zweiten Plätzen (1957, 1976, 1990, 1991, 2021) und sieben dritten Plätzen (1959, 1965, 1967, 1968, 1978, 1979, 1981) gehört Frankreich, trotz mäßiger Erfolge seit dem Jahr 2000, zu den erfolgreichsten Ländern im Wettbewerb. Mit 68 Teilnahmen gehört es nach Deutschland zu den am längsten teilnehmenden Länder im Wettbewerb. Nur 1974 und 1982 setzte das Land freiwillig aus.
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