Burgküppel ist eine abgegangene Höhenburg vom Typus einer Turmhügelburg (Motte) in der Gemarkung von Röllshausen, einem Ortsteil der Gemeinde Schrecksbach im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.
Lage und Beschreibung Von der Anlage sind heute noch Burghügel, der Wall und Graben deutlich zu sehen, alle von lichtem, in einem rechtwinkligen Dreieck liegendem, Wald bewachsen. Sie befindet sich etwa 2 km östlich von Röllshausen auf der 300,1 m hohen gleichnamigen Bergkuppe, die sich etwa 50 m über dem Talgrund erhebt. Nördlich vorbei verläuft die Kreisstraße K 112 von Röllshausen nach Immichenhain, östlich die Landesstraße L 3156 von Schrecksbach nach Neukirchen. Steine im heutigen Wall zeigen, dass dieser wohl einst eine befestigte Ringmauer war. Südlich des Burghügels und über eine Aufschüttung verbunden, befindet sich ein zerklüftetes Gelände unklarer Nutzung (Steinbruch, Vorburg?). An der östlichen, teilweise über 2 Meter hohen Wallseite des Burgstalles, an seiner höchsten Erhebung, befinden sich Steinhaufen, die die Vermutung einer kleinen zusätzlichen turmartigen Befestigung zulassen. Die Vertiefung in der Mitte des Burghügels mit neuzeitlichem Grenzstein deutet auf den Bergfried oder Wohnturm hin. Mehrfache kleine Durchwühlungen scheinen Raubgrabungen zu sein.
Vom Burgküppel soll Sichtkontakt nach Südwesten zur 5,74 km entfernten nahezu gleichen Anlage der Heidelburg auf dem Heidelberg nördlich von Heidelbach bestehen.
Geschichte Wann die Motte erbaut wurde, ist unsicher. Sie wird im Jahre 1324 erwähnt, als die Herren von Rückershausen, als fuldische Lehnsinhaber Gerichtsherren in Röllshausen, ihre Rechte am Burgberg und dem dazugehörigen Hain an das Kloster Haina abtraten, das spätestens seit 1261 sehr zielstrebig seinen Besitz in und um Röllshausen erweiterte. Die Burg war wohl bereits im 13. Jahrhundert aufgegeben worden.
Fußnoten
Weblinks
Literatur Hans Michael Haas: Der Burgküppel und die Villikation der Familie von Rückershausen in Röllshausen: Hypothesen zur Errichtung und zum Untergang einer ehemaligen Turmhügelburg in der Gemarkung von Röllshausen. In: Schwälmer Jahrbuch. Schwälmer Heimatbund, Schwalmstadt-Ziegenhain, 1998, S. 113–127. Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 2. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 1995, ISBN 3-86134-228-6, S. 156. Folkhard Cremer, Tobias Michael Wolf (Bearb.): Hessen I: Regierungsbezirke Gießen und Kassel. Georg Dehio – Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Deutscher Kunstverlag, München, 2008, ISBN 978-3-422-03092-3, S. 777.
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