Isidor Isaak Joseph Fett (* 24. November 1874 in Debica, Galizien, Österreich-Ungarn; † 6. Dezember 1933 in München)Akten der Reichskanzlei im BundesarchivNach anderen Angaben starb er 1939 auf der Überfahrt nach Mexiko (siehe Nachweis Versagte Heimat: jüdisches Leben in Münchens Isarvorstadt, 1914–1945). war ein österreichischer Unternehmer und Filmproduzent sowie ein Münchner Filmpionier.

Leben Fett lebte seit 1897 in München. 1910 gründete er mit Karl Wiesel das erste Filmatelier im Geiselgasteig.

Am 16. November 1912 richtete er in seinem Konfektionshaus in München das Kino „Lichtspiele am Max-Weber-Platz“ mit ungefähr 150 Plätzen ein. Die 1913 gegründete Bayerische Filmgesellschaft Fett & Wiesel produziert über 50 Stummfilme, u. a. mit dem Stummfilmstar Harry Piel. 1921 trennten sich die Wege von Fett und Wiesel, ihre Firma ging in der Emelka Film (dem Vorläufer der Bavaria Film) aufAusstellung "Die Lichtspiele am Max-Weber-Platz und die Filmgesellschaft Fett & Wiesel" im Haidhausen-Museum vom 13.3. bis 30.6.2022.. Von 1920 bis 1922 war er Vorstandsmitglied bei der Münchener Lichtspielkunst AG.Einträge im Münchener Handelsregister am 11. Mai 1920 und 15. November 1922 Im Januar 1923 beteiligte er sich mit seiner Firma Central-Film an der Gründung der Exportaktiengesellschaft Münchener Filmfabrikanten und war zugleich Mitglied des Aufsichtsrats. Durch Beschluss der Generalversammlung am 27. November erfolgte eine Umwandlung in die Lindwurm-Werk Aktiengesellschaft für Möbel, Dekorations- und Filmkunst.Einträge im Münchener Handelsregister am 21. Februar 1923 und 19. Januar 1924 Fett war außerdem im selben Jahr Geschäftsführer an der Seite des Rechtsanwalts Ludwig Erlanger bei der Die Wende Film GmbH (1921–1930).Einträge im Münchener Handelsregister am 7. Februar 1923 und 8. Januar 1924 Ab September 1925 betätigte er sich mit seiner Firma Film Bühne GmbH auch als Kinobetreiber.Einträge im Münchener Handelsregister am 10. Oktober 1925 und 20. März 1929

Fett, der die bayrische Staatsangehörigkeit beantragt hatte, nachdem er seit 20 Jahren in München lebte, sollte an dem Tag im Oktober 1923, als er sich seinen Pass holen wollte, aus Bayern ausgewiesen werden. Als Grund wurde Schnelle Bereicherung, also Wirtschaftsschädigung genannt.

Er war Generaldirektor der Firma Münchener Lichtspiel-Kunst, Mitbegründer der Münchener Film-Industrie und wurde von der rechten Münchener Presse oft als „einer der Kapitäne des Münchener Wirtschaftslebens“ genannt.

Isidor Fett wurde im Oktober 1927 in Berlin Geschäftsführer der Deutsches Lichtspiel Syndikat GmbHHRB Nr. 38227, Einträge im Berliner Handelsregister am 17. November 1927 und 25. März 1930 und im März 1928 zum alleinigen Vorstand der Deutsches Lichtspiel Syndikat AG berufenHRB Nr. 41244, Einträge im Berliner Handelsregister am 12. Mai 1928 und 10. Oktober 1929. Im Mai 1929 war er als Aktionär Mitgründer der kurzlebigen West Gaststätten AG (1929–1930) und wurde Mitglied des Aufsichtsrats.Handelsregister Berlin HRB Nr. 42684

Als sich in Deutschland der Tonfilm durchsetzte, stellte er nur zwei Spielfilme her, zuletzt als Geschäftsführer der Grock Tonfilm GmbH.Handelsregister Berlin HRB Nr. 44946

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Namen Isidor Fett und Karl Wiesel aus Filmpublikationen zensiert.

Filmografie 1915: Die große Wette 1916: Das lebende Rätsel 1916: Unter heißer Zone 1917: Das Luxusbad 1917: Rauschende Akkorde 1917: Der Theaterprinz 1917: Der falsche Waldemar 1917: Die Glocke 1917: Fräulein Pfiffikus 1917: Das Luxusbad 1918: Das Patschuli-Mäuschen 1918: Der Bettler von Savern 1918: Das Gift der Medici 1918: Sr. Hoheit Brautfahrt 1918: Edelwild 1918: Stürme des Lebens 1918: Leutnant Mucki 1918: Die Vision 1918: Liebesopfer 1918: Seelen in Ketten 1918: Der Wahn ist kurz 1918: Die schleichende Gefahr 1919: Im letzten Augenblick 1919: Die Heimat 1919: Die feindlichen Reporter 1919: Die Feste des Fürsten von Ferrara 1919: Hängezöpfchen 1919: Die Angelfreunde 1919: Sühne 1919: Meier & Sohn 1919: Das goldene Buch 1919: Das Mädchen mit dem fremden Herzen 1919: Der Tintenfischklub 1919: Die schwarze Marion 1919: Die Sumpfhanne 1919: Der Erbe vom Lilienhof 1919: Der Ehestifter 1919: Das rosa Strumpfbändchen 1920: Das Floß der Toten 1920: Fata Morgana 1920: Schiffe und Menschen 1920: Ein Walzer von Strauß 1920: Der Tanz in den Abgrund 1920: Das Haus der Lüge 1920: Graf Zornbock 1920: Das Lied der Puszta 1921: Das ungeschriebene Gesetz 1921: Die schwarze Schmach 1921: Der Schrecken der roten Mühle 1925: Die Liebe der Bajadere 1930: Bockbierfest 1931: Grock

Weblinks

Einzelnachweise

Anmerkungen

Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:Unternehmer (München) Kategorie:Unternehmer (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Geboren 1874 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann