150px|mini|Peter Zahn, TH Darmstadt, 1995 Peter Zahn (* 4. Juni 1930 in Leipzig) ist ein deutscher Mathematiker und Logiker und pensionierter Professor am Fachbereich Mathematik der Technischen Universität Darmstadt.

Leben Nach seinem Abitur am Leibniz-Gymnasium 1948 machte Peter Zahn zunächst eine landwirtschaftliche Lehre, die er 1950 mit der Gesellenprüfung abschloss. Nach zwei Jahren Arbeit im Angestelltenverhältnis nahm er zum Sommersemester 1952 ein Lehramtsstudium am Pädagogischen Institut Schwäbisch Gmünd auf.

Nach einem Semester wechselte er an die Universität Tübingen mit den Fächern Mathematik, Biologie und Philosophie und schloss 1959 sein Studium ab, mit dem Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien. Nach seiner Referendariatszeit in Tübingen, die er 1961 mit dem Zweiten Staatsexamen abschloss, war er fünf Jahre lang Gymnasiallehrer in Spaichingen. In dieser Zeit promovierte er bei Kurt Schütte und Hellmuth Kneser an der Eberhard Karls Universität Tübingen und schloss 1965 mit der Dissertation Eine Einführung der reellen Zahlen im Rahmen der operativen Logik ohne die Unterscheidung von Sprachschichten seine Promotion ab.

Von 1966 bis 1971 unterrichtete Peter Zahn an der Staatlichen Ingenieurschule MeschedeDie Staatlichen Ingenieurschule Meschede ist heute Teil der Universität Paderborn hauptsächlich Mathematik, gab aber auch Seminare in Philosophie und Musik.

1971 wurde er als Hochschullehrer an der TH-Darmstadt eingestellt. Mit seiner im Jahre 1972 veröffentlichten Schrift Die Folgebeziehung in Halbformalismen wurde er 1973 in Darmstadt habilitiert. Die Referenten waren Detlef Laugwitz, Paul Lorenzen und Kurt Schütte. Danach wurde er zum Privatdozenten ernannt. 1989 wurde er an der TU Darmstadt zum apl. Professor ernannt. 1995 wurde er pensioniert.

Wirken Das besondere wissenschaftliche Interesse Peter Zahns gilt den Grundlagen und der Philosophie der Logik und Mathematik, insbesondere dem methodischen Konstruktivismus. Mit Paul Lorenzen stand er dabei in einem jahrzehntelangen, meist brieflichem Austausch. Seine Arbeitsgebiete waren unter anderem: Schulmathematik und Didaktik. Konstruktive (prädikative) Begründungen von Teilen der Maßtheorie, Funktionalanalysis und der Nichtstandard-Analysis (also unter Vermeidung anspruchsvoller mengentheoretischer Mittel). Untersuchung des Anfangsproblems zur Begründung der Logik durch Einführung von Behauptungs-Spielen. (Kann man Argumentations-Mittel argumentativ als zuverlässig nachweisen? Ggf. wie?) (Re-)Konstruktion und logische Behandlung von Sprachen, in denen auch nicht-mathematische Aussagen (Behauptungssätze) vorkommen, später auch von Sprachen höherer Stufen, in denen indexikalische Ausdrücke und Objektvariable (im Sinne von W. v. O. Quine) vorkommen, und in denen neben der Einsetzungs- auch die Gegenstandsquantifikation ausführbar ist.

Seit seiner Pensionierung sind seine Vorträge beim Ernst-Schröder-Zentrum, der philosophischen Teerunde an der TU Darmstadt, sowie beim Darmstädter Ontologenkreis stets gut besucht und diskutiert.

Trivia In seiner Zeit an der Staatlichen Ingenieurschule Meschede spielte Peter Zahn zusammen mit Studenten in einer Jazzband, zuerst Klarinette, später Saxophon. In den letzten Jahren illustrierte er mehrere Kinderbücher seiner Frau Ingeborg Zahn.z. B.

Literatur

Schriften

Einzelnachweise

Kategorie:Mathematischer Logiker (20. Jahrhundert) Kategorie:Konstruktivist Kategorie:Hochschullehrer (Technische Universität Darmstadt) Kategorie:Absolvent der Eberhard Karls Universität Tübingen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1930 Kategorie:Mann